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Luxusproblem für WagnerEnger Stammplatz-Zweikampf beim FC geht weiter

Im Derby gegen Gladbach startete Borna Sosa. Doch Gideon Mensah hat die linke Abwehrseite noch nicht verloren.

Fast wäre es nichts geworden: Am letzten Tag der Transferperiode stand der Wechsel von Borna Sosa von Crystal Palace zum 1. FC Köln auf der Kippe.

Am Morgen trainierte der Kroate noch mit dem Klub aus der Premier League. Danach musste man ihm erst noch den Reisepass zum Flughafen bringen. Die Kölner verlegten den Medizincheck kurzerhand ans Geißbockheim. So konnte Sosa während der Untersuchung die letzten Details klären und die wichtigen Papiere unterschreiben.

Borna Sosa nach spätem Transfer zunächst noch hintendran

Im Trubel dieser Minuten ging fast schon unter, dass schon im Sommer ein Spieler mit genau diesem Profil gekommen war. Die Rede ist von Gideon Mensah.

Er war mit Ghana bei der WM, bringt internationale Erfahrung mit und ist gelernter Linksverteidiger. Dazu kommt: Beide Profis sind Jahrgang 1998. Einen Generationenwechsel, bei dem der eine hinter dem anderen aufgebaut wird, hatte der 1. FC Köln also auch nicht im Sinn.

Die Kölner hatten sich damit ein Luxusproblem eingekauft. Und einen engen Zweikampf um die Position. Den schien Mensah gewonnen zu haben, mit soliden Auftritten nach wackliger Vorbereitung. Borna Sosa drohte als spät Dazugestoßener, der prominenteste Reservist der jüngeren FC-Geschichte zu werden.

Dann kamen die lange Länderspielpause, das Derby gegen Mönchengladbach, und alles war anders. Beim 2:1-Erfolg am vergangenen Sonntag stand auf einmal Sosa in der ersten Elf.

René Wagner erklärte am Mittwoch: „Wir haben uns viele Gedanken gemacht über die Position, natürlich auch im Hinblick auf den Gegner, und haben uns am Ende für Borna entschieden. Das war eine enge Entscheidung. Wir haben ein paar Faktoren mit reingenommen, die für uns wichtig waren für das Spiel – die können sich jederzeit auch, je nach Gegner, wieder verändern.“

Die Kölner hatten mit abwartenden Gladbachern gerechnet. Ein Grund dafür: Beim Gegner fehlten viele Verletzte, vor allem in der Offensive musste einiges ersetzt werden. Mit Sosa als offensiverer Lösung sollten die Kölner Probleme im Spiel mit dem Ball kleiner werden.

Gideon Mensah saß im Derby gegen Mönchengladbach nur auf der Bank.

Copyright: Herbert Bucco

Gideon Mensah saß im Derby gegen Mönchengladbach nur auf der Bank.

Während Mensah mit Ghana auf Länderspielreise war, konnte der nicht in seine Landesauswahl berufene Kroate seinen Trainer von sich überzeugen. Und das, obwohl er weder als Joker gegen den HSV (1:2) noch im Testspiel gegen Viktoria Köln (2:2) wirklich glänzte.

Ist Mensah die Lösung für Auswärtsspiele?

Wagner nach dem Derby: „Borna hatte super drei Wochen und hat es sich verdient, zu starten.“ Und weiter: „Trainingsleistungen muss man belohnen.“ Ob Sosa auch am Freitag in Frankfurt von Beginn an spielt? Das ist noch nicht entschieden.

Wagner sagt dazu: „Beide Spieler haben viel erlebt im Fußball, haben eine gute Qualität und viel internationale Erfahrung. Deswegen ist das ein sehr spannendes Rennen. Ich glaube, nach der Leistung jetzt gegen Gladbach hat Borna vielleicht den Millimetervorsprung. Aber wir haben auch gesehen, wie schnell das gehen kann, dass der andere wieder aufholt. Von daher: ein super enges Rennen. Beide geben Vollgas im Training und machen es mir gerade beide nicht leicht, eine Entscheidung zu treffen.“

Gegen Gladbach zeigte Sosa hinten Schwächen. In der ersten Hälfte legte er aber die erste Chance von El Mala auf. Und sein Freistoß in der 26. Minute führte zum 1:0 durch Johannesson. „Die Idee war, mit ihm nach Standards gefährlich zu werden“, so Wagner. Was er nicht erwähnte: Gegen Joe Scally hatte Sosa in der Defensivarbeit einige bedenkliche Szenen.

Ob Mensah gegen die offensiv deutlich stärkeren Frankfurter die Wahl für die linke Abwehrseite in der Fremde wird, bleibt abzuwarten. Gut möglich, dass die Kölner in Frankfurt erst einmal auf Arbeit gegen den Ball setzen. „Borna hat eine andere Dynamik, gibt uns andere Lösungen mit dem Ball“, sagt Wagner. Heißt für Mensah: Das engste Duell im Kölner Kader ist für ihn noch nicht endgültig verloren. (red)