3

Nach Wut wegen El MalaPlötzliche FC-Wende beim BVB: „Bei Kessler bedanken“

Said El Mala zog es nach dem langen Transfer-Poker nicht zu Borussia Dortmund. Eine Woche nach den geplatzten Verhandlungen scheinen inzwischen alle Parteien glücklich.

Das ganz große Geschäft platzte mit einem Knall – sind am Ende dennoch alle Seiten zufrieden? Nach langen und intensiven Verhandlungen konnten sich der 1. FC Köln und Borussia Dortmund letztlich nicht auf den Transfer von Said El Mala (19) einigen. Zum Ende der vergangenen Woche wurden die Gespräche endgültig eingestellt.

Dass der immer näher rückende Wechsel am Ende nicht zustande kam, sorgte für viel zerbrochenes Porzellan – sowohl im Verhältnis der beiden Klubs als auch unter den Fans, die in den sozialen Netzwerken nicht mit gegenseitigen Provokationen sparten. Eine gute Woche später lässt sich aber erahnen: Es winkt ein Happy End auf allen Ebenen.

Dortmunder Ersatz für El Mala überzeugt gegen Bayern

Der FC ruhte sich auf den Lorbeeren im knallharten Poker um El Mala nicht aus, setzte stattdessen mit der Vertragsverlängerung ohne Ausstiegsklausel sogar noch eins drauf. Nach einem eher zähen Transfer-Sommer elektrisierte die Nachricht am Donnerstag die Massen in Köln.

Der BVB war immerhin schon während der Verhandlungen mit dem FC mehrgleisig gefahren und konnte kurze Zeit später den Griechen Giannis Konstantelias (23) als Ersatzmann vorstellen. 26 Millionen Euro kostete der Nationalspieler von PAOK Saloniki. Geht es nach den Dortmunder Fans, war der feine Techniker jeden einzelnen Euro dieser Ablöse wert.

Mehr News für dich

Mikey Moore im Zweikampf mit Mamadou Sangaré.

Böser Fehlstart

Trainer kritisiert FC-Leihkandidat: „Viele Fehler“

Beim Supercup gegen den FC Bayern kam der Neuzugang zur Pause beim Stand von 0:2 ins Spiel und half dabei, den BVB wiederzubeleben. Über die linke Seite ließ er sein Können immer wieder aufblitzen, beeindruckte trotz kurzer Eingewöhnungszeit auch auf hohem Niveau mit extrem enger Ballführung und einem guten Auge für die neuen Kollegen.

Das Debüt verzückte viele Dortmunder Fans, die plötzlich einen schnellen Kurswandel vollzogen. War Kölns Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler (40) für seinen knallharten Verhandlungsstil vor einer Woche noch als Buhmann mit wüsten Schmähungen bedacht worden, gab es beim Kurznachrichtendienst X nun schon die ersten Danksagungen.

Dribbling von Giannis Konstantelias im Trikot von Borussia Dortmund.

Copyright: IMAGO/kolbert-press

Starkes Pflichtspiel-Debüt für den BVB: Giannis Konstantelias überzeugte gegen den FC Bayern.

„Danke an Don Kessler, dass er bei El Mala so stur geblieben ist“, schrieb ein zufriedener BVB-Anhänger zu einem Bild von Konstantelias. Ein anderer ergänzte: „Wir müssen uns bei Kessler bedanken, 25 - 30 Millionen günstiger als El Mala, dazu noch ein besserer Spieler als ein El Mala.“

Ein User merkte gar scherzhaft an, die Dortmunder müssten Kessler „eine Statue bauen“, weil erst seine Standhaftigkeit bei El Mala den Schwarz-Gelben ihren zweiten Griechen-Transfer des Sommer ermöglicht hatte.

Mit den höhnischen Kommentaren aus Dortmund wird Kessler selbstverständlich gut leben können. Für den 1. FC Köln war sein Umgang mit den BVB-Angeboten für El Mala schließlich die allerbeste Lösung, und nichts anderes ist seine Aufgabe als Geschäftsführer.

Kurios: Die BVB-Bosse wollten El Mala zwar unbedingt holen und hätten – Bonuszahlungen eingerechnet – über 50 Millionen Euro für einen neuen Rekord-Transfer hingeblättert. Dennoch gestand Sportdirektor Ole Book (40) schon vor einer Woche über den deutlich günstigeren Konstantelias im Vergleich zum umworbenen Kölner: „So, wie wir Fußball spielen, ist das sogar ein sehr viel besserer Fit.“

Mikey Moore im Zweikampf mit Mamadou Sangaré.
Böser Fehlstart
Trainer kritisiert FC-Leihkandidat: „Viele Fehler“