Abo

Wegen FC-PlakatBasler wettert: „Die Kölner zerstören sich ja selbst!“

Beim 1. FC Köln herrscht Unruhe um Trainer Lukas Kwasniok. Mario Basler sieht seine FC-Klischees bestätigt.

Beim 1. FC Köln ist vor dem Hinrunden-Abschluss richtig Musik drin. Trainer Lukas Kwasniok steht nach sieben sieglosen Spielen in der Kritik. Mario Basler sieht seine Vorurteile über das Umfeld des Vereins bestätigt.

Dass sich die Fans beim 2:2 des FC in Heidenheim mit einem Plakat offen gegen Kwasniok positionierten, kann Basler nicht nachvollziehen. „Das versteht ja auch kein Mensch mehr. Aber das ist ja typisch Köln“, wetterte Basler in seinem Podcast „Basler Ballert“.

Basler: „Die Kölner verlieren halt relativ schnell die Nerven“

Der frühere Nationalspieler, der für seine kernigen, aber selten tiefgreifenden Analysen bekannt ist, erinnerte an die gänzlich andere Stimmung zu Saisonbeginn. „Die gewinnen zwei Spiele, dann herrscht da eine große Euphorie. Deutscher Meister wird nur der FC Köln. Und jetzt heißt es wieder: Der Trainer muss weg, der Trainer muss weg. Da hängen schon Plakate!“

Der für einen Aufsteiger herausragende Saisonstart hatte in Köln tatsächlich eine große Euphorie ausgelöst, die mittlerweile ins komplette Gegenteil umgeschlagen ist. Mit Meisterschaft und Champions League beschäftigte sich im FC-Anhang aber natürlich niemand ernsthaft. Zudem ging es zumindest der aktiven Fanszene, aus der das angesprochene „Kwasni yok“-Plakat kam, wohl nicht vornehmlich um rein sportliche Kritikpunkte.

Basler ist dennoch auf dem Baum. „Die Kölner, ich sage es einmal knallhart, die zerstören sich ja selbst. Die eigenen Fans bringen sehr viel Unruhe in den Verein“, sagte er. „Es ist klar, dass sie mit den letzten sieben Spielen, von denen sie keins gewonnen haben, nicht zufrieden sind. Aber am Anfang war alles super und toll und wie schön ... Der Kwasniok ein super Trainer ...“

Basler, der am Wochenende bei einem Hallenturnier in Cottbus Schlagzeilen schrieb, in dem er mitten im Spiel am Spielfeldrand ein Bierchen trank („Ich hatte halt Durst. In der Halle ist es immer sehr trocken“), empfiehlt den FC-Fans eine realistischere Erwartungshaltung an den Aufsteiger. „Die haben 17 Punkte. Die sind fünf Punkte vom Abstiegsplatz weg. Klar muss da mehr passieren. Aber was erwartet man denn?“

Er könne es jedenfalls nicht nachvollziehen, „dass man wieder auf den Trainer losgeht. Ich finde, Kwasniok hat einen tollen Job gemacht. Aber die Kölner verlieren halt relativ schnell die Nerven“, schimpfte Basler.

Grundsätzlich sei er der Meinung, dass die Fans, insbesondere die Ultras, im deutschen Fußball mittlerweile zu viel Macht hätten. „Das ist keine gute Entwicklung“, findet Basler. „Es wird dadurch nicht besser, wenn die Fans Unruhe reinbringen.“