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Zum Schluss fliegen die FäusteKölner Haie drehen wildes Spiel gegen Ingolstadt

Brett Brochu vom  ERC Ingolstadt pariert gegen KEC-Profi Dominik Uher.

Copyright: IMAGO/Eibner

Die Kölner Haie und der ERC Ingolstadt lieferten sich ein heiß umkämpftes Spiel.

Aktualisiert

Die Kölner Haie gewinnen mit 6:3 gegen den ERC Ingolstadt. Es ist ein hartes Stück Arbeit für den DEL-Spitzenreiter.

Die Kölner Haie sind auch nach der Olympia-Pause voll auf Kurs Hauptrunden-Meisterschaft! Am 46. Spieltag der Deutschen Eishockey Liga setzte sich der souveräne Tabellenführer trotz eines 0:2-Rückstands mit 6:3 gegen den ERC Ingolstadt durch.

Nach dem fulminanten Restart gegen den nunmehr als Absteiger feststehenden Tabellenletzten Dresden (7:2) wartete mit Ingolstadt ein anderes Kaliber auf die Truppe von Trainer Kari Jalonen: Die mit 176 Treffern beste Offensive der DEL war zu Gast in der Lanxess-Arena.

Zwei Tore in Unterzahl in einem Spiel

Wenige Stunden vor dem Spiel hatten die Haie am Freitag noch einmal auf dem Transfermarkt zugeschlagen und den finnischen Verteidiger Markus Nutivaara verpflichtet. Nutivaara, der 292 NHL-Spiele bestritten hat, stand gegen Ingolstadt noch nicht im Kader.

Die Gäste starteten wacher in die Begegnung und gingen nach einer Druckphase früh durch Routinier Daniel Pietta in Führung (3.). Auch das erste Powerplay des Spiels änderte nichts an den Kräfteverhältnissen in der Anfangsphase der Partie – im Gegenteil! In Unterzahl erhöhte Myles Powell (5.) für den ERC.

Der KEC fand im ersten Drittel überhaupt nicht ins Spiel, auch die Mehrheit der Zweikämpfe und Bullys ging an die Ingolstädter. Der Anschlusstreffer fiel dann mehr oder weniger aus dem Nichts und kam zudem etwas glücklich zustande.

Eine scharfe Hereingabe von Kevin Niedenz prallte vom Schlittschuh von Louis-Marc Aubry (16.) ins Tor. Eine aktive Kickbewegung des Kanadiers war nicht zu erkennen, folgerichtig hielt das Tor auch dem Videobeweis stand.

Im zweiten Drittel bot sich den 18.600 Fans in der wieder einmal ausverkauften Lanxess-Arena dann ein ganz anderes Bild. Die Haie kamen deutlich bissiger aus der Kabine – und schnappten schnell zu. Valtteri Kemiläinen (23.) glich zunächst aus, wenig später war das Spiel durch den Treffer von Kevin Niedenz (25.) komplett gedreht.

Köln brutal effizient – und die Schanzer gefrustet! Sam Ruopp kassierte in der 26. Minute eine Disziplinarstrafe. Doch das kölsche Oberwasser hielt nicht lange, Riley Barber traf in der 28. Minute zum Ausgleich.

Kurz vor der zweiten Drittelpause musste der KEC nochmal eine Unterzahl überstehen, nachdem Kapitän Mo Müller die Scheibe aus dem Spielfeld befördert hatte. Doch was Ingolstadt kann, kann der KEC schon lange: Patrick Russell eroberte in Unterzahl den Puck und schloss den Konter selbst zur erneuten Führung ab (39.). Der zweite Shorthander des Spiels! „Es ist ein sehr intensives Spiel, so wie uns das gefällt. Wir stehen aber etwas zu offen“, sagte Aubry am Mikro von MagentaSport.

Im letzten Drittel hatte der KEC beim Schuss von Alex Breton Glück, dass dieser an den Pfosten krachte. Janne Juvonen im Kölner Tor wäre chancenlos gewesen. Nach einer Parade des finnischen Goalies auf der Linie kam es zur Rudelbildung. Die Schiedsrichter schauten sich die Szene lange auf dem Bildschirm an, doch es war nicht eindeutig aufzulösen, ob der Puck die Linie nicht doch überquert hatte. Die Fans bejubelten die Entscheidung: kein Treffer.

Sechseinhalb Minuten vor Schluss traf Barber erneut den Pfosten, es blieb ein Spiel auf Messers Schneide. Die Entscheidung kam dann durch einen Doppelschlag. Zunächst traf Gregor MacLeod (56.) in Überzahl zum 5:3. Wenig später machte Ryan MacInnis (56.) mit dem Treffer zum 6:3 alles klar. 

Auf dem Eis war alles entschieden, doch kurz vor dem Ende ging es nochmal richtig hoch her. Zunächst flogen zwischen Tanner Kero und Daniel Schmölz die Fäuste. Für Müller, der sich im Anschluss Riley Sheen zur Brust nahm, gab es Szenenapplaus. Alle vier verfolgten die letzten Sekunden aus der Strafbox.

Die Spieler der Kölner Haie im Spiel gegen Dresden auf dem Feld.

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