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„Das ist lachhaft“Experte wütet über Usyk-Sieg, jetzt fordert Kabayel ihn

Boxen: Usyk - Verhoeven

Copyright: STR/AP/dpa

Bewegt die Boxwelt: der Kampf von Oleksandr Usyk (l) gegen Rico Verhoeven.

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Nach Skandal-Fight: Deutscher Box-Held fordert Usyk.

Ein Fight, der die Box-Szene aufwühlt. Dreifach-Champ Oleksandr Usyk gewinnt nach einem Skandal-Abbruch – und jetzt will unser deutscher Herausforderer Agit Kabayel seine Chance.

Was für eine irre Nacht vor der Kulisse der Pyramiden von Gizeh! Da musste selbst der deutsche Box-Held Agit Kabayel erst mal tief Luft holen. Der Mann aus Bochum erlebte als Pflichtherausforderer und Augenzeuge, wie ein Schwergewichtskracher plötzlich vorbei war, bei dem Dreifach-Weltmeister Oleksandr Usyk nur haarscharf an einer Blamage vorbeischrammte.

Kickboxer Rico Verhoeven, der im normalen Boxen als krasser Außenseiter galt, hatte den Ukrainer am Rande der allerersten Niederlage im 25. Profikampf des Superstars. Die Entscheidung für einen technischen K.o. zugunsten von Usyk sorgt nun für heftige Debatten in der Szene. Und die direkte Herausforderung von Kabayel an Usyk? Die ging im ganzen Chaos nach dem Fight beinahe unter.

Kabayel macht Ansage an Usyk: „All die deutschen Fans warten“

„Deutschland ist bereit für den Kampf. All die deutschen Fans warten. Ich weiß, dass viele ukrainische Menschen auch in Deutschland leben. Lass es uns in einem deutschen Stadion austragen“, forderte der Bochumer, der mit einem Trikot der deutschen Fußball-Nationalelf in den Ring gestiegen war. „Lass es uns machen, kein Problem“, erwiderte Usyk, blieb dabei aber unkonkret.

Der mächtige Box-Investor Turki al-Sheikh, der vor kurzem einen Kampf des ebenfalls unbesiegten Kabayel in Deutschland ins Gespräch brachte und fördern will, klang neben dem Bochumer im Ring auf einmal nicht mehr so klar. „Er steht in der Schlange“, sagte er und deutete auf Kabayel. Gleichzeitig warf er die Idee eines Rückkampfs in den Niederlanden in den Raum.

Die Promoter von Kabayel legten den Plan hingegen unmissverständlich dar. „Agit ist der interimistische WBC-Champion und der Nächste in der Reihe. Usyk muss ihn jetzt entweder bekämpfen oder den Titel niederlegen, so einfach ist das“, ließ Queensberry-Promoter Frank Warren auf der Plattform „X“ wissen.

Zuvor hatte bereits der Präsident des WBC-Verbands, Mauricio Sulaimán, zugesichert, dass der Sieger des Kampfes in Gizeh gegen Kabayel boxen werde. Der Verband hatte den dreifachen Weltmeister schon im Februar dazu verpflichtet, nach seinem freiwilligen Duell gegen Kickboxer Verhoeven gegen Kabayel anzutreten. Ein möglicher Fight könnte im Herbst in Düsseldorf oder Gelsenkirchen über die Bühne gehen.

Experten-Urteil zum Abbruch: „Das ist lachhaft“

Der Ausgang dieses außergewöhnlichen Crossover-Duells vor der spektakulären Kulisse bei den Pyramiden von Gizeh bringt das Schwergewicht allerdings gehörig durcheinander. Mit Verhoeven trat ein Kickboxer an, der seinen erst zweiten regulären Profi-Kampf bestritt – und er hätte den Superstar der Gewichtsklasse um ein Haar besiegt.

Trotzdem versetzte Usyk – Bezwinger von Größen wie Tyson Fury und Anthony Joshua – seinem Kontrahenten einen Uppercut-Treffer, woraufhin der Niederländer kurz wackelte. Daraufhin beendete Ringrichter Mark Lyson den Kampf überraschend früh in der elften von zwölf Runden.

„Das ist echt lachhaft“, kommentierte Experte Bernd Bönte bei DAZN diese Entscheidung. Usyk habe seinen Höhepunkt überschritten, befand der frühere Manager der Klitschko-Brüder. „Das ist nicht mehr dieser explosive Usyk, den wir gesehen haben“, fügte er hinzu.

Gegner Verhoeven kündigt Einspruch an

Der Ukrainer, dessen WBA- und IBF-Gürtel nicht auf dem Spiel standen, präsentierte sich bei seiner freiwilligen Titelverteidigung des WBC-Gürtels erstaunlich schwach und behäbig. „Vielen Dank, Rico, du bist ein großartiger Kämpfer“, sagte Usyk, der den Sieg „dem ukrainischen Volk“ und den ukrainischen Soldaten im russischen Angriffskrieg gegen sein Land widmete.

Boxen: Usyk - Verhoeven

Copyright: Koen Van Weel/ANP/dpa

Rico Verhoeven im Kampf gegen Oleksandr Usyk (l) an den Pyramiden von Gizeh.

Verhoeven reagierte auf das Duell „bittersüß“. „Ich fand, es war ein frühes Ende, aber am Ende ist das nicht meine Entscheidung“, sagte Verhoeven. Auf dem Weg ins Hotel legte er beim Portal „Boxing News“ dann aber nach: „Nach dem Gong haben sie den Kampf abgebrochen. Der Gong hat also geläutet, und dann haben sie den Kampf abgebrochen. Ich glaube, wir sollten Einspruch einlegen, denn das ergibt überhaupt keinen Sinn.“

Ein möglicher Kampf zwischen Usyk und Kabayel könnte im Herbst in Düsseldorf oder Gelsenkirchen stattfinden, sofern das Ergebnis Bestand hat. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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