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Vuurtoren, Vogels, verse VisEierland – Texels traumhafter Norden

Texel im Ende April/Anflang Mai 2026 - für Reiseseite im Soex

Copyright: Stefanie Monien

Schön wie ein Gemälde, ist aber am nördlichsten Strand der Insel Texel bei passendem Wetter in natura zu bestaunen: Sonnenuntergang mit fast unwirklicher Wolkenmalerei, davor liegt das kleine Fährschiff „De Vriendschap“ fest vertäut am Bootssteg.

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Ausspannen und genießen in Texels tollem Norden – wir waren gerade da und haben tolle Tipps im Gepäck.

Es war mal wieder Zeit für eine ordentliche Brise Nordseeluft und reif für die Insel ist man eigentlich immer. Dieses Mal haben wir uns den Norden Texels ausgesucht – mit kleinen Abstechern in südliche Bereiche der beliebten Ferieninsel. Wer schier unendlich anmutende Sandstrände, Dünen und dazu Ruhe mit einer Prise Dörfchen sucht, wird rund um De Cocksdorp fündig.

Wenn man mit der Teso-Fähre von Den Helder im Süden Texels, in t’Horntje, ankommt, hat man bis Eierland eine Reise über die ganze Insel vor sich. Klingt hochtrabend, ist es aber nicht – die Fahrt dauert gerade mal 23 Minuten.

Eierland – woher kommt der eher kuriose Name?

  1. Eierland: Dieser nördlichste Teil Texels war bis zu Beginn des 17. Jahrhunderts von Texel durch ein Seegatt (tiefe Strömungsrinne) getrennt. Als dieses Gatt versandete, wurde auf der Sandbank ein Deich angelegt – und Eierland, das so heißt, weil dort früher viele Möweneier abgesammelt wurden, gehörte zu Texel. 1835 sorgten mehr als 1500 Arbeiter im Auftrag des schwerreichen Reeders Nicolas De Cock aus Antwerpen dafür, dass Eierland komplett eingepoldert wurde.
  2. De Cocksdorp: Das nördlichste Dorf Texels wurde – man ahnt es bereits – nach dem belgischen Polder-Pionier benannt. In dem knuffigen Ort spielt sich alles rund um Shopping, Schlemmen und Markt (2. Mai bis 2. September; immer samstags) in der Kikkertstraat ab.

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  1. Strände: Superbreit, superfein und superweiß: einfach grandios – für Spaziergänger, Wassersportler und Hunde. Auf letztere bitte gut aufpassen, denn direkt hinter den Dünen befinden sich Vogelschutzgebiete. Der Strand rund um den Leuchtturm wird – naheliegend – „Vuurtorenstrand“ genannt. Im Meer bei De Cocksdorp treffen „Waddenzee“ und „Nordzee“ aufeinander.
  2. Echt zum „Piepen“: Die Eierlandse Duinen und das Feuchtgebiet De Slufter sind Hotspots für Vogelbeobachtungen, ganztägig sieht man begeisterte Hobbyornithologen in Fleck-Tarn mit riesigen „Tüten“ (Kameraobjektive) in den Dünen verschwinden. Hier rasten je nach Jahreszeit viele Zugvögel, Fasane laufen über die Wege, es gibt Löffler, Säbelschnäbler, Blaukehlchen und, und, und ...
  3. Aktivitäten: Einen Ausflug zu den Seehundbänken machen, z. B. mit „De Vriendschap“ (19,50 Euro; Kinder von drei bis zehn Jahren 15 Euro). Den 47 Meter hohen Leuchtturm besteigen (erst Online-Ticket für 6,50 Euro mit Zeitfenster buchen, es ist oben sehr eng). Der Leuchtturm wurde im Zweiten Weltkrieg so heftig beschossen, dass man ihn in eine „neue Haut“ steckte. Die charakteristische rote Fassade umhüllt den alten Turm. Er ist der einzige Leuchtturm in den Niederlanden, der an drei Seiten aufs Meer „blickt“. Und natürlich radfahren – zum Beispiel eine gute halbe Stunde lang durch die Dünen nach De Koog (sehr touristisch; aber bei „Moormann & de Boer“ gibt’s klasse Fleisch vom Texel-Lamm).
  1. Ausflüge: In Den Burg lässt es sich gut einkaufen, z. B. Texeler Schafskäse bei „Kaaswinkel Wezenspyk“ oder köstliches Brot bei „Texelse Branding“ am Vismarkt, hier gibt es auch guten Kaffee aus eigener Rösterei. Waghalsige erklimmen auf steilen, engen Treppen den Turm der protestantischen Kirche (3,50 Euro für 117 Stufen) und können bei gutem Wetter bis zu 25 Kilometer weit sehen. Achtung: Alle halbe Stunde schlägt die mächtige Glocke – wer gerade oben im Turm ist, sollte sich die Ohren gut zuhalten. Oudeschild punktet mit seinem großen Hafen, von dem aus Tages- , Angel- und Seehundtouren starten. Es gibt u. a. zwei Fischgeschäfte, bis zum 4. September ist hier freitags Hafenmarkt. Wer seine Windjacke vergessen hat, kann sich in der Segelmacherei CIV mit Freizeitklamotten eindecken. Den Hoorn ist ein pittoreskes Dörfchen im Inselsüden mit alten Häusern und der Hermvormte Kerk, in der die älteste Orgel der Insel steht.

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  1. Essen und Trinken: Ja bitte! Neben Kibbeling und Bitterballen in diversen Lokalen der Insel im „Kaap Noord“ (Volharding 4) direkt am Strand den gekochten Lammschinken (Lamsham) mit Estragonmayo und Frühlingszwiebeln (15,50 Euro) probieren. Zum Teilen perfekt: „Zeeplank“ (26 Euro) u. a. mit gebratenen Stinten, Räucheraal, Garnelenkroketten, Lachs und Algen-Nachos. Für drinnen unbedingt reservieren, draußen ist freie Platzwahl, aber immer Andrang. Bierfans sollten ein „Skuumkoppe“ (Weizen) probieren. Lecker das „Texfree“ (Texels alkoholfreies Pils). Zum Durchwärmen und nach dem Essen frischen Ingwertee trinken, dabei die Kitesurfer und Wingfoiler beobachten.
  2. Übernachten: Wir haben im Dünenpark und Campingplatz De Robbenjager logiert. Stellplatz für zwei Personen mit Hund inklusive Strom und Kurtaxe ab 60 Euro. Es gibt auch Chalets zum Mieten. Der ruhige und gepflegte Platz schmiegt sich in die Dünenlandschaft unterhalb des Leuchtturms – nimmt man den Hinterausgang, ist man in zwei Minuten über die Dünen am Strand. Direkt am Platz ist das italienische Restaurant „Laguna“ (Hunde drinnen nur bis 18 Uhr erlaubt; auf der Terrasse aber durchgehend willkommen).
  3. Das nervt: Völlig sinnfrei in den Dünen herumliegende Hundekotbeutel. Zu schwach zum Wegschmeißen gewesen, oder was?!
  4. Das bleibt: Käse im Kühlschrank (zumindest noch), Sand im Camper und das unschlagbare Partywissen, dass es auf Texel nur eine einzige Ampel gibt. Und die ist noch nicht mal auf Eierland, sondern im Süden am Fährhafen.

Eierland und Texel: So komme ich hin

Mit dem Auto ist man vom Rheinland aus – je nach Route – in rund 4,5 Stunden auf Texel: etwa über die A57 Richtung Nijmegen, dann über die A 73/A 50 Richtung Amsterdam, auf der A9 bis Alkmaar (Abstecher machen!) und die N 9 bis Den Helder.

Die Überfahrt von Den Helder nach in t’Horntje dauert 20 Minuten (Tickets, tagesaktuelle Preise, Fahrplan sowie Auslastung der Fähren in Echtzeit: teso.nl). Mit dem Zug (ab 51 Euro) geht es von Köln über Arnhem nach Den Helder und von dort auf die Fähre.

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