Einst als Wunderkind gefeiert, findet sich Max Meyer nun in einer Sackgasse wieder. Mit 30 Jahren ist er erneut auf der Suche nach einem neuen Verein.
Einst „Weltklasse“-JuwelEx-FC-Profi steht schon wieder ohne Verein da
Wieder steht Max Meyer ohne Vertrag da. Ein bitteres Déjà-vu für den Mann, der mal die große Hoffnung auf Schalke war. Sein letzter Verein, APOEL Nikosia auf Zypern, will den 30-Jährigen nicht behalten und lässt seinen Kontrakt auslaufen.
Für den Rekordmeister aus Zypern lief der gebürtige Oberhausener zwei Jahre auf, konnte aber kaum glänzen. Seine Ausbeute in beiden Saisons: mickrige sieben Torbeteiligungen über alle Wettbewerbe verteilt. Der große Traum von der Champions League platzte ebenfalls. Stattdessen durfte er in der Conference League nur für drei Kurzeinsätze ran, die sich auf insgesamt 90 Minuten summierten. Das berichtet „Sport1“.
Max Meyer: Absturz statt großer Karriere
Dabei wirkte sein Werdegang anfangs wie aus dem Bilderbuch. Mit 14 Jahren kam Meyer zur Knappenschmiede. Bei der U17-EM 2012 holte er sich die Torjägerkrone und wurde zum besten Spieler des Wettbewerbs gekürt, was ihm die Fritz-Walter-Medaille in Silber einbrachte. Schon mit 17 gab er sein Debüt in der Bundesliga und wurde blitzschnell zur festen Größe.
Ein Glanzlicht seiner jungen Laufbahn war die Silbermedaille, die er 2016 bei den Olympischen Spielen in Brasilien gewann, als er die DFB-Elf als Kapitän anführte. Doch 2018 kam der große Knall, der alles auf den Kopf stellte. Die Verhandlungen über einen neuen Vertrag bei Schalke platzten spektakulär.
Sein damaliger Agent, Roger Wittmann, soll Meyer gegenüber Schalke-Boss Christian Heidel als „Weltklasse“ betitelt haben. Er sei ein Fußballer, der „in jeder Mannschaft spielen“ könne und mit zur WM 2018 reisen würde. Diese Aussagen wurden zwar nie offiziell bestätigt, kleben aber seitdem an Meyer wie Pech.
Lange danach bezog Meyer selbst Stellung zu der ganzen Geschichte. „Ich hab das nie selber über mich behauptet. Ich habe nie gesagt: ‚Ich wechsle zu Barcelona oder Bayern München.‘ Ich hab ja fast gar nichts gesagt“, teilte er 2023 einem YouTuber mit. Er fügte hinzu: „Vielleicht war das der Fehler. Vielleicht hätte ich mich mal äußern sollen.“
Obwohl der Verein die Saison als Vizemeister beendete, war für ihn nur noch ein Platz auf der Tribüne reserviert. Danach startete eine Reise durch Europa, die ihn zu Crystal Palace, dem 1. FC Köln und Fenerbahce führte, bevor er beim FC Midtjylland und dem FC Luzern landete. In der Schweiz schien es kurz wieder bergauf zu gehen, Meyer war Stammspieler und führte das Team sogar als Kapitän an.
Doch auch diese Station war nach zwei Spielzeiten Geschichte. „Er konnte sich nicht zu einem Entscheid durchringen und daher haben wir unser Angebot zurückgezogen“, so die damalige Erklärung von Luzerns Sportdirektor Remo Meyer. Nachdem er seinen Berater gewechselt hatte, gab es 2025 kurz Gerüchte um eine Rückkehr zum damaligen Zweitligisten Schalke, die sich aber zerschlugen.
Jetzt sucht Max Meyer also wieder einen neuen Arbeitgeber. Der Wert des viermaligen Nationalspielers ist laut transfermarkt.de auf nur noch 800.000 Euro gefallen. (red)
