Der 1. FC Köln musste sich nach hartem Kampf mit 1:3 gegen die Bayern geschlagen geben. Diese Leistung war umso beachtlicher, da der FC mit einer absoluten Not-Abwehr gegen die beste Mannschaft Deutschlands ran musste.
„Sechs Büffel, die fehlen“Raunen im Stadion: Kölner Not-Abwehr verblüfft

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Jahmai Simpson-Pusey feierte gegen die Bayern sein Heimdebüt für den 1. FC Köln.
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Es war aller Ehren wert, wie sich der 1. FC Köln am Mittwochabend gegen die Bayern aus der Affäre gezogen hat. Der Aufsteiger bot dem Rekordmeister über weite Strecken des Spiels Paroli und musste sich erst gegen Ende der übermächtigen Qualität beugen.
Diese Leistung war umso beachtlicher, da der FC in der Abwehr personell auf der letzten Felge lief. Ein oder zwei Ausfälle kann und muss eine Bundesliga-Mannschaft kompensieren können, der FC musste ausgerechnet gegen die beste Mannschaft Deutschlands aber auf gleich sechs (!) Innenverteidiger verzichten.
Kölner Not-Abwehr bot Bayern die Stirn
Rav van den Berg (gesperrt), Dominique Heintz (Muskelfaserriss), Joel Schmied (Sehnenverletzung), Eric Martel (5. Gelbe), Luca Kilian (dritter Kreuzbandriss) und Timo Hübers (Totalschaden im Knie), der immerhin schon wieder ohne Krücken unterwegs ist, standen allesamt nicht zur Verfügung.
Mit Sebastian Sebulonsen, Jahmai Simpson-Pusey und Cenk Özkacar schickte Kwansiok das letzte Aufgebot auf den Platz. Doch das Not-Trio erledigte seine Aufgabe mit Bravour.
Sebulonsen spielt die Position inzwischen so, als hätte er nie etwas anderes gemacht, dabei ist er eigentlich ein klassischer Schienenspieler mit Offensivdrang. Özkacar blendete das fehlende Vertrauen des Trainers komplett aus und ging 90 Minuten konzentriert und konsequent zu Werke.
Und Simpson-Pusey sah man nicht an, dass er gerade mal eine Woche da ist, kein Deutsch spricht und – überspitzt formuliert – noch nicht mal alle Namen seiner Teamkollegen kennt. Der Engländer agierte als zentraler Mann der Dreierkette beachtlich abgeklärt und sorgte mit einigen langen und punktgenauen Diagonalbällen sogar für Raunen auf den Rängen.
Insgesamt ließ die Kölner Defensive erstaunlich wenig zu, Superstar Harry Kane hatte sogar keine einzige gefährliche Chance. Das war so nicht abzusehen und das hätten wohl die wenigsten den drei Verbliebenen zugetraut.
Selbst Lukas Kwasniok dürfte angesichts der Besetzung und der Qualität des Gegners seine Zweifel gehabt haben. Er sagte nach dem Spiel: „Es ist sensationell, wie die Jungs sechs Ausfälle in der Innenverteidigung aushalten. Nach dem Spiel geht man runter und da stehen sechs Büffel in den Katakomben, die uns alle fehlen. Wir wollen nicht jammern und ich will auch nicht sagen, dass es zu kurz kommt, aber was die Jungs abreißen, ist schon enorm.“
Der FC-Trainer war sichtlich stolz darauf, dass seine Mannschaft den Bayern trotz der Ausfälle die Stirn bieten konnte. „Das geht nur, wenn man eine absolute Einheit ist und jeder das Herz am rechten Fleck hat. Ich bin stolz auf die Jungs, dass sie Woche für Woche im Stande sind, solche Leistungen abzurufen. Das ist nicht einfach. Ich bin überzeugt davon, dass sie sich für ihre Aufopferung in den nächsten Spielen belohnen werden“, sagt Kwasniok.
Beim richtungsweisenden Spiel gegen Mainz entspannt sich die Personal-Situation dann auch schon wieder ein Stück weit. Martel und van den Berg haben ihre Sperren abgesessen und bieten dann wieder zwei zusätzliche Optionen.
