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Keine Eiszeit, aber fehlende KenntnisSo geht es weiter mit El Mala und dem FC

Said El Mala (r, 1. FC Köln) bejubelt sein Tor zum zwischenzeitlichen 1:2 beim FC Bayern mit Kristoffer Lund.

Copyright: Tom Weller/dpa

Said El Mala (r, 1. FC Köln) bejubelt sein Tor zum zwischenzeitlichen 1:2 beim FC Bayern mit Kristoffer Lund.

Der 1. FC Köln hätte Said El Mala früh in diesem Sommer verkaufen können. Doch die Familie zog überraschend die Reißleine. Wie geht es jetzt weiter?

Schon nach dem erreichten Klassenerhalt war klar: Die Transferaktivitäten des 1. FC Köln hängen in diesem Sommer stark von einer Personalie ab. Wird Said El Mala verkauft?

Der 19-Jährige könnte dem FC die Rekordablösesumme von rund 50 Millionen Euro in die Kassen spülen. In den Gremien wurde zuvor schon intensiv darüber beraten, was der richtige Weg ist. Will man ein Team um den Senkrechtstarter bauen? Oder will man ihn ziehen lassen und mit großen Teilen der Einnahmen den Kaderumbruch größer gestalten? 

1. FC Köln hat Entscheidung von Familie El Mala noch nicht verstanden

Kurz vor Fronleichnam (4. Juni) war dann klar, dass man einen Deal mit dem FC Brentford anstrebt. Schon Tage zuvor hatte Sportgeschäftsführer Thomas Kessler (40) gesagt, dass ein Angebot vorliegen würde, bei dem er „gesprächsbereit“ sei. 

Doch als dann publik wurde, dass der FC die Gespräche finalisieren will, zog Mutter Sabrina El Mala die Reißleine. Das sorgte beim FC für ratlose Gesichter, schließlich hatte Said den klaren Wunsch geäußert, in die Premier League zu wechseln. Brentford hatte dem Vernehmen nach auch nur ein Angebot beim FC abgegeben, weil man sich mit den El Malas weitestgehend einig war und eine Zusage hatte.

Kessler sagte nach den geplatzten Verhandlungen: „Es ist richtig, dass wir für Said ein Angebot erhalten haben, dessen wirtschaftliche Dimension sehr nahe an den Voraussetzungen lag, bei denen wir uns grundsätzlich mit einem Transfer beschäftigt hätten. Nach reiflicher Überlegung hat sich Said jedoch gegen einen Wechsel zu diesem Klub entschieden. Damit war das Thema für uns abgeschlossen.“

Abgeschlossen ist das Thema aber noch lange nicht. Die Frage ist nur: Wie geht es jetzt weiter? Auch wenn erst einmal Ratlosigkeit nach der plötzlichen Absage herrschte, steht der FC weiterhin in engem Kontakt mit den El Malas. Es gibt also keine Eiszeit zwischen den Parteien. Nach Informationen von EXPRESS.de hat man beim FC aber bislang noch nicht nachvollziehen können, was genau den Sinneswandel bei der Familie ausgelöst hat.

Gründe könnte es mehrere geben. Aus England heißt es, dass der Wechsel daran gescheitert sein könnte, dass Bruder Malek keine schnelle Aufenthaltsgenehmigung bekommen hätte und Brentford ihn somit nicht mitverpflichten wollte. Es ist aber auch möglich, dass die Familie im Hintergrund ein besseres Angebot bekommen hat. Beim FC weiß man noch von nichts.

Der Klub hat also aktuell kein konkretes Angebot vorliegen. Ein neuer Klub müsste sich erst mit den El Malas einig sein, dann tritt man an den FC heran. Doch die Kölner machen deutlich, dass man bei den Ablöseforderungen stabil bleibt: Rund 50 Millionen Euro müssen geboten werden! Ansonsten bleibt Said auch in der kommenden Saison im FC-Kader.

Kessler möchte El Mala nicht zu spät im Sommer verkaufen

Eine weitere Einschränkung: Kessler will Said El Mala nicht auf den letzten Drücker verkaufen. Er würde große Teile der Einnahmen noch in den Kader stecken. Das Transferfenster schließt am Dienstag, 1. September 2026, um 20 Uhr.

Man kann davon ausgehen, dass rund um die Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko (11. Juni bis 19. Juli) noch reichlich Bewegung in den Markt kommt. Durch Transfers verfügen manche Klubs dann plötzlich über Einnahmen, die bisher nicht absehbar sind. Dann könnte auch El Mala bei einigen wieder zum Zielobjekt werden.

Beim FC wird hinter den Kulissen weiter diskutiert, wie man mit El Mala umgeht. Kölns Vizepräsident Jörg Alvermann sagte gegenüber EXPRESS.de: „Dass sich die zuständigen Gremien und die Geschäftsführung bei einem Spieler dieser sportlichen und wirtschaftlichen Größenordnung intensiv mit allen Optionen auseinandersetzen, ist ein völlig normaler und professioneller Vorgang. Eine Kontroverse oder gar einen Richtungsstreit gibt es dabei nicht. Wir wägen alle Szenarien sachlich ab, das ist unsere Verantwortung.“

Stand jetzt muss Kessler den Kader mit Said El Mala planen und ohne die 50 Millionen Euro. Für die Verpflichtung der Leihspieler Tom Krauß und Jakub Kaminski wurden schon neun Millionen Euro ausgegeben. Hinzu sollen rund fünf Millionen für Simpson-Pusey kommen. Finanzgeschäftsführer Philipp Türoff versichert gegenüber EXPRESS.de: „Der FC hat sich in den vergangenen Jahren finanziell so solide aufgestellt, dass wir auch ohne einen sofortigen Transfererlös bei Said El Mala in der Lage sind, den Kader zu verstärken.“

Doch üppig kann Kessler nicht planen. Es ist davon auszugehen, dass der FC in den kommenden Tagen geschickte Lösungen präsentieren wird. Auch neue Leihgeschäfte dürften dabei ein Thema sein.

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