„Haben wir uns verdient“Boykott angekündigt: Haie-Fans uneinig

Bei den Kölner Haien ist die Vorfreude auf die Rückkehr in die CHL groß. Doch diese wird nun erheblich getrübt.

Das erste Eistraining unter dem neuen Trainer Thomas Berglund ist absolviert, das neue Heim-Trikot vorgestellt: Bei den Kölner Haien steigt die Vorfreude auf die neue Saison – mit der Rückkehr in den Europokal!

Doch eine Sache sorgt für mächtig Frust bei den KEC-Fans: ein temporärer Umzug nach Krefeld.

Aktive Fanszene der Kölner Haie boykottiert Spiel in Krefeld

Durch den Hauptrundensieg in der vergangenen Saison haben sich die Haie erstmals seit zwölf Jahren wieder für die Champions League Hockey (CHL) qualifiziert. Am 3. September, also noch vor dem Saisonbeginn in der DEL (18. September), geht es mit dem Auswärtsspiel bei Red Bull Salzburg los. Nur zwei Tage (5. September) später gibt es bei Tappara Tampere ein Wiedersehen mit Ex-Trainer Kari Jalonen.

Anschließend stehen drei Heimspiele auf dem Programm (10. September gegen Frölunda Göteborg, 12. September gegen KAC Klagenfurt und 7. Oktober gegen Herning Blue Fox), ehe die Haie die Hauptrunde am 14. Oktober mit einem Auswärtsspiel bei Genève-Servette abschließen.

Zwei der Heimspiele finden in der Lanxess-Arena statt, doch für die Partie gegen Klagenfurt müssen die Haie aus Termingründen in die YAYLA Arena in Krefeld ausweichen. Die Fans sind genervt.

Die aktive Fanszene meldete sich am Montag (3. August 2026) mit einem Statement auf Instagram zu Wort. „Aus unserer Sicht ist es nach zwölf Jahren Abstinenz vom internationalen Wettbewerb unverhandelbar, Heimspiele der Kölner Haie am Eishockeystandort Köln stattfinden zu lassen“, heißt es bei „Inferno della Nord“.

Und weiter: „Nach schwierigen Jahren haben wir es uns verdient, große internationale Gegner in der heimischen Kölnarena willkommen zu heißen. Deshalb haben wir uns in Absprache mit weiteren Fanclubs der aktiven Fanszene dazu entschieden, das Spiel am Ausweichstandort Krefeld nicht organisiert zu besuchen. Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen.“

Ihr Statement schloss die Gruppierung mit einer Forderung an die Arena und den KEC, „zukünftige Terminplanungen und -entscheidungen mit dem gebotenen Weitblick vorzunehmen. Bereits in den vergangenen beiden Jahren blieb unserem Club aufgrund der Belegung der Arena jede Chance auf das Heimrecht in den Playoffs verwehrt.“

Die weiteren Fans reagieren gespalten auf die Boykott-Ankündigungen, in den Kommentaren wird kontrovers diskutiert. „Ich kann es nachvollziehen. Wir werden auch nicht fahren“, schreibt ein Instagram-User. Ein weiterer meint: „Richtige Entscheidung!!!“

Doch es gibt auch Gegenstimmen. „Ich find’s schwach! Man mag über die Termingestaltung denken, was man will. Aber unsere Mannschaft nicht zu unterstützen, nur weil wir nicht in der Arena spielen, … SCHWACH! Ich bin in Krefeld und werde unsere Jungs anfeuern“, kommentiert ein Fan. Ein anderer schreibt: „Es kann ja jeder selbst entscheiden, ob er nach Krefeld fährt. Ich werde fahren und meine Mannschaft unterstützen! Diese Mannschaft hat es verdient und sie können am wenigsten dafür. Es ist schade, dass es immer wieder an der Arena scheitert, aber wir können froh über so eine tolle Halle sein. Auch in schweren Zeiten (und die gab es auch zu genüge) konnten wir in der Arena spielen.“

Auch ein Fan der Krefeld Pinguine, die den Haien ihre Heimspielstätte zur Verfügung stellen, mischt sich ein – und hat eine klare Meinung: „Als Krefelder finde ich diese Aktion einfach nur peinlich. Wer ein so wichtiges internationales Spiel aus reinem Sturrsinn boykottiert, tut weder dem Eishockey noch dem eigenen Verein einen Gefallen. Damit schadet man am Ende nur der Mannschaft, die nach all den Jahren ohne CHL die größtmögliche Unterstützung verdient hätte, statt im entscheidenden Moment im Stich gelassen zu werden. Und ganz ehrlich: Wenn dieses eine Spiel erfolgreich gewonnen wird, gibt es ja vielleicht auch noch weitere spannende Spiele in der Lanxess-Arena.“

Sollten die Haie es unter die Top 16 von 24 Teams schaffen, würden sie sich für die K.o.-Phase qualifizieren. Das Achtelfinale (Hin- und Rückspiel) ist für den 10./11. sowie 17./18. November terminiert. Die weiteren Playoff-Runden werden von Dezember bis Januar gespielt.

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