„Extra Schlag ins Gesicht“ Baumgart lässt FC-Frust raus: „Das ist, was mich ankotzt“

Steffen Baumgart steht beim Bundesliga-Spiel gegen Hertha BSC im Berliner Olympiastadion am Samstag an der Seitenlinie.

Steffen Baumgart beim Bundesliga-Spiel gegen Hertha BSC im Berliner Olympiastadion am Samstag (12. November 2022)

Nach dem 0:2 bei Hertha BSC machte Steffen Baumgart, Trainer des 1. FC Köln, seinem Ärger über das Marathon-Programm der vergangenen Monate Luft.

So froh der FC über die nun anstehende Bundesliga-Pause ist, so sehr frustriert Steffen Baumgart (50) der Spielplan-Wahnsinn der letzten Monate!

Nach dem Jahres-Finale bei Hertha BSC (0:2 am Samstag, 12. November 2022) teilte der Köln-Coach erneut gegen die Verbands-Funktionäre aus, die den Termin-Stress und die Winter-WM zu verantworten haben.

Steffen Baumgart: „Dass dieses Jahr einiges nicht stimmt, ist das Thema“

„Wir können über die Pause reden, aber ich würde gerne über das andere davor reden. Warum ist dieser Termin-Stress gekommen? Warum ist das eigentlich alles passiert?“ So Baumgart, der zuletzt schon die UEFA („Holt mal das Zäpfchen aus dem Hintern“) und DFL („Ganz kluge Leute“) ins Visier genommen hatte.

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„Die Pause kommt im November, seid mir nicht böse – wir spielen normalerweise einen Monat länger. Dass in diesem Jahr einiges nicht stimmt, das ist doch das Thema. Dieser Stress im internationalen Bereich, dass es gar keine Trainingswochen mehr gibt, ist auch nicht normal“, schimpft der FC-Coach.

Köln absolvierte 24 Pflichtspiele in 106 Tagen – gemeinsam mit dem FC Bayern München, RB Leipzig und Eintracht Frankfurt die meisten aller deutschen Klubs!

„Das haben Leute zu verantworten, die so tun, als wäre das alles mal auf einer Arschbacke abgesessen“, sagt Baumgart. „Und das ist, was mich ankotzt. Wie es aussieht, sind wir im Showgeschäft, nicht im Fußball. Dann müssen wir damit leben.“

Steffen Baumgart: „Ich war der Einzige, der noch relativ fit war“

Köln erwischte es durch die Nebel-Unterbrechung im Conference-League-Spiel beim FC Slovacko und die anschließende Mini-Pause (nicht mal 53 Stunden) bis zur Hoffenheim-Partie zuletzt besonders hart. „Wir sind in diesem Halbjahr noch mal extra mit dem einen oder anderen Schlag ins Gesicht getroffen worden“, erinnert der Trainer.

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Seinen Spielern war vor allem bei den letzten beiden Auswärts-Auftritten in Freiburg (0:2) und nun im Berliner Olympiastadion anzusehen, dass der Tank leer ist.

„Die Jungs sind durch“, bestätigt Baumgart: „In der zweiten Halbzeit war ich da draußen der Einzige, der noch relativ fit war. Ich habe versucht, noch mal etwas hinzukriegen – aber ich glaube, die Jungs haben gar nicht mehr zugehört. Es ging einfach nicht mehr.“

Und das gilt aus seiner Sicht nicht nur für die Geißböcke: „Das sehen wir bei ganz vielen anderen Mannschaften auch, die einfach alle durch sind. Wo es Verletzte gibt, wo es aus meiner Sicht nicht mehr um den Menschen geht, sondern einfach nur darum: machen, tun. Egal, wie es ausgeht.“

Baumgart hatte schon vor dem Hertha-Spiel erklärt: „Die Belastung, die alle dieses Jahr hatten, ist mit nichts vergleichbar. So eine Situation entsteht halt, wenn nicht die Leute gefragt werden, die damit zu tun haben, sondern irgendwelche Leute im Büro entscheiden.“

„Aber“, kündigt er trotzig an, „wir stehen auf, nehmen es so, wie es kommt und freuen uns auf die Rückrunde. Als Mannschaft werden wir daraus gestärkt hervorgehen und alles positiv angehen, um dann wieder erfolgreich zu sein.“

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