„Alles andere ist Augenwischerei“ Seine erste FC-Krise: Baumgart ruft Abstiegskampf aus

Steffen Baumgart ist während der 0:2-Niederlage des 1. FC Köln bei Hertha BSC frustriert.

Steffen Baumgart während der 0:2-Niederlage des 1. FC Köln bei Hertha BSC am Samstag (12. November 2022)

Der 1. FC Köln verabschiedet sich in die Winterpause und meldet sich im Abstiegskampf an. Steffen Baumgart meint nach der Pleite bei Hertha BSC: „Alles andere ist Augenwischerei.“

Drei Pleiten zum Jahres-Abschluss, nur noch drei Punkte vor dem Relegationsplatz – Köln erlebt die erste Baumgart-Krise! Nach dem 0:2 bei Hertha BSC am Samstag (12. November 2022) schlägt der FC-Trainer Alarm: „Wir sind im Abstiegskampf! Da muss ich nicht drum herumreden.“

In seinen knapp eineinhalb Jahren am Geißbockheim muss Steffen Baumgart (50) erstmals das böse A-Wort in den Mund nehmen.

1. FC Köln mit nur einem Punkt und zwei Toren in fünf Bundesliga-Spielen

Die bitteren Fakten: Nur ein Zähler aus den letzten fünf Bundesliga-Spielen in 2022. Zum ersten Mal seit seinem Amtsantritt ist Köln nicht auf 40-Punkte-Kurs (aktueller Punkteschnitt 1,13). Das lange Zeit so komfortable Polster auf den Tabellenkeller ist aufgebraucht, Platz 16 lediglich eine Pleite entfernt.

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„Wir sind nicht nur dicht herangerückt, sondern drei Punkte vom Relegationsrang weg – das bedeutet Abstiegskampf. Alles andere ist Augenwischerei“, sagt Baumgart.

Bislang hatte der Erfolgscoach mit dem FC nie drei Liga-Niederlagen in Serie kassiert. Nun geht Köln als Dreizehnter in die WM-Unterbrechung – die schlechteste Platzierung seit der Relegations-Rettung. Weil Bochum plötzlich siegt, kommt sogar Rang 17, der den direkten Abstieg bedeutet, gefährlich nah.

Thomas Kessler: „Es ist wie mit meinen Kindern zu Hause“

Baumgarts Schuh drückt offensiv wie defensiv. Seine Abwehr verteilte in den vergangenen Wochen ein Geschenk nach dem anderen. Nur ein Beispiel: Das 0:1 bei der Hertha fiel wie schon das 0:2 in Freiburg nach einem Einwurf – trotz Fehler-Analyse. Kapitän Jonas Hector (32) schimpft: „Das ist zu billig.“

Lizenzbereich-Leiter Thomas Kessler (36) vergleicht die Mannschaft sogar mit seinen Kids: „Es ist ein bisschen so wie mit meinen Kindern zu Hause, wenn ich mit denen schimpfe. Die dürfen einmal einen Fehler machen und wenn sie den ein zweites Mal machen, kriegen sie mehr Ärger. Das sind einfach Themen, die brechen uns in solchen Spielen das Genick. Auf der anderen Seite haben wir super Möglichkeiten und nutzen sie nicht.“

Die Tor-Ausbeute spricht Bände: zwei Treffer in den vergangenen fünf Liga-Partien. Sargis Adamyans (29) Fehlschuss aus drei Metern über den leeren Hertha-Kasten war der traurige Höhepunkt der Offensiv-Krise, der FC muss den schwierigen Winter-Markt nach Verstärkung absuchen.

Mit einer besseren Chancenverwertung könnten die Geißböcke in ganz anderen Tabellenregionen überwintern, das weiß auch Baumgart: „Von der Leistung her hatten wir die Möglichkeit, mit mehr Punkten rauszugehen. Es ist gut, dass wir jetzt Ruhe reinkriegen und schauen, was wir gut und schlecht gemacht haben. Dann starten wir mit geistiger Frische in die Rückserie und wollen das, was uns ausgezeichnet hat, wieder auf den Platz bringen.“

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Die XXL-Winterpause (inklusive Texas-Tour ab Mittwoch) mit zehn Wochen bis zum nächsten Liga-Spiel ist Kölns Hoffnung, 2023 schnell aus dem Keller zu klettern. Endlich kommen verletzte Stars wie Dejan Ljubicic (25) und Mark Uth (31) zurück, endlich ist wieder Zeit für Trainingsarbeit.

Lange Winterpause soll 1. FC Köln helfen

„Deswegen bin ich total zuversichtlich, dass wir unsere Fehler abstellen und frühzeitig die 40 Punkte erreichen“, sagt Kessler, betont: „Auch wenn wir gerade alle enttäuscht sind, war das Jahr für den 1. FC Köln ein gutes. Wir müssen die Situation nicht negativer sehen als sie ist. Wir sind in einer Entwicklung, dazu gehören auch Rückschläge.“

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Das Fazit von Keeper Marvin Schwäbe (27): „Wir haben eine gute erste Halbserie gespielt, auch international. Natürlich fehlen sechs, sieben, acht oder neun Punkte angesichts der Leistungen, die wir gezeigt haben. Wenn wir die geholt hätten, würde es jetzt ganz anders aussehen.“

Sturm-Rakete Linton Maina (23) ist sicher: „Das Glück wird zurückkommen. Wir haben viele Spiele in den Knochen und die Pause wird uns allen guttun. Nächstes Jahr greifen wir wieder an!“ Damit Baumgart nicht bis Saisonende vom Abstiegskampf reden muss…

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