FC-Zeugnis Teil I Zwei Einsen und eine Fünf – diese Noten verdiente sich die Kölner Defensive

Marvin Schwäbe hält den Elfmeter gegen Stuttgart.

Marvin Schwäbe (hier am 14. Mai 2022 in Stuttgart) war ein sicherer Rückhalt für seine Defensiv-Kollegen vom 1. FC Köln.

Nach der überragenden Saison mit Platz sieben und der Qualifikation für die Playoffs der Conference League haben sich die Profis des 1. FC Köln ihren Urlaub redlich verdient. Zeit, zurückzublicken auf das Geleistete: Das EXPRESS.de-Zeugnis für die Hintermannschaft.

Der 1. FC Köln hat unter Steffen Baumgart (50) eine überragende Saison gespielt. Der FC hat seinen ewigen Punkte-Rekord geknackt, ist mit 52 Zählern auf einem beachtlichen siebten Platz gelandet. Während der Klub 2021 noch haarscharf dem Abstieg entronnen ist, spielt die Baumgart-Elf nun wieder in Europa. Damit haben sich die FC-Kicker ihren Sommer-Urlaub redlich verdient.

Die Pause bietet Zeit für das große Saison-Zeugnis! EXPRESS.de hat den Kader unter die Lupe genommen und Noten verteilt. Im ersten Teil geht es um die Defensive.

Diese Noten verdienten sich die Defensiv-Spieler des 1. FC Köln:

Marvin Schwäbe (27)

Der Keeper krallte sich zum Hinrunden-Finale den Platz zwischen den Pfosten und beendete die Ära Horn. Feierte seinen FC-Einstand gleich mit einem Derby-Sieg. Rechtfertigte Baumgarts Vertrauen mit mehreren überragenden Leistungen und entpuppte sich im erfolgreichen Kampf um Europa stets als sicherer Rückhalt. Geht kommende Saison zu Recht als Nummer eins ins Rennen.

EXPRESS-Note: 1,5

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Timo Horn (29)

Spielte bis zu seiner Verletzung im Spiel gegen Mainz eine solide Bundesliga-Saison ohne Ausreißer. Durfte danach nur noch einmal das Tor hüten, hielt seinen Kasten dabei gegen Frankfurt sauber. Erwies sich als tadelloser Ersatzmann, der seine Kollegen immer und überall unterstützte – ein Vorzeige-Profi. Geht erstmals in seiner Karriere als Nummer zwei in eine Saison. Es sei denn, er sucht sich eine neue Herausforderung.

EXPRESS-Note: 3,5

Benno Schmitz (27)

Machte unter Baumgart einen großen Sprung. Entwickelte sich von der grauen Maus zum „kölschen Cafú“. Immer, wenn er den „Flankomat“ anwarf, wurde es gefährlich im gegnerischen Strafraum, Schmitz bereitete fünf Treffer vor. Ist inzwischen unumstrittener Stammspieler, nicht umsonst verlängerte der FC kürzlich seinen Vertrag bis 2024.

EXPRESS-Note: 2

Kingsley Ehizibue (27)

Bekam auch in seinem dritten Köln-Jahr keine Konstanz in seine Leistungen. Mutige, konzentrierte Auftritte wechselten sich mit wilden, anarchischen ab. Erst im Endspurt so wirklich ein Faktor. Geht ins letzte Vertragsjahr, wird sich deutlich steigern müssen für einen längeren Verbleib.

EXPRESS-Note: 4

Rafael Czichos (32)

Er war der unumstrittene Abwehrchef, bevor er sich im Winter seinen Traum von den USA verwirklichte. War nicht immer fehlerfrei, aber dennoch enorm wichtig für seine Nebenleute. Steffen Baumgart vertraute dem Routinier bedingungslos, gab ihm sogar zweimal die Kapitänsbinde, als Hector ausfiel. Hinterließ eine Lücke, die aber nahtlos geschlossen werden konnte.

EXPRESS-Note: 3

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Jorge Meré (25)

Konnte viel zu selten sein Talent abrufen und hinkte den Erwartungen oft hinterher. Hatte einen extrem schweren Stand unter Baumgart, der die anderen Verteidiger vor ihm sah. Einst als Tafelsilber auserkoren, das dem Klub einen zweistelligen Millionenbetrag in die Kasse spülen sollte, wurde er im Winter ins Fußball-Entwicklungsland Mexiko verscherbelt. Spielt da aber auch keine Rolle, schmort meist nur auf der Bank. Befindet sich aktuell in einer Sackgasse.

EXPRESS-Note: 5

Timo Hübers im Spiel gegen den VfL Wolfsburg.

Timo Hübers (hier am 7. Mai 2022) hat sich im Abwehr-Zentrum des 1. FC Köln festgespielt.

Timo Hübers (25)

Trat in die Fußstapfen von Czichos und machte den Routinier binnen kürzester Zeit vergessen. Der Rückkehrer von Hannover 96 überzeugte mit seiner exzellenten Zweikampf-Stärke und besonderem Gespür für das richtige Timing. Das blieb auch Klubs in England nicht verborgen, Hübers wird angeblich von der halben Premier League gejagt. Fühlt sich aber pudelwohl in Köln. Hat es nicht nur in den Beinen, sondern auch im Köpfchen: Schloss seine Masterarbeit in Wirtschaftswissenschaften mit 1,0 ab.

EXPRESS-Note: 2

Luca Kilian (22)

War der erste „Neuzugang“ für die kommende Saison. Der FC zog die Kaufoption und nahm den Verteidiger bis 2025 unter Vertrag. Sorgte für einen von Baumgarts „Momenten des Jahres“, als er sein erstes FC-Tor ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub Mainz erzielte. Bekam vom Coach den lieb gemeinten Spitznamen „Holzfuß“. Spielte insgesamt eine solide Runde, hat aber auch noch Luft nach oben. Hatte gerade im Endspurt den einen oder anderen Klopper zu viel drin.

EXPRESS-Note: 3

Jeff Chabot (24)

Hatte als Winter-Neuzugang Schwierigkeiten, sich seinen Platz in der Mannschaft zu erobern. Dem ordentlichen Bundesliga-Debüt gegen Hoffenheim folgten wacklige Auftritte. Besonders gegen Mainz wirkte er hölzern und ungelenk, offenbarte Tempo-Defizite. Geht als Herausforderer in die neue Saison, ist noch bis Juni 2023 ausgeliehen.

EXPRESS-Note: 4,5

Jonas Hector (31)

Marschierte als Kapitän und Leader wie gewohnt voran. Ist Baumgarts verlängerter Arm auf dem Platz und besitzt von allen FC-Kickern wohl den höchsten Fußball-IQ. Obwohl er nicht mehr der Schnellste ist, gehört er immer noch zu den besten Linksverteidigern der Liga. Ist quasi nicht zu ersetzen. Bereitete diese Saison wieder sechs Tore vor. Hat noch ein Jahr Vertrag, dann will er entscheiden, ob er seine Karriere beendet.

EXPRESS-Note: 2

Jannes Horn (25)

Sein großes Pech war, dass er Hector vor der Nase hatte. Konnte sich im Schatten des Kapitäns nie recht beweisen. Durfte als Backup immer nur kurzzeitig in die Bresche springen, wenn Hector ausfiel. Muss sich nach fünf insgesamt durchwachsenen Jahren – inklusive einer Leihe nach Hannover – eine neue Herausforderung suchen. Sein Vertrag wurde nicht verlängert. Hat bei seinem neuen Klub den Anspruch, Stammspieler zu sein.

EXPRESS-Note: 3,5

Salih Özcan (24)

Salih Özcan und Jonas Hector bedanken sich bei den FC-Fans.

Salih Özcan (hier am 9. April 2022) verabschiedet sich nach 15 Jahren vom 1. FC Köln. Das Eigengewächs wechselt zu Borussia Dortmund.

Entfaltete unter Baumgart endlich sein gesamtes Potenzial. Mauserte sich vom Mitläufer zu einem der besten Sechser der Liga. Fans, Verantwortliche und Mitspieler kämpften nach der herausragenden Saison vergeblich um seinen Köln-Verbleib. Nach seinem ersten starken Bundesliga-Jahr schließt sich Özcan Borussia Dortmund an. Der FC bekommt fünf Millionen Euro „Entschädigung“, der BVB ein echtes Zweikampf- und Mentalitätsmonster.

EXPRESS-Note: 1,5

Ellyes Skhiri (27)

War wie gewohnt Kölns Dauerläufer, unermüdlich, wenn es um das Jagen des Balles geht. In der Hinrunde stoppte ihn eine Verletzung, später eine Krankheit. Kämpfte sich nach dem Afrika-Cup beeindruckend zurück. Gilt als Verkaufskandidat, da nun die letzte Chance besteht, dass er eine Millionen-Summe in die Kasse spült. Olympique Lyon soll seit Monaten interessiert sein, West Ham weiterhin und Benfica Lissabon nun ebenfalls.

EXPRESS-Note: 2

Zu wenig oder gar keine Einsatzzeiten: Matthias Köbbing (24), Jonas Urbig (18), Bright Arrey-Mbi (19), Sava Cestic (21) Noah Katterbach (21), Niklas Hauptmann (25), Jens Castrop (18) und Mathias Olesen (21).

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