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Spektakel vor 50.000 FansNach Flitzer-Aktion: Euro-Traum für U19 beendet

Fayssal Harchaoui im Duell mit Matteo Venturini.

Copyright: Federico Gambarini/dpa

Die U19 des 1. FC Köln um Fayssal Harchaoui empfing im Sechzehntelfinale der UEFA Youth League Inter Mailand. 

Aktualisiert

Die U19 des 1. FC Köln hat im Sechzehntelfinale der Youth League gegen Inter Mailand verloren, erlebte im ausverkauften Rhein-Energie-Stadion dennoch ein echtes Fußball-Fest.

Was für ein spektakulärer Abend…

Die U19 des 1. FC Köln hat am Mittwochabend für ein wahres Fußball-Fest in Müngersdorf gesorgt. Die Mannschaft von Stefan Ruthenbeck lieferte sich im Sechzehntelfinale der UEFA Youth League ein packendes Duell mit Inter Mailand. 

Auch wenn es nach der bitteren 1:2-Niederlage am Ende nicht für das Weiterkommen gereicht hat, wird kein Kölner Youngster diesen Abend jemals vergessen. 50 000 Fans (neuer Rekord!) sorgten für eine einmalige Kulisse und Gänsehaut-Atmosphäre. Absoluter Wahnsinn! „Dass die FC-Fans das Rhein-Energie-Stadion ausverkauft haben, ist verrückt, aber kommt nicht ganz unerwartet“, sagte der Coach vor dem Highlight-Spiel.

Kwasniok drückte die Daumen für die U19

Der unvergessliche Abend wurde eröffnet von Youssoupha Niang, der bereits nach drei Minuten für das erste ohrenbetäubende Raunen im Stadion sorgte. Doch der Schuss des Angreifers, der bereits voll bei den Profis integriert ist, rauschte knapp drüber.

Doch von Anfang an war spürbar, dass sich die Energie von den Rängen auf den Platz übertrug. Die Ruthenbeck-Elf strotzte in der Anfangsphase vor Energie und setzte den Favoriten in der Anfangsviertelstunde ordentlich unter Druck.

Hinten kam der FC im ersten Durchgang dagegen nur selten in Verlegenheit. Auch weil sich Rechtsverteidiger David Fürst packende Duelle mit Inters Bestem Aymen Zouin lieferte und die meisten für sich entschied.

Und landete doch mal ein Ball im Zentrum, putzten Luis Stapelmann und Assad Kotya-Fofana alles aus. Weil aber auch der FC nach der Niang-Chance nicht mehr wirklich gefährlich wurde, ging es unter den Augen von Lukas Kwasniok und einem Großteil der FC-Profis (u.a. Jakub Kaminski) torlos in die Kabine.

Lukas Kwasniok sieht das U19-Spiel gegen Inter im Stadion.

Copyright: IMAGO/Jan Huebner

Lukas Kwasniok ließ sich das Highlight-Spiel der U19 gegen Inter Mailand nicht entgehen.

Kurz nach der Pause gab es dann die erste Schrecksekunde für die „Young Goats“. Der Ball zappelte im Netz, doch Torschütze Mancuso stand bei seinem Schuss aus kurzer Distanz im Abseits. Der Treffer zählte nicht.

Doch die Erleichterung währte nur kurz. Nach einem Freistoß von der rechten Seite stieg Inter-Youngster Bovio in der Mitte am höchsten und nickte den Ball unhaltbar für Marutzki ins lange Eck ein (49.).

Die Ruthenbeck-Elf ließ sich von dem Nackenschlag aber nicht aus dem Konzept bringen und gab weiter Vollgas. Niang hätte auf der Gegenseite für den schnellen Ausgleich sorgen können, bekam aber hinter seinen Kopfball nicht den nötigen Druck. Das war dann aber auch seine letzte Aktion.

Ruthenbeck reagierte auf den Rückstand und wechselte in der 61. Minute gleich dreifach. Völp kam für das Zentrum. Puzzo und Afri Akumu sollten offensiv für neue Impulse sorgen. Letztgenannter hatte dann auch prompt die dicke Chance, verzog aber bei dem Versuch auf das kurze Eck. 

In der Schlussphase wurde es dann ein offener Schlagabtausch mit Chancen hüben wie drüben. Der eingewechselte Vukoje traf in der 79. Minute nur die Latte und verpasste die Vorentscheidung.

Der Hallo-wach-Effekt für den FC und Fynn Schenten. Denn mit seiner ersten Torchance im Spiel erzielte der Angreifer, der jüngst seinen ersten Profivertrag unterschrieben hat, den frenetisch gefeierten Ausgleich für den Kölner Nachwuchs (80.). 

Traf für den FC zum 1:1: Fynn Schenten

Copyright: Federico Gambarini/dpa

Traf für den FC zum 1:1: Fynn Schenten

Danach störte ein Flitzer das Spiel in der entscheidenden Phase mit seinem Auftritt, ehe er Coach Ruthenbeck in die Arme lief unds abgeführt wurde. Stadionsprecher Micahel Trippel kommentierte trocken: „Du hast noch gefehlt in so einer wichtigen Phase des Spiels.“ 

Als alle schon auf den Abpfiff warteten, schlug Mailand in der sechsten Minute der Nachspielzeit doch noch zu und beendete die Kölner Euro-Träume mit dem 2:1. Trippel fauchte anschließend ins Mikrofon: „Hier nochmal ein herzliches Dankeschön an den Flitzer.“

Die Italiener jubelten anschließend äußerst provokant vor den FC-Fans, die daraufhin Dutzende Bierbecher auf das Spielfeld warfen. In der neunten Minute der Nachspielzeit legten die Mailänder auch noch das 3:1 nach, weil Torwart Marutzki bei einer Ecke mit nach vorne gegangen war. Ein bitteres Ende für einen tollen Fußball-Abend.

Ruthenbeck brüllte nach Abpfiff in den Katakomben: „So nah dran, man!“ Später erklärte der Coach dann: „Das ist total bitter. Die Jungs waren da gerade am Heulen. So schlimm und hart kann der Fußball sein. Ich glaube aber, unter dem Strich haben wir hier einem großen Klub mehr als nur Paroli geboten. Wir hatten sie nah dran am Elfmeterschießen. Da wäre ich gespannt gewesen. Mit Marutzki hätten wir einen gehabt, der Elfmeter halten kann. Es ist ein bisschen schade, dass unsere Reise durch Europa so bitter zu Ende geht.“

So spielte der FC gegen Inter: Marutzki – Fürst, Stapelmann, Kotya-Fofana (ab 78. Karadeniz, Friemel – Harchaoui, Irmiev (ab 69. Römers), Ley (ab 61. Puzzo) – Ponente-Ramirez (ab 61. Völp), Niang (ab 61. Afri Akumu), Schenten

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