Die Fußball-interessierte Öffentlichkeit staunt über Jürgen Klopps XXL-Kader - Sky-Reporter Wolff Fuss wundert sich eher, dass so etwas vorher noch keiner in Deutschland gemacht hat. Im Ausland sei Klopps Methode gang und gäbe.
Wolff Fuss über Klopps 44-Mann-Kader„Warum ist nicht vorher einer auf die Idee gekommen?“

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Bei der WM 2026 waren Wolff Fuss und Jürgen Klopp MagentaTV-Kollegen. (Bild: 2026 Getty Images/Alexander Hassenstein)
44 Namen verteilt auf zwei Kader für vier Länderspiele. Mit seiner ersten Nominierung als deutscher Fußball-Nationaltrainer hat Jürgen Klopp breites Erstaunen ausgelöst. Völlig plausibel erscheint der ungewöhnliche Ansatz Wolff-Christoph Fuss. In einer Diskussionsrunde beim Sender Sky verteidigte der erfahrene Live-Reporter Klopps Vorgehen vehement: „Warum ist nicht vorher einer auf die Idee gekommen, das so zu machen? Das erschließt sich mir nicht.“

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Jürgen Klopp erläuterte seinen Überraschungskader mit den Worten: „Wir haben nicht geguckt, was wir nicht haben, sondern wir haben geguckt: Was haben wir?“ (Bild: 2026 Getty Images/Alex Grimm)
Was Klopp am Donnerstag (17.9.) bei einer Pressekonferenz vorgestellt habe, werde im Ausland ganz häufig gemacht, sagte Fuss. „Wenn ein ausländischer Trainer bei einer etwas kleineren Nation Nationaltrainer wird, wird erst mal gescannt: Was haben wir denn für Leute national und international rumlaufen? Wie alt sind die, was haben die für eine Struktur, was haben die für Zahlen etc.“ In Deutschland hingegen sei eine solche Methode noch nie angewandt worden, wundert sich der 50-Jährige. „Da wird auf die Bundesliga geguckt, da wird draufgeguckt, wer ist der Formstärkste, dann werden die eingeladen, und dann geht's los.“
Wolff Fuss nennt Thomas Tuchel als Positiv-Beispiel
In den letzten Jahren habe man aber feststellen können: „Das ist nicht das erfolgversprechende Modell.“ Besser funktioniere: „Man orientiert sich international, hinterlegt eine Idee, und steht dann a) zu der Idee und b) zu den Leuten, die man eingeladen hat.“ Als Positiv-Beispiel für einen solchen Ansatz nannte Fuss Thomas Tuchel, der England bei der WM auf Platz 3 geführt hat. Tuchel sei ebenfalls keiner, „der nach den größten Namen guckt“, sondern danach: „Wer passt am besten, wie funktioniert das soziale Miteinander? Und daraufhin wird der Kader nominiert.“
Jürgen Klopp hatte seinen mit vielen Überraschungen gespickten XXL-Kader bei der DFB-Pressekonferenz unter anderem mit den Worten erläutert: „Wir haben nicht geguckt, was wir nicht haben, sondern wir haben geguckt: Was haben wir?“ Dabei stießen der Nationaltrainer und sein Team auf einige Namen, die bisher eher in der Fachwelt geläufig waren. Insgesamt 16 Debütanten finden sich im Aufgebot. Umgekehrt fehlen etablierte Stars wie die Stuttgarter Deniz Undav und Angelo Stiller sowie Galatasaray-Angreifer Leroy Sané. (tsch)
