„Eine familiäre Sache“ FC-Held Modeste floh vor Abpfiff aus dem Stadion

Anthony Modeste freut sich mit Benno Schmitz über das Tor für den 1. FC Köln.

Anthony Modeste jubelte über sein Tor gegen Hertha BSC. Nach seinem Treffer zum 1:1 am Sonntag (15. August) gedachte er seinem verstorbenen Vater Guy.

Nach dem 3:1-Sieg des 1. FC Köln gegen Hertha BSC bekam Torschütze Anthony Modeste offenbar schlechte Nachrichten. Der Franzose jubelte nicht mit seinen Mannschaftskollegen vor der Südkurve. Steffen Baumgart sprach von einer „familiären Sache“.

Köln. Jubel, Trubel, Heiterkeit beim 1. FC Köln dank des Super-Siegs zum Baumgart-Start gegen Hertha BSC. Nach dem 3:1 ließen sich die FC-Profis vor der Südkurve feiern, sogar der verletzte Jannes Horn (24) schleppte sich mit Krücken vor die Fans. Nur einer fehlte: Anthony Modeste (33)! Nach seinem starken Spiel mit einem Tor und einem Assist war der Franzose zu diesem Zeitpunkt schon gar nicht mehr im Stadion.

Modeste verließ die Müngersdorfer Arena nach seiner Auswechslung in der 76. Minute umgehend, nachdem er eine Nachricht aus seinem privaten Umfeld erhalten hatte.

Steffen Baumgart über Anthony Modeste: „Es ist eine familiäre Sache“

Trainer Steffen Baumgart (49) auf der anschließenden Pressekonferenz: „Das ist eine familiäre Sache, die sollte man familiär lassen.“ Tony blieb in der Stadt, kurzzeitig hatte auch eine Reise nach Frankreich im Raum gestanden. Baumgart weiter: „Ich glaube, dass die Informationen noch früh genug kommen. Ich bitte Sie, ruhig zu bleiben und nicht hinterher zu recherchieren. Wir sollten ihn damit jetzt erst mal in Ruhe lassen.“

Wie bitter! Nach seinem ersten Liga-Tor nach 434 Tagen (das letzte hatte er beim 1:1 gegen den FC Augsburg am 7. Juni 2020 erzielt) wurde der Fußball für Modeste wohl schnell zur Nebensache. Dabei hatte er auf dem Feld noch so geglänzt, traf zunächst nach cleverem Körpereinsatz gegen Gegenspieler Dardai zum 1:1 und ebnete anschließend noch Kainz‘ ersten Treffer mit einer Flanke.

Steffen Baumgart lobt Anthony Modeste nach Hertha-Spiel

Sehr zur Freude von Trainer Baumgart: „Tony hat die Vorbereitung perfekt genutzt und gut gespielt. Und er belohnt sich dann mit dem Tor. Bei ihm ging es nie um die Qualität – wenn er im Strafraum zu Abschlusssituationen kommt, kann es interessant werden. Also müssen wir ihn dahinbringen und er muss ein paar Mal dahin laufen.“

Anthony Modeste spritzt Steffen Baumgart nass.

Nette Erfrischung: Anthony Modeste machte Trainer Steffen Baumgart nach dem Tor zum 2:1 durch Florian Kainz nass.

Der FC-Trainer verriet zudem, wie er den Sorgen-Stürmer nach verkorkster letzter Saison – samt unglücklicher Leihe zum französischen Klub St. Etienne – wieder in die Spur bekommen hat: „Wir haben einfach darüber gesprochen, was er erreichen will, was er machen will. Ob er die nächsten zwei Jahre Ruhe haben will, oder ob er Erfolg haben und Gas geben will.“

Der Anfang ist gemacht, nun fordert Baumgart Konstanz vom Publikumsliebling. „Wir müssen noch ein bisschen vorsichtig sein. Das war jetzt das erste Spiel. Er hat ein Tor gemacht und eins vorbereitet, hat sehr gut gearbeitet, auch schon in der Vorbereitung. Jetzt geht’s einfach ums Dranbleiben.“ Bleibt zu hoffen, dass die neuerlichen Nachrichten Modeste nicht aus der Bahn werfen.

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