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FC-Kommentar Özcan-Abgang: Stich ins Kölner Herz, aber unvermeidbar

Salih Özcan vom 1. FC Köln im Zweikampf mit Hiroki Ito vom VfB Stuttgart.

Salih Özcan absolvierte am 14. Mai 2022 gegen den VfB Stuttgart sein letztes Spiel für den 1. FC Köln.

Der Abgang von Salih Özcan zu Borussia Dortmund ist ein Stich in jedes FC-Herz. Der 1. FC Köln hat alles getan, um das Eigengewächs zu halten, der Ehrenfelder hat sich dennoch gegen eine Zukunft bei seinem Herzensklub entschieden.

Salih Özcan trägt bald Schwarz-Gelb! Obwohl sich die Verantwortlichen des 1. FC Köln bis ans Maximum gestreckt haben, verlässt der gebürtige Kölner seine Heimat und schließt sich Borussia Dortmund an. Die Enttäuschung in der FC-Familie ist groß. Dabei ist der Abgang äußerst bitter und schmerzhaft, aber am Ende unvermeidbar. Ein Kommentar.

Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft. Das müssen der FC und seine Anhänger gerade am eigenen Leib erfahren. Salih Özcan (24), der „Sohn des 1. FC Köln“, wie ihn die Ultras nannten, verlässt quasi über Nacht seinen Herzensklub.

BVB statt FC, Champions League statt Conference League, rund fünf statt zwei Millionen Euro Gehalt. Özcans bevorstehender Wechsel zum BVB sorgt für große Ernüchterung und tiefe Enttäuschung. Der Unmut projiziert sich dabei aber nicht nur auf den Spieler, sondern auch auf den Klub.

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Der Vorwurf: Der FC verramscht Özcan deutlich unter Marktwert und lässt die Identifikationsfigur und das auserkorene Gesicht der Zukunft einfach tatenlos ziehen.

Dabei ist das Gegenteil der Fall: Die Klub-Verantwortlichen haben sich bis ans Maximum für den Ehrenfelder gestreckt. Der FC wäre für Özcan sogar bereit gewesen, in der prekären finanziellen Lage Unvernünftiges zu tun.

1. FC Köln musste Salih Özcan Ausstiegsklausel zusichern

Doch durch die Ausstiegsklausel waren Christian Keller (43) und Co. die Hände gebunden. Diese ließ sich Özcan bei seiner Verlängerung im Sommer 2021 in seinen Vertrag schreiben. Dafür nahm der U21-Nationalspieler deutliche Gehaltseinbußen in Kauf. Der Deal: Özcan spielt in wirtschaftlich schweren Zeiten für einen „schmalen Taler“, bekommt im Gegenzug aber eben jene Ausstiegsklausel.

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Zudem waren die rund sechs Millionen Euro damals ein Batzen Geld für jemanden, der seine Bundesliga-Tauglichkeit zu diesem Zeitpunkt noch nicht nachgewiesen hatte. Im Sommer hätten die wenigsten einen Pfifferling darauf gesetzt, dass Özcan den Durchbruch beim FC schafft. Geschweige denn, unter Steffen Baumgart zu einem der besten Sechser der Liga reifen würde.

Daher ist dieser Abgang natürlich bitter, aber in der Gesamt-Gemengelage unvermeidbar. Sogar Özcans Motive sind – wenn man die FC-Brille einmal abnimmt – nachvollziehbar.

Klar, hätte er Steffen Baumgart Dankbarkeit für das Vertrauen, das der FC-Trainer in ihn gesteckt hat, zurückgeben können, indem er noch ein Jahr seine Knochen für den FC hinhält, bevor er die Biege macht. Auf der anderen Seite bekommt er nun in Dortmund die (vielleicht einmalige) Chance, sich auf der Champions-League-Bühne zu beweisen, deutlich mehr Kohle einzustreichen und dabei sogar in seiner geliebten Stadt wohnen zu bleiben.

Christian Keller spricht schonungslos offen über die Situation des 1. FC Köln

Die FC-Fans schmerzt der Abgang auch wegen der aktuellen Situation, die Sportboss Keller in dieser Woche schonungslos offen skizzierte. Dabei tut die Wahrheit oft sehr weh. Vor allem, wenn man gerade beseelt ist von einer herausragenden Saison seines Lieblingsklubs. Nichtsdestotrotz hat die FC-Familie ein Recht auf Klarheit, wie es um ihren Verein steht. Mitten in die Euro-Euphorie und die Aufbruchstimmung, die unter Baumgart Einzug gehalten haben, hat der neue Sportboss die Verbal-Keule rausgeholt. „Der FC ist eine Sanierungsaufgabe“. Rumms!

Keller nimmt kein Blatt vor den Mund, wie schlimm es wirklich um den Klub steht. 85 Millionen Euro Corona-Verluste haben den Bundesligisten an den Rand der Existenz gebracht. Die Situation hat sich seit Oktober 2021 noch mal dramatisch verschlimmert. Es fehlte nicht viel, und der Klub wäre vor die Wand gefahren. So steht er kurz davor.

Kellers Aussagen mögen sich wie Schläge in die Magengrube anfühlen, doch sie entsprechen nun mal der Realität. Besser, es spricht jemand die Wahrheit aus, als sie unter den Tisch zu kehren. Es wurde viel zu lange über den Verhältnissen gelebt. Auch der Vorstand um Werner Wolf hat mehrfach betont, wie schwer der Rucksack der vergangenen Jahre wiegt.

Keine Frage: Die aktuelle Führung muss nicht nur die Pandemie-Schäden, sondern auch die Kader-Fehler der Vergangenheit ausbaden. Vor allem nach dem Abstieg 2018 wurden reihenweise Rentenverträge für Spieler verteilt, die den Vertrauensvorschuss nicht ansatzweise zurückzahlen konnten und die Klub-Finanzen auf Jahre belasteten.

1. FC Köln: Christian Keller und Steffen Baumgart machen Hoffnung

Als dann auch noch Corona dazukam und das Rhein-Energie-Stadion leer blieb, mussten zwangsläufig Gelder der Zukunft eingesetzt werden, um das Schiff vor dem Untergang zu bewahren. Das alles schlägt Keller nun mit voller Wucht entgegen.

Chapeau vor so viel Offenheit und Ehrlichkeit des Geschäftsführers! Jetzt muss angepackt werden. Denn Kellers gute Nachricht lautet: „Die Sanierungsaufgabe ist lösbar.“ Er selbst hat seine Fähigkeiten dazu bereits nachgewiesen und mit Baumgart einen Trainer an seiner Seite, der zu allem bereit ist.

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