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„Er hätte heute Geburtstag gehabt“ Modestes emotionaler FC-Abend: Tränen-Interview am Sky-Tisch

Anthony Modeste weint beim Sky-Interview mit Sebastian Hellmann (l.) und Lothar Matthäus (r.) am 18. September 2021 nach dem 1:1 des 1. FC Köln gegen RB Leipzig.

Anthony Modeste weinte im Sky-Interview mit Sebastian Hellmann (l.) und Lothar Matthäus (am 18. September 2021). 

Anthony Modeste wurde beim 1:1 des 1. FC Köln gegen RB Leipzig zum traurigen Tor-Helden. Der FC-Star brach nach seinem Treffer und im Live-Interview bei „Sky“ in Tränen aus. Der Grund: Sein verstorbener Vater Guy hätte Geburtstag gehabt.

Köln. Was für ein unfassbar emotionaler Auftritt von Anthony Modeste (33). Der Stürmer des 1. FC Köln ließ seinen Gefühlen beim 1:1 gegen Champions-League-Teilnehmer RB Leipzig freien Lauf. Nach seinem Führungstor zum 1:0 reckte Modeste die Arme in Richtung Himmel und weinte hemmungslos.

Auch nach seiner Auswechslung in der 68. Minute war er noch aufgewühlt, vergoss auf der Bank weitere Tränen. Kölns trauriger Tor-Held! Hintergrund: Sein geliebter Papa Guy, der 2018 nach schwerer Krankheit verstorben war, hätte am Samstag (18. September) Geburtstag gehabt.

„Das Tor war sehr emotional für mich, ich habe meinen Papa vor drei Jahren verloren und heute hat er Geburtstag. Ich habe nach meinem Treffer an ihn gedacht“, sagte Modeste anschließend bei Sky.

1. FC Köln: Anthony Modeste weint bei Sky vor laufender Kamera

Am Tisch mit Moderator Sebastian Hellmann (53) und Experte Lothar Matthäus (60) war die Trauer noch nicht überwunden. Der Franzose brachte im Live-Interview zeitweise kaum ein Wort raus, schluchzte unentwegt und konnte seine Tränen nicht zurückhalten.

Anthony Modeste jubelt für den 1. FC Köln gegen RB Leipzig.

Anthony Modeste weinte nach seinem Tor gegen RB Leipzig am 18. September 2021 in den Armen von FC-Kollege Mark Uth.

Hellmann und Matthäus waren sichtlich berührt von Tonys Emotionen. Sie versuchten, den FC-Star zu beruhigen, während im Hintergrund lautstarke Modeste-Sprechchöre der FC-Fans zu hören waren. „Das ist alles nur menschlich. Dafür muss er sich nicht schämen“, sagte Matthäus, „der Gruß geht nach oben, und das zurecht.“

Am späten Abend schrieb Modeste bei Instagram: „Alles Gute zum Geburstag, Papa. Das Tor ist für dich! Ich liebe dich.“ Und versah seinen Post mit einem Herzen.

Tony und sein Papa Guy, der ebenfalls Profi war, hatten ein sehr enges Verhältnis. Der Tod seines Vaters im Alter von 64 Jahren hatte den Stürmer damals extrem getroffen.

Sein langjähriger Wegbegleiter Timo Horn (28) sagt: „Tony musste unheimlich viel wegstecken in den letzten Jahren. Er hatte keine leichte Situation, aber er hat sich mit einem enormen Kampfgeist und Ehrgeiz wieder heran gearbeitet. Man konnte schon in der Vorbereitung sehen, wie er von Woche zu Woche stärker geworden ist. Den Instinkt im Sechzehner verlernt man auch nicht. Wir sind froh, dass wir ihn wieder in dieser Verfassung haben. Das hat uns letzte Saison gefehlt."

Mark Uth: „Tonys Papa wäre stolz auf ihn“

Das zwischenzeitliche 1:0 gegen Leipzig war Modestes vierter Treffer im fünften Spiel – dieselbe Ausbeute wie in seiner Wahnsinns-Saison 2016/17, als Tony den FC mit 25 Toren in die Europa League geschossen hatte. Unter Steffen Baumgart (49) erlebt Tony seinen zweiten Frühling, sagte schon nach dem 1:1 in Freiburg: „Ich lieb‘ den! Wir haben einen geilen Trainer.“

Die Antwort des Köln-Coaches, der Modeste zutraut, neben Robert Lewandowski (33) und Erling Haaland (21) einer der drei besten Torjäger der Liga zu werden, folgte nach dem Leipzig-Punkt: „Ich liebe insgesamt alle. Bei Tony sehen wir, dass im Fußball niemand abgeschrieben werden sollte – Jungs, die anfangen zu arbeiten und weitermachen. Er hat die Vorbereitung sehr intensiv absolviert, das hilft ihm. Und mit ein paar Glücksgefühlen wird es von Spiel zu Spiel noch besser. Beide Tore – auch das erste, das aberkannt wurde – muss man erst mal so machen.“

Kaum einer hätte dem Franzosen so eine Treffer-Quote noch mal zugetraut nach den schwierigen zurückliegenden Jahren mit seinem China-Hickhack, vielen Verletzungen, der Null-Tore-Leihe nach Saint-Étienne und eben dem Tod seines Vaters.

Nach seinem Tränen-Jubel gegen Leipzig bekam der FC-Angreifer im Stadion und auch im Netz ganz viel Zuspruch und tröstende Worte. „Viel Liebe geht raus an Modeste“ oder „Die Tränen von Modeste haben selbst mich gebrochen“, lauteten nur zwei von unzähligen mitfühlenden Kommentaren in den sozialen Netzwerken.

„Tony hat vor ein paar Jahren seinen Vater verloren und einen Gruß nach oben geschickt. Ich bin sicher, sein Vater ist stolz auf ihn“, fand auch Mark Uth (30) rührende Worte für seinen Mitspieler.

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