Jürgen Klopp denkt groß und dreht die Nationalelf mit einem historischen Kader-Modell auf links. Am Donnerstag nominierte er seinen ersten Kader.
16 DFB-DebütantenKlopp feiert Kader-Premiere: „Was ist mit dir nicht in Ordnung?“
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Das ist mal ein Start mit Knalleffekt! Jürgen Klopp beginnt seine Fußball-Revolution mit gleich zwei Kadern und 16 möglichen Debütanten. Für Fanliebling Deniz Undav oder das „ewige“ Talent Leroy Sané hat der neue Bundestrainer keinen Platz mehr, dafür berief er zahlreiche frische Gesichter in das insgesamt 44-köpfige XXL-Aufgebot für sein Debüt mit dem Nations-League-Viererpack.
„Die Kaderzusammenstellung hat Spaß gemacht, ich bin ganz happy damit“, sagte der hochmotivierte Klopp bei der Präsentation seines ungewöhnlichen Modells auf dem DFB-Campus in Frankfurt/Main und betonte: „Wir haben ganz viele Fußballtalente gefunden. Ich möchte so viele Spieler wie möglich kennenlernen.“
Klopp nominiert 44 Spieler in seinen ersten Kader
Ganz neu in den beiden Kadern für je zwei Spiele sind Hennes Behrens vom FC Augsburg, die Freiburger Max Rosenfelder, Philipp Treu, Yannik Engelhardt und Derry Scherhant, Bambasé Conté (TSG Hoffenheim), Younes Ebnoutalib von Eintracht Frankfurt, Finn Jeltsch (VfB Stuttgart), der Elversberger Felix Keidel sowie die Legionäre Vitaly Janelt (FC Brentford) und Mika Baur von Celtic Glasgow.
„Wir sehen was in den Jungs: ganz viel Potenzial“, sagte Klopp, der eine schwarze Basecap mit der Aufschrift „Einer von 83 Millionen“ trug. Er verzichtet neben Undav und Sané auch auf Oliver Baumann, den verletzten Leon Goretzka, Pascal Groß, den angeschlagenen Angelo Stiller oder Jamie Leweling. „Für die ist weder die Tür zu oder sonst was“, sagte Klopp. Manuel Neuer und Antonio Rüdiger waren nach dem neuerlichen WM-Desaster zurückgetreten.
Noch 15 Turnierverlierer um den Noch-immer-Kapitän Joshua Kimmich, den Klopp „als Mittelfeldspieler“ sieht, sind dabei. Und gleich fünf Torhüter, darunter erstmals seit 15 Monaten die „für den Moment“ alte und neue Nummer 1 Marc-André ter Stegen. Klopp: „Er ist genau der gleiche Torwart, der er war.“
Der Bundestrainer berichtete von „super“ Gesprächen mit seinen Kandidaten, „es bedeutet ihnen allen unglaublich viel, für die Nationalmannschaft zu spielen. Wir haben gemeinsam beschlossen, das wieder sichtbar zu machen.“ Klopp wurde dabei auch politisch, er will sich „die Fahne zurückholen“ von rechts außen: „Dass niemand denkt, wenn die einer schwenkt: Was ist denn mit dir nicht in Ordnung? Ich möchte Nationalstolz nicht den falschen Leuten überlassen.“
Sportlich plant er aufgrund der ungewohnt langen Länderspielphase und der Belastung ein Jobsharing-Modell mit Spielerwechsel nach der zweiten Partie. In „A- oder B-Mannschaft“ habe er nicht unterschieden, doch der erste Kader bildet den vermeintlichen Stamm ab: Ter Stegen, die genesenen Nico Schlotterbeck, Serge Gnabry, Lennart Karl und Jamal Musiala sowie Kimmich und Kai Havertz bestreiten die Duelle mit den Niederlanden in Amsterdam am 24. September und drei Tage darauf gegen Griechenland in Augsburg.
„Wenn die Achse stabil ist, kann man drumherum ein bisschen spinnen und Jugend dazumischen“, sagte Klopp, der sich „ein bisschen an der WM orientiert“ hat und Spieler holte, „die sich kennen“.
Nach dem ersten Doppelpack reist ein Großteil der Spieler ab, neue kommen hinzu. Kader zwei um Florian Wirtz, Said El Mala und Nick Woltemade absolviert dann die Länderspiele gegen Serbien in München am 1. Oktober und drei Tage später gegen Griechenland in Thessaloniki. (sid)
