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McDonald's, Burger King, L'Osteria, Five Guys Große Not in Restaurants – Ketten mit riskantem Plan

Beschäftigte in einem Fastfood-Restaurant in Marseille: Europaweit leidet die Gastronomie unter gleich mehreren Krisen, auch in Deutschland. Doch viele große Restaurantketten schalten auf Angriff.

Beschäftigte in einem Fastfood-Restaurant in Marseille: Europaweit leidet die Gastronomie unter gleich mehreren Krisen, auch in Deutschland. Doch viele große Restaurantketten schalten auf Angriff.

McDonald's, Burger King, L'Osteria, Five Guys, Domino’s, Block House – viele große Restaurantketten gehen auf Risiko und schalten trotz der aktuellen Notlage in der Branche auf Wachstum. Die einen versuchen neue Konzepte, die anderen expandieren – in Anbetracht steigender Preise und Personalnot ist das nicht ungefährlich.

In der deutschen Gastronomie herrscht Krisenstimmung, und das schon seit vielen Monaten: Im Frühjahr 2020, als Corona Europa erreichte, waren die deutschen Restaurants mit die ersten, die ihre Läden dichtmachen mussten. Nun, fast drei Jahre später, leidet die Branche noch immer: unter Personalmangel, steigenden Preisen und einer Kundschaft, die aktuell jeden Cent in der Krise umdreht – und auf Essengehen verzichtet, um Rechnungen bezahlen zu können. 

Auch die Systemgastronomie, die Fastfood-Giganten und Schnellrestaurants, litten erst unter der Pandemie und nun an den Folgen der Wirtschaftskrise: Platzhirsch McDonald's, Deutschlands größte Restaurantkette, hat in den vergangenen zwei Jahren ebenso starke Verluste einfahren müssen wie Burger King. Und auch die Geschäftszahlen von Domino's, einem der größten Pizzalieferanten weltweit, sind in Deutschland jüngst sehr schlecht ausgefallen.

McDonald's, Burger King, L'Osteria, Five Guys: Ketten gehen auf Angriff

Hinzu kommt, dass sich viele Beschäftigte in den Restaurants und Cafés neue Jobs suchen, vor allem kurz vor dem Weihnachtsgeschäft sorgt vielerorts diese Personalnot für zusätzlichen Druck. Doch trotz dieser Krisenstimmung schalten die großen Ketten jetzt auf Angriff – und wagen einen durchaus riskanten Plan. 

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Wie die „Wirtschaftswoche“ berichtet, setzen die großen Player auf Expansion. So will etwa McDonald's mit einer klaren Botschaft Immobilienbesitzer von einer Zusammenarbeit überzeugen: „Wir wollen wachsen“ heißt es auf einer Homepage. Vor allen Dingen nach Kaufgrundstücken für neue McDrive-Filialen werde gesucht – nach Corona scheint man weiterhin auf den Burger zum Mitnehmen setzen zu wollen. 

Rivale Burger King will ebenfalls trotz Inflation wachsen: Die Kette sieht dem Branchenblatt nach „erhebliches Wachstumspotenzial“ für To-go-Konzepte, will an Tankstellen und Bahnhöfen damit experimentieren. Weniger Sitzplätze in Filialen, die viel frequentiert werden, dafür mehr „To-go“-Möglichkeiten über digitale Terminals oder per App. 

Five Guys, die seit 2017 in den deutschen Innenstädten zu finden sind und aktuell 36 Restaurants hierzulande betreibt, wolle 2023 bis zu zehn neue Standorte eröffnen. Auch hier sei man auf der Suche nach viel besuchten, „besonderen“ Orten, wie Deutschlandchef Jörg Gilcher erklärt: Flughäfen, Bahnhöfe, Outlets.

McDonald's, Burger King, L'Osteria, Five Guys: Ketten erhöhen das Tempo

Auch die Pizzakette Domino's litt unter den wirtschaftlichen Folgen, nachdem Putin die Ukraine angegriffen hatte. Stoffel Thijs, CEO bei Domino’s Pizza in Deutschland, sagte gegenüber „Capital“, dass sich auf dort die Einkaufspreise erhöht hätten und sich das in den Zahlen zeige. Gleichzeitig habe man aber auch viel in Wachstum investiert: Man sei in Großstädten gut besetzt, wolle in die Breite gehen. Von derzeit über 400 Filialen in Deutschland soll es mittelfristig auf 1000 Stores gehen.

Konkurrent L'Osteria will auch das Tempo erhöhen: 157 Filialen in acht Ländern betreibt der Pizza- und Pastaladen. 2023 sollen 20 bis 25 hinzukommen, so Chef Mirko Silz. Auch in Deutschland.

McDonald's, Burger King, L'Osteria, Five Guys: Expansion ist nicht ungefährlich

Dass die Systemgastronomie dermaßen wachsen will, ist nicht ungefährlich: Die Branche kämpfe mit mehreren Krisen gleichzeitig, wird Andrea Belegante, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands der Systemgastronomie, von der „Wirtschaftswoche“ zitiert.

„Corona beeinträchtigt nach wie vor das Geschäft und die Umsätze lagen im September 2022 noch immer zehn Prozent unter denen des Septembers 2019 und somit noch deutlich unter dem Vor-Corona-Niveau.“ Die erheblichen Umsatzverluste müssten erst einmal verkraftet werden, parallel steigen eben Preise für Rohstoffe und Energie. Zudem seien die Rücklagen weggeschmolzen, „wie Eis in der Sonne“.

„Das sind Herausforderungen, die mich leider etwas pessimistisch auf die kommenden Monate blicken lassen“, so die Verbandschefin klar. Doch die Branche haben sich immer wieder aus derlei Krisen gekämpft. Und auch die Expansionsstrategie der großen Ketten zeigt, dass sie optimistischer in die Zukunft blicken – und sich für eine Zeit nach der Krise gut aufstellen wollen.

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