Beim „E Levve lang“-Talk wurde am Dienstagabend über den 1. FC Köln geredet. Für Funkel gab es eine heikle Frage aus dem Publikum. Calli versuchte, ihn zu retten.
FC-TrainerfrageCalli will ihn retten, Funkel spricht von Wunsch

Am Dienstagabend (3. November 2026) wurde bei „E Levve lang – der Talk zum FC“ von EXPRESS und Kölner Stadt-Anzeiger im Audizentrum Köln-Mitte Fleischhauer über den 1. FC Köln geplaudert.
Zu Gast waren Reiner Calmund (77) und Friedhelm Funkel (72). Durch die Veranstaltung führten Jürgen Kemper (EXPRESS) sowie Lars Werner und Christian Löer vom Kölner Stadt-Anzeiger. Vor der nächsten Länderspielpause steht das Rhein-Duell mit Bayer Leverkusen (Sonntag, 8. November 2026, 15.30 Uhr) an.
Friedhelm Funkel: Bei jüngeren Trainern geht einiges verloren
Nach den ersten 45 Minuten und einer deftigen Currywurst in der Pause durften auch die rund 200 Zuschauer Fragen stellen. Eine Frage lautete: „Friedhelm, würdest du nochmal beim FC als Trainer arbeiten?“
Calli grätschte sofort ein und versuchte, Funkel vor der fiesen Frage zu retten: „Der Friedhelm – wenn SOS gefunkt wird, bin ich überzeugt, dass er einspringt. Wenn er sich jetzt äußern würde, wäre das nicht fair gegenüber dem aktuellen Trainer. Das kann er als Trainer mit einem Kollegen nicht machen, deswegen antworte ich.“
Mit einem Schmunzeln vermutete Calli ein paar „Drecksäcke“ im Publikum. Einige würden sogar so sehr bohren, dass sie besser als Zahnarzt arbeiten würden.
Friedhelm Funkel wollte dann doch selbst noch antworten, sagte: „Das hat Calli super gemacht. Was ich mir wünsche, können sich viele, viele Menschen denken. Aber man darf Wünsche nicht immer aussprechen. Aber wenn, dann mache ich mir Gedanken, das habe ich immer gesagt.“
Dann wurde weiter über moderne Trainer gesprochen: Fehlt es an Kreativität? Wird zu sehr auf Analysen und Daten gesetzt? Funkel hat klare Ansichten: „Ja, aber bei mir nicht! Ich habe aber schon das Gefühl, dass bei vielen jüngeren Trainern einiges verloren geht. Wenn man nur auf Daten und Analysen setzt, geht viel Kreativität bei den Spielern verloren. Ich gebe drei, vier, fünf Dinge vor. Aber nicht 25.“
Funkel weiter: „Die Spieler werden überfrachtet, dass sie gar nicht mehr genau wissen, was sie machen sollen. Sie müssen es aber selbst machen, dann schauen sie nach draußen, da kann der Trainer auch nicht helfen. Spieler müssen selbst Lösungen entwickeln, und dafür brauchen sie auch Freiheiten.“
Der Altmeister plauderte dann aus dem Nähkästchen bei seiner letzten FC-Station: „Was ich zu Luca Waldschmidt gesagt habe: ,Du kannst machen, was du willst, wenn du den Ball hast.‘ Aber wenn der Gegner den Ball hat, musst du Dinge für die Mannschaft machen.“
Bei Said El Mala würden Fans genau diese Komponente lieben: „Ja, der hat die Freiheiten und das zu Recht. Er dribbelt alleine an, auch wenn er dreimal hängen bleibt, dann trifft er beim vierten Mal. Das wollen die Fans doch sehen, nicht eine Mannschaft im taktischen Geflecht gefangen.“
Weitere Ratschläge von Funkel an moderne Trainerkollegen, die zu viel auf Daten schauen: „Nach Bauchgefühl entscheiden. Auch im Training mal an die Grenzen gehen. Dienstags oder mittwochs kann ich die Spieler belasten, das ist überhaupt keine Frage. Entscheidend ist: Du musst in die Herzen der Spieler. Das heißt nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen. Aber zwei Tage später sollte man sich wieder in den Armen liegen. Respekt und Menschlichkeit sind mehr wert als Daten oder sonst irgendwas.“

