Am Dienstag werden sich Thomas Kessler und Christian Keller vor Gericht wiedersehen. Es geht um den Transfer von Said El Mala von Viktoria Köln zum 1. FC Köln.
Wiedersehen vor GerichtKeller und Kessler sagen in El-Mala-Prozess aus – die Details

Copyright: Herbert Bucco
Thomas Kessler und Christian Keller sehen sich am Dienstag vor Gericht wieder.

Christian Keller ist zurück in Köln. Knapp ein Jahr nach seinem Aus beim 1. FC Köln kommt es am Dienstag (14. April 2026) erstmals zu einem Wiedersehen mit seinem Nachfolger Thomas Kessler – und zwar Gericht.
Im Prozess am Kölner Landgericht geht es um den Transfer von Said El Mala von Viktoria Köln zum 1. FC Köln. Kölns Geschäftsführer und sein Vorgänger sind dabei als Zeugen geladen. Der ehemalige Profi Abdenour Amachaibou verklagt Viktoria Köln auf eine Vermittlungsgebühr von rund 40.000 Euro. Er argumentiert, dass er als maßgeblicher Tippgeber fungierte und den Wechsel des Talents zum 1. FC Köln überhaupt erst ermöglichte.
1. FC Köln: Protagonisten sagen wegen El-Mala-Transfer aus
Christian Keller sagte dazu damals im Interview mit EXPRESS.de: „Im Februar 2024 hat mich ein guter Freund angerufen und darauf hingewiesen, dass bei der Viktoria gerade ein junger Spieler eingewechselt wurde, den ich mir unbedingt so schnell wie möglich selbst anschauen müsse. Weil er zu 100 % in kürzester Zeit Bundesliga-Niveau haben wird. Noch am selben Abend habe ich mir das Video seines Einsatzes angesehen und umgehend alles in die Wege geleitet, damit wir Said und auch seinen Bruder Malek für den FC gewinnen.“
Nur durch diesen Anruf sei der Ex-Boss auf das Ausnahmetalent aufmerksam geworden. Die Scouting-Abteilung des FC hatte El Mala zwar auf dem Schirm und sich im Dezember 2023 sogar mit ihm und seiner Familie getroffen, allerdings war der Spieler zunächst nur für die U19 bzw. U21 vorgesehen.
Keller bekam wie in so einem Fall üblich davon nichts mit, obwohl die Scouts damals die Möglichkeit gehabt hätten, El Mala hochzuranken und zur Chefsache zu erklären. Amaichaibous Anruf war dann der Auslöser, dass sich auf Geschäftsführer-Ebene mit El Mala beschäftigt wurde.
Danach musste alles Spitz auf Knopf passieren. Borussia Dortmund hatte El Mala längst einen unterschriftsreifen Vertrag vorgelegt, die Mutter – die inzwischen Beraterin ihres Sohnes ist – bat die Viktoria-Bosse damals sogar um eine Wechsel-Erlaubnis zum BVB. Dann grätschte im letzten Moment aber noch der FC mit der Aussicht auf die Profis – beim BVB war er zunächst nur für die 2. Mannschaft vorgesehen – und dem Versprechen, auch Bruder Malek zu holen, dazwischen.
Für den Ausgang des Prozesses ist aber eine andere Tatsache entscheidend. Die Frage, die das Gericht klären muss, ist: Hat Viktoria Amachaibou ein offizielles Mandat erteilt, einen zahlungskräftigen Klub für El Mala zu finden?
Neben Keller und Kessler sind als Zeugen auch Viktoria-Sportvorstand Franz Wunderlich, der frühere Sportliche Leiter Stephan Küsters und Vereinslegende Mike Wunderlich.

