Feuchte Augen bei Streich Kuriose Tränen-Erklärung – das sagte er Baumgart unter vier Augen

Christian Streich mit feuchten Augen beim Sieg des SC Freiburg gegen den 1. FC Köln.

Christian Streich mit feuchten Augen beim Sieg des SC Freiburg am Sonntag (6. November 2022) gegen den 1. FC Köln.

Auf dem Rasen gaben seine Schützlinge über 90 Minuten den Ton an, nach Abpfiff beim 2:0-Sieg gegen den 1. FC Köln stand dann aber Christian Streich im Fokus. Der hatte auch Lob für Steffen Baumgart übrig.

Die Zeit für Wehmut war im vorletzten Freiburger Heimspiel in 2022 eigentlich noch gar nicht gekommen, doch kurz vor Abpfiff des 2:0-Erfolgs gegen den 1. FC Köln schien von SC-Coach Christian Streich (57) schon einmal die Last eines langen Fußball-Jahres abzufallen.

Die TV-Kameras von DAZN fingen Streich am Sonntagabend (6. November 2022) mit leicht geröteten, feuchten Augen am Spielfeldrand ein. Immer wieder wischte er sich mit den Händen durchs Gesicht. Waren es Tränen des Stolzes oder der Erleichterung nach dem nächsten überzeugenden Auftritt?

Christian Streich spricht über Tränen und Steffen Baumgart

Kult-Coach Streich hatte kurz nach dem Spiel eine ganz andere Erklärung. „Der Wind“, sagte er im Interview bei DAZN auf Nachfrage lapidar und wischte damit jegliche Diskussion beiseite. Dabei hätte ein emotionaler Ausbruch durchaus zum kurz ergriffen wirkenden Erfolgstrainer der Breisgauer gepasst.

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Doch der schob die Verantwortung voll und ganz auf den „Höllentäler“: Der stadtbekannte Bergwind von den Schwarzwald-Hängen, den es in den Abendstunden gerne mal bis nach Freiburg verschlägt. 

Später, auf der Pressekonferenz, wollte Streich ebenfalls nichts von großen Emotionen wissen: „Ich habe 90 Minuten an der Seitenlinie gestanden – den Arm ab und an hin und her bewegt. Nur weil ich mich freue, ist das dann direkt ‚emotional reagiert‘. Sie hätten mich mal in der A-Jugend erleben müssen. Da war ich sehr emotional.“

Für feuchte Augen hätte nach Schlusspfiff aber auch eine rührende Szene mit Trainer-Kollege Steffen Baumgart (50) sorgen können. Beide unterhielten sich freundschaftlich vor den Bänken, tauschten nach fordernden 90 Minuten ihre Gedanken aus. Streich zollte seinem Gegenüber trotz des eigenen Sieges viel Respekt.

Christian Streich nach Freiburgs Sieg über den 1. FC Köln beim Plausch im Stadion mit Steffen Baumgart.

Christian Streich nach Freiburgs Sieg über den 1. FC Köln beim Plausch im Stadion mit Steffen Baumgart.

„Ich habe ihm gesagt, dass sie eine unglaubliche Mannschaft haben. Sie haben eine brutale Mentalität. Egal, ob es 1:0 oder 2:0 steht, sie tun bis zum Schluss alles, um das Spiel zu drehen. Das ist außergewöhnlich“, verriet Streich die Inhalte des Vieraugen-Gesprächs.

Christian Streich verabredet sich mit FC-Coach Steffen Baumgart

Bei der Pressekonferenz legte der SC-Trainer sogar noch mal nach: „Die Mentalität von Köln ist nicht zu überbieten. Wie Steffen und seine Mitstreiter schwierige Situationen und die vielen Verletzungen wegstecken, ist unglaublich. Ich habe meinen Jungs gesagt: Wir können in Sachen Mentalität nicht besser als Köln sein, sondern nur gleich gut.“

Baumgart wiederum, der sich mit Streich noch auf ein kaltes Bier vor der Abreise verabredet hatte, wollte eigentlich lieber über beide Mannschaften reden („Weil beide eine ganze Menge abreißen“), als eine „Lobeshymne auf Freiburg“ zu halten – tat es dann aber doch.

Der FC-Coach erklärte: „Ich habe zu meinen Jungs gesagt: Freiburg springt derzeit immer genau so hoch, wie sie müssen. Sie schlagen jeden Gegner knapp und nicht unverdient, weil sie es clever machen und ihre Aufgaben zu 100 Prozent erfüllen. Trotzdem bin ich auf meine junge Mannschaft ähnlich stolz wie Christian auf seine. Wir haben diese Entwicklung noch nicht, aber wir werden sie machen.“

Übrigens: In der gemeinsamen Bilanz konnte Streich mit dem Heimsieg immerhin wieder ausgleichen. In fünf Aufeinandertreffen feierten beide Trainer jetzt zwei Siege mit ihren Teams, ein weiteres Duell endete unentschieden.

Vor Sonntagabend war Baumgart dreimal in Folge mit Paderborn und dem FC gegen den Routinier ungeschlagen geblieben. Nun musste er sich bei seinem ersten Auftritt im neuen Freiburger Europa-Park-Stadion allerdings verdientermaßen geschlagen geben. 

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