Er sagte seine Meinung, jetzt ist er raus. Der Streit um Eisschnellläufer Fridtjof Petzold und den Verband spitzt sich dramatisch zu. Jetzt mischt sich eine mächtige Organisation ein und fordert Aufklärung.
Eis-Beben in Deutschland:Verband suspendiert Kritiker – jetzt platzt die Bombe

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Der Verein Athleten Deutschland unterstützt Eisschnellläufer Fridtjof Petzold. (Archivbild)
Der Verein Athleten Deutschland schaltet sich in den Zoff um die Deutsche Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) ein. Die Organisation verlangt eine unabhängige Untersuchung der Anschuldigungen. Außerdem soll das vorläufige Startverbot für Fridtjof Petzold (28) fallen, der nach seiner massiven Kritik an den Zuständen rund um die Winterolympiade in Mailand kaltgestellt wurde.
Die DESG hatte die von Petzold vorgebrachten Vorwürfe scharf zurückgewiesen. Der Sportler sprach von strukturellen Defiziten und einer mangelhaften Betreuung. Daraufhin sperrte ihn der Verband und entzog ihm mit sofortiger Wirkung den Status als Bundeskaderathlet. Laut dpa erklärte DESG-Präsident Matthias Große, Petzold habe die Regeln des Verbandes missachtet.
Forderung: Bund und DOSB sollen Untersuchung durchsetzen
„Wir fordern eine unabhängige Untersuchung, die Fehlverhalten und Verantwortung klar benennt. Nur so kann ein Rahmen geschaffen werden, der Athletinnen und Athleten schützt und Höchstleistungen ermöglicht“, macht Johannes Herber, Geschäftsführer von Athleten Deutschland, in einer Mitteilung deutlich. Er erwartet vom Bund als primärem Geldgeber und vom DOSB als Dachverband, eine solche Untersuchung zu starten und gegenüber der DESG durchzusetzen.
Gleichzeitig sieht die Athletenvertretung auch die Bundesregierung und den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) in der Verantwortung. Sie sollen aus den Geschehnissen die nötigen Schlüsse ziehen, die auch über die DESG hinausweisen.
Die Situation bei der DESG beschäftigt mittlerweile auch die hohe Politik. Der Fall ist heute Thema im Bundestags-Ausschuss für Sport und Ehrenamt. Ein Bericht der Bundesregierung wird laut Tagesordnung erwartet. Die Sitzung zu diesem Punkt findet hinter verschlossenen Türen statt.
Aus Solidarität: Kollege boykottiert WM-Start
Die Causa sorgt für ein Beben in der Szene. Aus Solidarität mit Petzold kündigte der deutsche Eisschnellläufer Felix Maly am Dienstag an, seinen Start bei der kommenden Mehrkampf-WM in Heerenveen abzusagen. Ein starkes Zeichen unter Kollegen! (red)
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