Tipps für ein kulturelles, kulinarisches und spannendes Wochenende in Goslar, wo sich einst die Könige und Kaiser aufhielten.
Trip in den HarzGoslar: Gruben, Grusel und Geschichte

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Der Marktplatz im Herzen der Goslarer Altstadt ist der perfekte Ausgangspunkt, um die kleinen Gässchen zu erkunden.
Am nördlichen Rand des Harzes kann man eine Zeitreise ins Mittelalter unternehmen. Goslar bietet eine idyllische Altstadt mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten.
Malerische Fachwerkhäuser, beeindruckende Stadttore und ein ehemaliger Sitz der deutschen Kaiser locken in das Städtchen nahe der Grenze von Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Es besticht mit überschaubarer Größe und dem Charakter eines Freilichtmuseums in verwinkelten Gässchen, durch die man spaziert.
Goslar: Tipps für die ganze Familie
- Geschichte erleben: Die Stadt am Fuße des Harz erlebte ihre Blütezeit vor rund 1000 Jahren. Anfang des 11. Jahrhunderts verlegte Heinrich II. die Königspfalz nach Goslar. Sie diente als Wohnort für die damaligen Könige (und später Kaiser) und wurde von Heinrich III. zur größten Unterkunft der Salier ausgebaut. Der riesige Bau thront im Süden Goslars am Fuß des Rammelsbergs und kann besichtigt werden (Erwachsene 7,50 Euro, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sowie Studenten kostenlos).

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Am Fuß des Rammelsbergs liegt die Kaiserpfalz, die einst ein Sitz der Salier war.
- Gruselig: Als Heinrich III. 1056 starb, wurde er – wie viele andere Kaiser und Könige – in der Krypta des Speyrer Doms beigesetzt. Weil er aber Goslar in sein Herz geschlossen hatte, wünschte er sich, dass eben dieses auch dort begraben werden sollte. Und so liegt es eingeschlossen in einem steinernen Grab in der Ulrichskapelle, die zur Kaiserpfalz gehört.

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In der Ulrichskapelle liegen das Herz (und weitere Innereien) von Heinrich III. begraben. Das Bild zeigt den steinernen Sarkophag des Herrschers.
- Digital durch die Altstadt: Geschichte kann man in Goslar aber nicht nur in der Kaiserpfalz erleben. Die historische Altstadt, die seit 1992 unter Unesco-Weltkulturerbe steht, bietet einladende Plätze, schnuckelige Gässchen und ganz viele Gebäude zum Hingucken. Auf der Website der Stadt kann man diverse geführte Touren zu allen möglichen Themen buchen (ab 13 Euro). Zudem gibt es einen digitalen Stadtrundgang (kostenlos), der Erklärungen zu den wichtigsten historischen Plätzen und Gebäuden liefert. So kann man auf eigene Faust vom Marktplatz aus losziehen und bekommt Infos u. a. zu Marktkirche, Siemenshaus, Lohmühle und dem Breiten Tor.

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Über Jahrhunderte wurde am Rammelsberg Erz abgebaut. Heute können Besucher das Bergwerk erkunden.
- Ab unter Tage: Ein Grund, warum Könige und Kaiser Goslar als Aufenthaltsort wählten, war die Wirtschaftskraft der Stadt, Resultat des Erzabbaus am Rammelsberg, der über Jahrhunderte lief. Erst 1988 wurde das Bergwerk geschlossen. Nur vier Jahre später wurde es ebenfalls unter Unesco-Kulturerbe gestellt. Die riesige Anlage an der Westseite des Rammelsbergs ist mittlerweile ein Museum, in dem Besucher unter anderem eine Fahrt mit der Grubenbahn unter Tage machen können (Erwachsene 10 Euro, Kinder/Jugendliche 5,50 Euro, Führungen kosten extra).
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- Wandern im Harz: Wer will, kann von der Goslarer Altstadt auf einem gut sechs Kilometer langen Rundweg zum Besucherbergwerk hinauf und auch wieder hinunter wandern. Goslar bietet sich aber auch als Startpunkt für andere Touren im Harz an. So startet hier unter anderem auch der Harzer Klosterwanderweg, der in sieben Etappen über 117 Kilometer bis Halberstadt führt. Hier gibt es Infos über weitere Wandertouren, aber auch Rad- und Mountainbike-Strecken.

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Deftig kann man im Brauhaus Goslar speisen, Hausmannkost und ein lokales Bier, herrlich!
- Essen und Trinken: Die Gastronomie in Goslar hat sich auf die vielen Touristen eingestellt, die jeden Tag in die Stadt strömen. Vor allem deftige Hausmannskost wird angeboten, unter anderem in der Butterhanne nahe dem Marktplatz oder dem Brauhaus Goslar, direkt daneben. In letzterem gibt es u. a. Gulaschsuppe (5,20 Euro), Bierbraten (17,90 Euro) oder Ofenkartoffel (8,50 Euro). Dazu wird dort das selbstgebraute Gose-Bier angeboten (0,3l ab 3,60 Euro). Wer es weniger deftig mag und Lust auf Asiatisch hat, sollte in die Sushi Bar Kyoto gehen. Dort gibt es neben Sushi auch asiatische Nudelsuppen. Sehr zu empfehlen ist das Udon-Curry (ab 13 Euro).

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Historisch und schick: Das Romantikhotel Alte Münze macht schon von außen einiges her.
- Übernachten: In Goslar gibt es Unterkünfte für jeden Geschmack und vor allem für jeden Geldbeutel. Wer es historisch und richtig schick mag, kann sich im Vier-Sterne-Hotel Alte Münze einquartieren, dessen Zimmer sich in mehreren Jahrhunderte alten Gebäuden befinden. (Doppelzimmer ab 115 Euro/Nacht). Nicht weniger zentral, dafür günstiger, wohnt man in den Gästezimmern „An der Gose“. In dem kleinen Fachwerkhaus, dass keine 200 Meter Luftlinie von der Kaiserpfalz entfernt ist, kann man allein für 45 Euro/Nacht, zu zweit für 55 Euro/Nacht schlafen. Eine weitere Alternative sind die zahlreichen Airbnb-Angebote.
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- Das nervt: Goslar tut alles dafür, Touristen in die Stadt zu locken. Regelmäßig finden Mittelaltermärkte, Konzerte und Feste in der Altstadt statt. Für Besucher, die nicht damit rechnen, kann das ein bisschen viel werden, wenn man sich einen ruhigen Stadtbummel vorgestellt hat.
- Das bleibt: Das entspannte Gefühl, mit einem Kaffee in der Hand durch die wunderschöne Altstadt zu schlendern und hinter jeder Ecke wieder etwas neues Altes zu entdecken.
Kurz-Reise nach Goslar: So komme ich hin
Mit dem Auto sind es von Köln aus rund 370 Kilometer, von Düsseldorf etwa 20 Kilometer weniger. Am besten fährt man über die A1 und die A44 bis Kassel und von dort aus über die A7 bis Rhüden. Von dort geht es noch rund 15 Kilometer über Land.
Alternativ kommt man mit dem Zug in etwa 4,5 Stunden ans Ziel. Zuerst mit dem ICE bis Hannover Hbf und von dort mit dem RE 10 nach Goslar. Tickets ohne Bahncard gibt es ab etwa 55 Euro pro Fahrt.

