Monatelang hielten Explosionen und Schüsse Köln in Atem. Nach einer Detonation vor einem Nachtclub auf den Ringen steht jetzt die Anklage.
Explosion vor NachtclubKölner Staatsanwaltschaft klagt zwei Teenager an

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Einsatz am 16. September 2024: Vor dem Nachtclub Vanity war es am frühen Morgen zu einer Explosion gekommen.

Läuft auf den Ringen ein Drogenkrieg? Steckt die berüchtigte Mocro-Mafia dahinter? Als im Herbst 2024 vor dem „Vanity Club Cologne“ ein Sprengsatz explodierte, war die Angst groß.
Jetzt hat die Kölner Staatsanwaltschaft Anklage gegen zwei Jugendliche aus den Niederlanden erhoben. Der Vorwurf: Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion, gefährliche Körperverletzung und Sachbeschädigung.
Explosion vor Kölner Club: Prozess ohne Öffentlichkeit
Der eine Beschuldigte war zur Tatzeit gerade mal 15 Jahre. Das Gesicht des Teenagers war auf Fahndungsfotos, die aus der polizeilichen Videoüberwachung am Hohenzollernring stammten und veröffentlicht wurden, deutlich zu erkennen. Auf einem der Fotos sieht man ihn mit einer blauen Einkaufstüte, in der sich Brandbeschleuniger befunden haben soll.
Die Tüte soll er am Morgen des 16. Septembers 2024 nahe dem Eingangsbereich der Diskothek am Hohenzollernring abgestellt und den Inhalt entzündet haben. Um 5.50 Uhr knallte es, dann schlugen Flammen hoch. Eine Reinigungskraft, die sich in der Nähe der Detonation befand, erlitt ein Knalltrauma und kam ins Krankenhaus.
Die Kölner Polizei baute mit einer Öffentlichkeitsfahndung und ihren intensiven Ermittlungen ordentlich Druck auf. Mit Erfolg: Im Februar 2025 tauchte der gesuchte Jugendliche (inzwischen 16) im Beisein einer Rechtsanwältin im Polizeipräsidium Köln auf und stellte sich freiwillig. Er habe sich auf den Fahndungsfotos erkannt und sei in das Explosionsgeschehen involviert, ließ er über seine Anwältin ausrichten. Ansonsten schwieg er.
Bei dem zweiten Beschuldigten handelt es sich ebenfalls um einen Minderjährigen aus den Niederlanden. Nach Informationen von EXPRESS.de soll er den mutmaßlichen Sprengsatz-Leger zum Tatort gefahren haben.
Der Prozess gegen die beiden Teenager wird vor dem Jugendschöffengericht des Kölner Amtsgerichts stattfinden. Diese Verhandlungen sind grundsätzlich nicht öffentlich, wenn der Angeklagte oder ein Angeklagter zur Tatzeit Jugendlicher (14 bis 17 Jahre alt) war.
Dementsprechend gibt es auch vorab keine Informationen zu Inhalt und Umfang der Anklagen gegen das Duo. Der Prozess ist noch nicht terminiert.
