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Starkregen-Warnung Was Sie tun sollten, um sich und Ihr Haus bestmöglich zu schützen

Wassermassen fluten eine Straße und fließen an Häusern vorbei.

Bei Starkregen drohen Überflutungen, die schnell auch das eigene Haus in Mitleidenschaft ziehen. Das haben die Juli-Unwetter im Westen Deutschlands gezeigt. Das Foto entstand am 18. Juli 2021 in Krems (Österreich), wo es ebenfalls heftige Unwetter mit Hochwasser gegeben hat.

Nach dem Jahrhundertunwetter im Westen Deutschlands droht am Wochenende in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz erneut Starkregen. EXPRESS sagt, wie Sie mit solchen Warnungen umgehen sollten und wie Sie sich und Ihr Haus am besten gegen die Folgen schützen.

Berlin. Vielen Menschen stecken die Fluten von Mitte Juli immer noch in den Knochen. Klar, haben die Menschen in den betroffenen Regionen doch noch monate-, wenn nicht jahrelang mit den Folgen des Hochwassers zu kämpfen.

Nun droht bereits neues Unheil im Westen Deutschlands: In Rheinland-Pfalz rechnet der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Samstag bereits in den Frühstunden mit gewittrigen Regenfällen, tagsüber sei Starkregen möglich, lokal herrsche sogar Unwettergefahr. Nordrhein-Westfalen soll das Ganze wenig später ebenfalls treffen. Hier wird eher gegen Abend mit möglichem Starkregen gerechnet.

Doch wie geht man damit um? Kann man die Auswirkungen des Unwetters abmildern und sein Haus oder seine Wohnung vor möglichen Fluten schützen? 

Unwetter und Starkregen drohen: Wie kann ich mich und mein Haus schützen?

Das raten Experten bei entsprechenden Wettervorhersagen:

Strom abschalten

In den Räumen, die am ehesten geflutet werden können, etwa im Keller, sollten elektrische Geräte und auch die Heizung vom Stromnetz genommen werden. Wenn der Ernstfall eintritt, den Sicherungsschalter für das gesamte Haus umlegen.

Denn wenn es im Wasser zu einem Kurzschluss kommt, ist das später beim Aufräumen eine tödliche Gefahr. Und hindert so daran, schnell reagieren zu können. Denn bevor die überfluteten Räume betreten und wenigstens ein paar Sachen gerettet werden können, müssen erst Feuerwehr oder Energieversorger gerufen werden. Das kostet wertvolle Zeit.

Vor allem sollte man wissen: Selbst Sicherungen, die normalerweise vor elektrischen Schlägen schützen, seien meistens nicht mehr wirksam, nachdem sie mit Wasser in Berührung gekommen sind. Das erklärt die Initiative Elektro+, ein Zusammenschluss der Elektrobranche.

Rückstauklappen kontrollieren

Während die Gefahr von Überschwemmungen in unmittelbarer Nähe von Flüssen auf der Hand liegt und die Gebäude dort meistens besser abgesichert sind, kann Starkregen überall zum Problem werden. Selbst am Hang und auf dem Berg. Denn zu viel Regen kann die Straßenkanalisation nicht aufnehmen.

In der Folge drückt sich das Wasser durch die Abflüsse ins Haus. Eine Rückstauklappe, die mancherorts sogar vorgeschrieben ist, verschließt von unten die Rohre. Deren Funktionsfähigkeit sollte man bei einer entsprechenden Wetterwarnung noch mal überprüfen, rät das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Und: Sie lässt sich in vielen Fällen auch nachrüsten.

Problematische Stoffe vorrangig wegräumen

Auch wenn man sich verständlicherweise auf das konzentrieren möchte, was einem am Herzen liegt – etwa die geliebten Fotoalben zu retten – sollte man sich zuerst um Gefahrenpotenziale kümmern.

So sollte man in den besonders bedrohten Räumen alles herausräumen, was möglich ist. Das gilt besonders für gefährliche Stoffe und Chemikalien wie Benzin und Öl, Pflanzenschutzmittel, aber auch Farben, so das BBK. Diese sollten nicht ins Wasser gelangen, passiert das doch, muss die Feuerwehr zur Beseitigung anrücken.

Dazu gehört auch, dass der Tank für Heizöl gegen Auftrieb gesichert sein muss. Notfalls sollte er an der Wand verankert oder mit Ballast beschwert werden.

Ein einfacher Tipp ist auch das grundsätzliche Umräumen des Kellers: Viele Gegenstände können ein paar Zentimeter Wasser durchaus überleben, dafür sollten sie nicht auf dem Boden, sondern auf höher gelegenen Regalen stehen. Das gilt auch für Elektrogeräte, die etwa auf Podesten stehen können.

Das Haus von außen absichern

Sandsäcke schützen bei geringen Überschwemmungen der Straßen das Haus – sie kommen vor Türen, Fenster und Schächte. Auch Schalbretter, wasserfeste Sperrholzplatten und Silikon zum Abdichten tun gute Dienste. In Orten mit einer Überflutungsgefahr etwa durch Flüsse und Bachläufe hilft es, sie im Haus vorrätig zu haben.

Wirkungsvoller sind mobile Schutzwände, die ohne größere Vorlaufzeiten vor die Eingänge eines Gebäudes gesetzt werden. Prof. Norbert Gebbeken, Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau, empfiehlt sie Menschen in Regionen, die häufiger von Hochwasser betroffen sind. Sie werden im Idealfall bis zum ersten Stockwerk an allen Öffnungen angebracht.

Notfallgepäck bereit halten

Es kann nicht schaden, Notgepäck mit den wichtigsten Dokumenten vorzubereiten. Grundsätzlich ist es sinnvoll, eine Liste des Eigentums zu erstellen, um der Versicherung Schäden später einfacher melden zu können – übrigens auch für den Fall eines Einbruchs.

Hilfreich sind außerdem Fotos vom Zustand der Gebäude und Einrichtung und, wenn noch vorhanden, Scans der Einkaufsbelege. Die Dateien können etwa in einem Clouddienst lagern. Wer lieber Kopien behält, sollte diese bei Verwandten oder Bekannten in anderen Orten lagern.

Was sich im Haus für den Ernstfall auch gut macht: Campingkocher, netzunabhängiges Radio, Taschenlampen mit Reservebatterien und ein leerer Wasserkanister. (dpa, so)

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