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Irre FC-Szene Hector von Jubel-Sturm überrollt – warum Baumgarts Stars nicht mit den Fans feierten

Jonas Hector wird vom Platzsturm der FC-Fans überrollt.

Jonas Hector saß nach der 0:1-Niederlage des 1. FC Köln gegen den VfL Wolfsburg am 7. Mai 2022 enttäuscht auf dem Rasen, als er vom Jubel-Sturm erwischt wurde.

Der 1. FC Köln ist zurück im Europapokal. Riesiger Jubel bei den Anhängern, gemischte Gefühle bei Steffen Baumgart und seinen Profis. Der FC-Coach erklärt, warum es keine gemeinsame Stadion-Feier gab.

Tausende FC-Fans stürmten den Platz – die Spieler wenig später in die Kabine. Anders als 2017 gab es am Samstag (7. Mai 2022) nach Kölns Einzug in den Europapokal keine gemeinsame Stadion-Party mit den Anhängern. Für die Mannschaft von Steffen Baumgart (50) geht es noch um viel zu viel!

Der FC-Coach marschierte direkt mit Abpfiff des 0:1 gegen den VfL Wolfsburg in die Katakomben, erklärte dann: „Die Saison ist noch nicht vorbei. Wir können jetzt gerne auch eine Polonäse durch die Stadt machen, aber wir haben die Chance, nächste Woche in Stuttgart Platz sechs zu kriegen.“ Und damit noch weitaus mehr Euro-Millionen und Prestige…

Während Rang sieben zunächst mal die Teilnahme an den Conference-League-Playoffs und damit zwei internationale Spiele garantiert, verspricht Platz sechs die Europa-League-Gruppenphase mit mindestens sechs Partien und 3,6 Millionen Euro Antrittsprämie. Diese beträgt in der Conference League 2,9 Millionen – allerdings erst nach überstandenen Playoffs.

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Steffen Baumgart will mit 1. FC Köln „noch mal angreifen“

Die Gefühle bei den FC-Profis waren gemischt. Einerseits riesiger Stolz auf den Weg aus der Relegation nach Europa, andererseits Enttäuschung über die verpassten Punkte gegen Wolfsburg und eine noch bessere Ausgangsposition für das Saison-Finale in Stuttgart (14. Mai 2022).

Eine irre Szene stand stellvertretend für die beiden kölschen Gefühlswelten: Jonas Hector (31) saß nach Abpfiff erschöpft im Mittelkreis, als er vom Platzsturm aus dem Süden überrollt wurde. Ein Fan nach dem anderen zerrte am Kapitän, der darauf so gar keine Lust hatte – und Mühe, auf die Beine zu kommen, um in die Katakomben zu flüchten.

FC-Kapitän Jonas Hector mitten im Fan-Getümmel nach dem 0:1 des 1. FC Köln gegen den VfL Wolfsburg.

FC-Kapitän Jonas Hector mitten im Fan-Getümmel nach dem 0:1 des 1. FC Köln gegen den VfL Wolfsburg am 7. Mai 2022

Auch dort war von Europa-Euphorie nicht viel zu spüren. Ex-Spieler Sebastiaan Bornauw (23) ging kurz in die Kölner Kabine, Dejan Ljubicic (24) holte sich ein Trikot aus der VfL-Umkleide. Bierduschen gab’s keine.

Baumgart sagte: „Mir fällt’s ein bisschen schwer, in Euphorie aufzugehen wegen des siebten Platzes. Natürlich freuen wir uns, dass wir international zumindest in der Qualifikation sind. Und wir wissen, dass wir nächste Woche noch mal die Chance haben, anzugreifen. Aber wenn du so ein Spiel spielst, 0:1 verlierst, dann ärgert mich das.“ Der FC war trotz Pleite klar besser!

Die Fans hielten eine Stunde lang auf dem Platz durch, nahmen Tore und Rasenstücke mit, sangen immer wieder von Europa und blickten glücklich auf den Spielertunnel. Doch es ließ sich – wie mehrfach von Stadionsprecher Michael Trippel (67) angekündigt – keiner ihrer Helden mehr blicken.

Die Fans des 1. FC Köln stürmen nach dem 0:1 gegen den VfL Wolfsburg den Platz.

So sah der Kölner Platzsturm am 7. Mai 2022 von oben aus.

Salih Özcan (24) hörte die Rufe aus der Arena, meinte: „Wir Spieler würden gerne selbst da draußen stehen und mit den Fans feiern. Aber das gehört aus Sicherheitsgründen dazu, dass wir direkt in die Kabine gegangen sind. Wir genießen das trotzdem, haben zwei Tage frei bekommen. Da kann der eine oder andere ein bisschen Gas geben.“

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Steffen Baumgart: „Dann muss ich ein Riesen-Kompliment machen“

Vom Fast-Absteiger zum Europapokal-Teilnehmer – was für ein Erfolg! Auch wenn Baumeister Baumgart die Bremse noch nicht lösen wollte, hatte er vollstes Verständnis für die Fan-Party: „Dass die Leute Euphorie haben und feiern, ist komplett in Ordnung. Auch, dass sie auf dem Rasen sind, ist in Ordnung. Mir persönlich ist nicht nach Feiern zumute, wenn ich ehrlich bin. Wenn ich auf die Tabelle schaue, sehe ich mich aber trotzdem innerlich grinsen.“

Der FC-Trainer kann schon vor dem finalen Duell in Stuttgart zufrieden auf die Saison blicken, hat sämtliche Erwartungen übertroffen: „Meine Jungs marschieren, geben Gas, gehen bis zum Letzten an die Grenzen. Wenn wir über die gesamte Saison reden, dann muss ich ihnen ein Riesen-Kompliment machen.“

Dass bei einem Heimsieg gegen Wolfsburg sogar noch die Champions League in Reichweite gewesen wäre, ging Baumgart zu weit. „Für den 1. FC Köln steht Platz sieben. Da müssen wir nicht über irgendwelche Hirngespinste von Platz vier sprechen, falls wir gewonnen hätten. Wann haben wir diese Stadt und dieses Stadion letztmals so euphorisch gesehen? Das haben wir uns die letzten Wochen gemeinsam erarbeitet.“ Und vielleicht geht mit der Europa League ja noch mehr…

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