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„Schwachsinn!“Hector versteht Nagelsmann nicht – und zieht Vergleich zu Kwasniok

Aktualisiert:

Nach seinem Umgang mit der Personalie Deniz Undav gibt es an Julian Nagelsmann Kritik – auch von Jonas Hector. Der Ex-FC-Kapitän fühlt sich an Lukas Kwasniok erinnert.

Nach den beiden erfolgreichen, aber nur bedingt überzeugenden Länderspielen gegen die Schweiz (4:3) und Ghana (2:1) gibt es Gegenwind für Julian Nagelsmann. Vor allem sein öffentlicher Umgang mit Deniz Undav wird kritisiert. Auch der frühere Nationalspieler Jonas Hector kann Nagelsmanns Vorgehen nicht wirklich nachvollziehen.

Obwohl Undav aktuell der erfolgreichste deutsche Stürmer ist, sieht Nagelsmann ihn bei der WM nur als Joker. Das machte der Bundestrainer nach Undavs Siegtreffer bei dessen Heimspiel in Stuttgart gegen Ghana noch einmal deutlich.

„Da sind ein paar Parallelen zum FC diese Saison“

Darauf angesprochen, ob sich an der für Undav geplanten Jokerrolle noch etwas ändern könnte, sagte Nagelsmann: „Eher unwahrscheinlich, weil ich die Rollengespräche nicht geführt habe für den März, sondern für die WM.“ Zudem kritisierte er Undavs Leistung bis zum Tor.

Über genau diese Aussagen diskutierten auch Hector und ZDF-Comedian Fabian Köster in der neuesten Ausgabe ihres Podcasts „Schlag und Fertig“. Köster wunderte sich massiv über Nagelmanns Auftreten nach dem Spiel. „Das ist so ohne Not, dann sag doch gar nichts dazu, aber jemanden, der gerade in einer super Form ist, warum den so runterbuttern?“

Hector sah es ähnlich. Aus seiner Sicht machte der Bundestrainer eine unnötige Baustelle auf. „Wenn der bei der einen oder anderen Aussage ein bisschen vorsichtiger ist, dann kommt das gar nicht so auf, dann wird auch gar nicht so extrem diskutiert“, sagte der frühere Kapitän des 1. FC Köln – der sich sofort an seinen Ex-Klub erinnert fühlte: „Ich meine, beim Ex-Trainer von Köln haben wir das ja auch manchmal angemerkt. Da ist dann auch eine klare Kante, aber das kann dir eben auch auf die Füße fallen. Ist einfach so.“ 

Natürlich eine Anspielung auf Lukas Kwasniok. Und auch konkret inhaltlich stellten die beiden Podcaster im Folgenden durchaus Parallelen zwischen dem DFB-Coach und dem mittlerweile geschassten FC-Trainer fest.

Jonas Hector nachdenklich mit einer Hand im Gesicht.

Copyright: IMAGO/Jan Huebner

Jonas Hector würde Julian Nagelsmann zu mehr Zurückhaltung raten.

Köster präsentierte Hector nämlich noch eine weitere Nagelsmann-Aussage. „Dann hat er noch gesagt: ‚Ja, ist halt die Jokerrolle und wenn er schon vorher 70 Minuten spielt, dann hat er gar nicht die Kraft noch, den da so reinzuspitzeln.‘ Ich denke mir, warum machst du denn jetzt auch noch die Leistung so madig? Der schießt das entscheidende Tor und du sagst, wenn er vorher gespielt hätte, hätte er den nicht gemacht“, fasste der aus der „heute-show“ bekannte Comedian zusammen.

Dazu fällte Hector ein klares Urteil: „Das ist auch Schwachsinn! Da sind ein paar Parallelen zum FC diese Saison“, sagte der frühere Linksverteidiger und erinnerte sich an Kwasnioks Begründungen, warum er Senkrechtstarter Said El Mala häufig nur von der Bank gebracht hatte:  „Das sind auch diese El-Mala-Sachen: ‚Wenn der reinkommt, ist er frischer‘. In Bremen hat der auch über 90 Minuten gespielt und hat dann in der 90. das 1:1 gemacht.“

Bei Kösters provokanter Frage, ob Nagelsmann womöglich einen „Lukas-Kwasniok-Lehrgang“ besucht habe, wollte sich Hector dann aber nicht festlegen. „Oder andersrum, weiß ich nicht“, sagte er schmunzelnd. Abschließend sagte er über Nagelsmanns Undav-Kontroverse: „Also ich wäre glaube ich nicht so, sagen wir es mal so ...“

Lukas Kwasniok steht mit Winterjacke und Kappe im Stadion.

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