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„Wilde Horde“ von Brand betroffenHöchster Spendenbetrag kommt von den FC-Profis

Nach dem Brand, der das Hauptquartier der FC-Ultragruppierung „Wilde Horde“ zerstört hat, läuft eine Spendensammlung – mit prominenter Beteiligung.

Ein verheerender Brand in einer Werkstatt in Köln-Bickendorf hat auch das Hauptquartier der Ultra-Gruppierung „Wilde Horde“ in weiten Teilen zerstört. Die Mitglieder erfuhren am Samstag auf dem Weg zum Spiel des 1. FC Köln bei Bayern München von dem Brand und machten kehrt – doch sie konnten nichts mehr ausrichten.

Nach EXPRESS.de-Infos wird der Schaden in der seit 2011 angemieteten Lagerhalle auf 50.000 bis 70.000 Euro geschätzt. Die komplette Inneneinrichtung wurde zerstört, auch die Heizungsanlage ist betroffen. Dem Gebäude droht der Abriss, ein Statiker wird in den kommenden Tagen hinzugezogen. Es sieht so aus, als müsse sich die „Wilde Horde“ ein neues Quartier suchen. Was noch schwerer wiegt: Zahlreiche Erinnerungen in Form von Fotos, Videos, Banner, Fahnen und Spruchbändern der vergangenen 30 Jahre wurden zerstört.

„Wilde Horde“-Hauptquartier bei Brand zerstört

Während vom Erzfeind aus Gladbach Spott in Form eines Banners in der Nordkurve des Borussia-Parks kam („Auf der Asche tanzt der VfL“), zeigten sich viele FC-Fans solidarisch – auch bei einer Spendenaktion, die noch am Samstag von älteren Mitgliedern der Gruppierung ins Leben gerufen wurde.

„Heute ist ein Stück Kölner Fangeschichte durch einen Brand zerstört worden! Unser Raum ist durch einen Brand schwer beschädigt worden — der Ort der Wilden Horde, Ursprung der Kölner Ultras, größte Gruppe der Szene und eine Institution in dieser Stadt“, heißt es auf der entsprechenden Gofundme-Seite, die von einigen älteren Mitgliedern ins Leben gerufen wurde.

Und weiter: „In diesem Raum steckten Jahre unseres Lebens: Herzblut, Arbeit, Erinnerungen, Material, Fahnen, Geschichten und Gemeinschaft. Vieles davon ist innerhalb weniger Stunden verloren gegangen. Aber eins ist klar: Wir lassen uns davon nicht brechen. Jetzt stehen wir zusammen. Für unseren Raum. Für unsere Kurve. Für unsere Geschichte. Jeder Euro hilft uns beim Wiederaufbau, beim Ersetzen von zerstörtem Material und dabei, wieder aufzustehen — stärker als vorher.“ Sollte noch Geld übrig bleiben, wird es für soziale Zwecke gespendet.

Bis kurz vor Mitternacht waren bereits fast 15.000 Euro zusammengekommen. Auch FC-Verantwortliche beteiligten sich. So tauchte der höchste Spendenbetrag unter dem Namen Thomas Kessler auf. 1.948 Euro, in Anlehnung an das Gründungsjahr des Bundesliga-Vereins, zahlte der Sport-Geschäftsführer des FC ein. In der Nacht zog Unternehmer und Ex-Vorstandskandidat Wilke Stroman mit der gleichen Summe nach.

Die allererste Spende kam von „Wilde Horde“-Mitbegründer und Unternehmer Pascal Göllner. Auch andere in Köln bekannte Namen wie der von Lionel Souque (FC-Aufsichtsratsvorsitzender und Rewe-Boss), Carsten Wettich (Ex-Vize-Präsident), Stacy Krott (stellvertretende Vorsitzende des Mitgliederrats) oder Martin Schlüter (Gastronom und Podcaster) tauchen auf der Liste auf. 

UPDATE: Am Sonntagmorgen (10 Uhr) wurden bereits knapp 36.000 Euro eingesammelt. Die höchste Einzelspende lag bei 2500 Euro – und kam aus der Mannschaft: FC-Profi und Ersatztorwart Matthias Köbbing ließ sich in seiner Funktion als Kassenwart der Geißböcke nicht lumpen und spendete den Betrag im Namen der FC-Profis, wie er EXPRESS.de am Sonntagmorgen bestätigte.

Der Brand war am Samstagmorgen ausgebrochen. Auch die WarnApp Nina löste aus. Die betroffenen Gebäude wurden erheblich beschädigt und gelten laut Feuerwehr derzeit als einsturzgefährdet. Nach rund drei Stunden wurde das Feuer unter Kontrolle gebracht.

Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Schweißarbeiten in der Werkstatt könnten das Feuer ausgelöst haben. Ein Anschlag oder Vorsatz können ausgeschlossen werden.

Tom Bischoff am Ball gegen den 1. FC Köln.

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