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Kölner Haie DEL-Start: KEC zerlegt Top-Team München – Fans feiern und singen das Lederhosen-Lied

Haie-Profi Carter Proft vor dem Tor von Münchens Goalie Mathias Niederberger.

Kölner Haie gegen RB München: Christopher Desousa (l.) und Kölns Carter Proft vor dem Tor von Münchens Goalie Mathias Niederberger (r.) am Donnerstagabend (15. September 2022) in der Lanxess-Arena.

50 Jahre Kölner Haie – gibt es im Jubiläums-Jahr endlich mal wieder einen Titel zu feiern? Die Ziele des KEC sind ambitioniert. Am Donnerstag startete die Saison erfolgreich gegen Red Bull München.

Lang, lang ist’s her! Den bislang letzten von insgesamt acht deutschen Meistertiteln gewannen die Kölner Haie im Jahr 2002. 20 Jahre ist das her, eine lange Durststrecke. Doch zum 50. Geburtstag des KEC soll es wieder was zu feiern geben.

Die Kölner starten mit ambitionierten Zielen in die neue DEL-Saison. Am Donnerstagabend (15. September 2022) ging es zum Auftakt gehen Top-Team Red Bull München. Es war das erste Pflichtspiel der Haie nach 154 Tagen – und es wurde ein überragender Start aus Kölner Sicht. Am Ende zerlegten die Haie RB beim 6:3 phasenweise. Endlich wieder Eishockey in der Lanxess-Arena!

Doch den besseren Start erwischten die Gäste: Andreas Eder traf nach gut drei Minuten zum 1:0 für RB München. Der neue KEC-Goalie Mirko Pantkowski das erste Mal geschlagen. Nur wenig später rettete Pantkowski mit einem Riesen-Safe gegen Patrick Hager. Das wäre beinahe das 0:2 gewesen.

RB in der Anfangsphase viel aggressiver, griffiger und hellwach. Die Münchner schnürten die Haie regelrecht ein. Doch ein weiteres Tor fiel zunächst nicht. KEC-Coach Uwe Krupp (57): „Wir mussten uns erst mal an das Tempo der Münchner gewöhnen.“ Das taten die Kölner auch.

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Kölner Haie gegen RB München – 1:1 nach dem ersten Drittel

Nach gut zwölf Minuten hatte Kölns Jason Bast die Chance zum Ausgleich, von halbrechts schoss er den Puck aber nur in den Fanghandschuh von Mathias Niederberger im Tor der Münchner. Richtung erster Pause befreiten sich die Haie immer mehr. Zunächst scheiterte Landon Ferraro noch, dann zog Stanislav Dietz ab, der Puck wurde von Maxi Kammerer ins Tor abgefälscht. 1:1!

Kammerer sagte in der Pause bei MagentaSport: „Es ist überragend, in der vollen Halle hier zu spielen. Das macht Lust auf mehr. Es tut der ganzen Mannschaft gut, dass wir mit 1:1 aus dem ersten Drittel gehen, wir halten gut dagegen.“ 13.177 Zuschauerinnen und Zuschauer waren dabei im Kölner Eishockey-Tempel.

Nach 27 Minuten Köln im Pech: Louis-Marc Aubry traf den Pfosten. Kurz darauf musste er auf die Strafbank. In Überzahl hatte Münchens Frederik Tiffels die Chance zur Führung, doch auch sein Schuss ging an den Pfosten.

Dann Köln wieder im Glück: Justin Schütz vergab völlig frei vor dem Kölner Tor. In der Folge die Haie in Überzahl und Maxi Kammerer war erneut da: 2:1 (33. Minute)! Die Haie drehten jetzt auf: Aubry mit Traumeinstand nach Traumpass von Andreas Thuresson. Der Kanadier erzielte das 3:1 (39. Minute)!

Und es wurde giftig: Ferraro und Münchens Nicolas Appendino prügelten sich, da rangelten sogar die Schiris mit, gingen entschieden dazwischen. Beide Spieler erhielten zwei Strafminuten wegen übertriebener Härte. Was für ein Drittel!

Im Schlussabschnitt München zunächst in Überzahl, doch die Haie verteidigten gut, ließen nur einen Schuss der Gäste zu. Als Köln dann in Überzahl agierte, machen sie es besser: Doppelpack Aubry! Es hieß 4:1 nach 47 Minuten. Nur 18 Sekunden später machte Brady Austin das 5:1. Die Fans feierten in der Arena, sangen elf Minuten vor Schluss: „Zieht den Bayern die Lederhosen aus!“

Doch München gab noch nicht auf, machte das 2:5 durch Hager (51.). Wurde es noch mal eng? Nö! Vier Minuten vor dem Ende nahm München schon den Goalie raus, um einen Mann mehr auf dem Eis zu haben. Doch ein Tor machten die Haie – und zwar in die leere Münchner Kiste. Jon Matsumoto stellte auf 6:2. Münchens Austin Ortega machte zwar noch das 3:6, aber für mehr reichte es nicht.

Zuletzt hatte der KEC vor neun Spielen ein Duell daheim gegen München gewonnen. Der höchste Sieg stammt aus dem Jahr 2013, als im Januar 5:1 gegen München gewonnen wurde. Diese Haie machen nun Lust auf mehr. Hinten ist Pantowski ein super Rückhalt und vorne wirbelt eine starke Offensive um Doppeltorschütze Aubry.

Magenta-Experte Kai Hospelt sagte: „Man sieht es, die Fans haben Bock und die Haie können den Schwung nun mitnehmen, nach einem tollen Start gegen einen guten Gegner wie München.“ Und die Fans singen: „Oh, wie ist das schön, sowas hat man lange nicht gesehen, so schön, so schön...“

Krupp war nach dem Spiel erleichtert: „Das war ein gutes Spiel. Das erste Spiel ist immer wichtig für Moral und Stimmung.“ Münchens Hager haderte: „Wenn wir unsere Chancen genutzt hätten zu Beginn, wäre es anders gelaufen.“ Am Sonntag (18. September)  muss Köln nach Augsburg (19 Uhr).

Kölner Haie: KEC-Gesellschafter will den Titel!

Und die Eishockey-Fans sowie die Konkurrenz fragen sich nun: Was können diese Haie leisten in der neuen Saison? Erster Tabellenführer sind sie schon mal...

Bei der Jubiläums-Gala im August in der Flora hatte KEC-Hauptgesellschafter Frank Gotthardt (71) klipp und klar gesagt, was er sich wünscht: „Das ist ja klar: In den nächsten drei Jahren die Meisterschaft zu gewinnen. In drei Jahren kann man dreimal gewinnen, zweimal, einmal oder keinmal. Ich weiß, was ich mir wünschen würde – aber einmal wäre schon toll“, so Gotthardt.

Die Kölner Haie haben sich umfassend verstärkt und müssen zehn neue Spieler integrieren, darunter auch das neue Goalie-Duo Oleg Shilin und Mirko Pantkowski. Ersterer hatte sich in der Vorbereitung verletzt, deshalb hat Pantkowski die Nase vorn.

Trainer Uwe Krupp (57) sagte vor dem Start in die Saison: „Wir haben keinen Grund, nicht optimistisch zu sein. Wir haben dieses Jahr eine schlagkräftige Mannschaft. Für mich steht die Saison unter dem Motto, dass wir Respekt in der Liga zurückgewinnen wollen. Das ist uns in den vergangenen zwei Jahren etwas verloren gegangen. Wenn wir auswärts spielen, müssen die Gegner wissen, dass sie sich warm anziehen müssen, wenn die Haie auftauchen. Und wenn du als Gegner in die Lanxess-Arena kommst, wird mit harten Bandagen gekämpft und wir haben unsere Fans im Rücken.“

Doping-Wirbel gab es bei Auftaktgegner München kurz vor dem Start: Yannic Seidenberg (38) war bei einer Trainingskontrolle mit seinen Werten aufgefallen. 

Seidenberg wollte sich nicht zu einem möglichen Verstoß gegen die Anti-Dopingbestimmungen äußern. Sein Anwalt Rainer Cherkeh teilte am Donnerstag mit, der 38-Jährige kooperiere in vollem Umfang mit der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada).

Seidenberg wurde gesperrt (ab 14. September), sein Klub suspendierte ihn zudem. Münchens Manager Christian Winkler sagte bei MagentaSport: „Es sind laufende Ermittlungen. Wir wurden informiert und haben ihn vorläufig suspendiert. Jetzt heißt es abwarten.“

In dieser Saison gibt es 15 Mannschaften in der Liga. Das bedeutet: 60 Spieltage und 56 Partien pro Klub. In den Playoffs wird wieder nach dem Modus „Best of seven“ gespielt.

Der Tabellenletzte der Hauptrunde steigt ab, um wieder auf 14 Teams zu kommen. Neu in der Liga ist Aufsteiger Löwen Frankfurt.

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