Influencerin Rosa Jacob beklagte einen Übergriff bei einem Spiel des 1. FC Köln. Inzwischen hat sich die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.
Übergriff in der SüdkurveStaatsanwaltschaft ermittelt gegen FC-Fans

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Beim Heimspiel gegen Mainz 05 soll es zu einem Übergriff gegen eine Influencerin gekommen sein.
Nach einem Übergriff auf eine Influencerin im Rheinenergie-Stadion hat die Kölner Staatsanwaltschaft jetzt zwei Männer im Visier. Die Vorwürfe wiegen schwer: Körperverletzung, Beleidigung und Nötigung.
„Die Beschuldigten sollen eine weibliche Zuschauerin, welche sich im Fanblock aufhielt, beschimpft und körperlich attackiert haben“, bestätigt Sinan Sengöz, Sprecher der Kölner Anklagebehörde. Weitere Details zu den Männern oder den Hintergründen gibt es aktuell nicht, so Sengöz.
1. FC Köln reagiert mit Stadionverboten
Der Vorfall ereignete sich am 17. Januar bei der Partie des 1. FC Köln gegen Mainz 05. Influencerin Rosa Jacob wurde gewaltsam daran gehindert, in die Südkurve zu gelangen.
Auf Social Media machte sie den Angriff publik und postete ein Foto von der dabei entstandenen Prellung. Das Video dazu ging viral und wurde über eine Million Mal geklickt. Ihre Geschichte erzählte Jacob auch dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.
Ein Mann soll sie am Arm gepackt haben, um sie am Betreten der Südtribüne zu hindern. „Ich gehe seit acht Jahren in die Stehkurve, zu jedem Spiel. Plötzlich riss eine Männerhand an meinem Oberarm und zog mich zur Seite – begleitet von Rufen wie ,Verpiss dich‘ und ,Du gehörst hier nicht hin‘“, so die junge Frau.
Ihrer Aussage nach wehrte sie sich umgehend und schrie den Angreifer an, er solle sie loslassen. Erst als ein anderer Zuschauer sich einmischte, ließ der Mann von ihr ab.
Daraufhin erstattete Jacob Anzeige bei der Polizei. Die Analyse von Videomaterial brachte später eine weitere schockierende Erkenntnis: Ein zweiter Mann hat sie offenbar ebenfalls tätlich angegriffen. „Im ersten Schockzustand habe ich das gar nicht wahrgenommen“, sagt Jacob. Laut Jacob hat der 1. FC Köln bereits ein Stadionverbot gegen einen der Verdächtigen ausgesprochen. Der Klub selbst bleibt vage.
Gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ hat Vereinssprecher Till Müller nur bestätigt, dass im Zusammenhang mit dem Geschehen mehrere Stadionverbotsverfahren laufen. „Da Stadionverbote dem Datenschutz unterliegen, dürfen wir keine weiteren Details nennen“, so seine Erklärung.
Das Motiv für die Attacke ist offenbar Jacobs Präsenz auf Social Media. Auf Kanälen wie Instagram, TikTok und Youtube dokumentiert die Influencerin ihr Fan-Dasein, präsentiert ihre Trikotsammlung und nimmt Follower mit zu Auswärtsspielen. Über einen eigenen Online-Shop verkauft sie außerdem Fan-Merchandise.
Der häufig geäußerte Vorwurf ist, sie würde sich am Klub bereichern – eine Anschuldigung, mit der auch Jacob immer wieder konfrontiert wird. „Ich bin Fan, seit ich ein Kind bin“, sagt sie. „Eigentlich müsste ich gar nicht erklären, dass ich jedes Recht habe, ins Stadion zu gehen.“
Dass die Staatsanwaltschaft nun ermittelt, ist für Jacob eine „Befreiung“. Nach dem Vorfall musste sie sich Anfeindungen stellen, man warf ihr Lügen und Profitgier vor. „Ich hätte all das aber ganz eindeutig viel lieber nicht erleben müssen“, stellt sie klar. Den Block, vor dem alles passierte, meidet sie nun. „Selbst wenn das eigentlich nicht in meinem Interesse ist“, sagt sie. (red)

