In der 3. Liga soll Yannik Mausehund wichtige Spielpraxis sammeln. Nun muss er erst einmal pausieren.
„So ehrlich muss ich sein“FC-Leihspieler mit bitterem Platzverweis – Trainer tobt

Bitterer Rückschlag für FC-Talent Yannik Mausehund (20). Der Innenverteidiger hat sich bei seinem Leihklub TSV Havelse mittlerweile in die Startelf gekämpft, spielte in der 3. Liga zuletzt viermal in Serie von Anfang an.
So auch am Dienstagabend, als die Niedersachsen bei Tabellenführer MSV Duisburg zu Gast waren. Doch in der 64. Minute war die Partie für den gebürtigen Berliner beendet. Der Grund: eine Gelb-Rote Karte.
Havelse-Trainer beklagt Benachteiligung
Für einen Rempler zeigte Schiedsrichterin Davina Lutz dem jungen Abwehrspieler beim Stand von 1:0 für die Gäste (Dennis Nduka, 39.) die Ampelkarte. Im ersten Durchgang war er verwarnt worden, weil er in einem Zweikampf den Arm ausgefahren hatte. Mit einem Mann weniger kassierte Havelse in der 79. Minute zunächst den Ausgleich durch Patrick Sussek. Spät in der Nachspielzeit besiegelte Dennis Duah (90.+4) durch ein Eigentor die bittere Niederlage.
Entsprechend groß war der Frust bei Trainer Samir Ferchichi. Er sah seine Mannschaft gegen die Zebras klar benachteiligt – auch, wenn er zugeben musste, dass Mausehunds Platzverweis in Ordnung ging.
„Ich glaube schon, dass das am Ende eine Gelb-Rote Karte ist. Aber letztendlich muss man das im Gesamtkontext sehen. Vielleicht zeigt ihr auch mal die Szene an der Linie, als der Ellenbogen ins Gesicht von unserem Spieler geht. Das wäre mal interessant, weil das Situationen sind, die klar entschieden worden sind“, sagte Ferchichi im Interview mit MagentaSport. Gemeint war eine Szene um die 80. Minute herum, als Can Coskun mit dem Ellbogen einen Gegenspieler im Gesicht traf.
„Letztendlich werden die Dinge, so ehrlich muss ich sein, gegen den kleineren Verein gepfiffen. Da stelle ich mich vor meine Jungs und sage: Sie haben brutal gefightet, sie haben brutal gearbeitet“, so der Havelse-Coach. „Wir arbeiten Woche für Woche sehr, sehr hart, damit wir diese Spiele so bestreiten können, wie wir sie bestreiten. Dann finde ich es sehr, sehr schade, dass Spiele durch die ein oder andere Situation so entschieden werden und wir in der letzten Minute so den Kürzeren ziehen.“
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Der Frust ist verständlich. Durch die Last-Minute-Niederlage steckt Halvelse mit vier Punkten aus sechs Spielen weiter im Tabellenkeller fest.
Mausehund, der sich in der 3. Liga wichtige Spielpraxis holen soll, muss nun erst einmal pausieren. Durch seine Gelb-Rote Karte verpasst er am kommenden Spieltag das Duell gegen Fortuna Köln. Das Spiel findet während der Länderspielpause statt, wurde vom 19. auf den 25. September verlegt. Havelse hatte die Verlegung beantragt, weil der Drittligist derzeit das Stadion von Hannover 96 mitnutzt. Der Zweitligist hat am kommenden Wochenende ebenfalls ein Heimspiel.
Für den Kölner Leihspieler heißt es nun, zu hoffen, dass er seinen Stammplatz durch die Sperre nicht wieder verliert. Der FC hatte den Innenverteidiger im Januar 2025 von Hertha BSC verpflichtet. Nach einer längeren Verletzungspause wurde er anschließend Stammspieler in der U21, durfte sich unter Lukas Kwasniok und auch während der Vorbereitung in diesem Sommer unter René Wagner häufiger im Profitraining zeigen.
In Havelse soll er den nächsten Entwicklungsschritt machen. Vor seiner Leihe verlängerte er noch seinen Vertrag beim FC bis 2028. „Der Fußball in der 3. Liga ist sehr intensiv und physisch, das passt zu meinen Stärken. Ich möchte mich schnell und gut an die Liga anpassen und freue mich darauf, auf Profiniveau den nächsten Schritt zu gehen“, sagte Mausehund Anfang August.
