Seit über 30 Jahren ist sie eine der populärsten Talkshow-Moderatorinnen im deutschen Fernsehen: Für eine neue TV-Dokumentation erinnert sich Bettina Tietjen nun an ihre Anfänge in der NDR-Vorabend-Show „DAS! Rote Sofa“.
So sah Bettina Tietjen in ihrer ersten Sendung aus

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Bettina Tietjen ist seit 30 Jahren eine der beliebtesten Talkshow-Moderatorinnen im deutschen Fernsehen. (Bild: Joern Pollex/Getty Images)

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Bild aus der allerersten Sendung: Bettina Tietjen sagt 1993 erstmals „Hallo“ im NDR-Format „DAS“. (Bild: NDR)
Als am 2. Januar 1991 die erste Ausgabe von „DAS!“ im NDR Fernsehen ausgestrahlt wurde, war nicht abzusehen, welche Bedeutung das Format einmal erlangen würde. Heute, 35 Jahre später, ist die Sendung fester Bestandteil des NDR-Programms, läuft werktäglich um 18.45 Uhr und erreicht weiterhin ein großes Publikum. Untrennbar verbunden mit dieser Entwicklung ist Bettina Tietjen - obwohl sie erst zwei Jahre nach Start der Sendung zum Team stieß. In „35 Jahre DAS! - Ab aufs Rote Sofa“ (Samstag, 7. Februar, 20.15 Uhr, NDR) erinnert sie sich gemeinsam mit ihren Co-Moderatoren an die besten Momente des Vorabend-Talks.
„Meine erste Sendung fand in einem kleinen Kellerstudio statt“, erzählt Tietjen. Sie sei „sehr aufgeregt“ gewesen, kann sich aber dennoch an viele Details erinnern: „Links stand Jan Hofer und las die Nachrichten vor. Rechts stand ein Sofa, auf dem Carlo von Tiedemann saß und versuchte, bei 'Carlos Tierauktion' einen Beo an Tierfreunde zu vermitteln, und in der Mitte stand ich an einem Pult und versuchte zu moderieren.“
Von Loki Schmidt bis Roger Moore: An diese Gäste erinnert sich Tietjen gerne

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Von 1997 bis 2007 moderierte Bettina Tietjen (links) gemeinsm mit Eva Herman das Talkformat „Herman und Tietjen“. (Bild: NDR / Marcus Krüger)

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Bei „DAS! Rote Sofa“ begrüßt Bettina Tietjen immer wieder prominente Gäste. Auch David Hasselhoff nahm auf dem roten Sofa Platz. (Bild: NDR)
Das heute ikonische rote Sofa, prominente Talkgäste und ein klar definiertes Sendungskonzept gab es damals noch nicht. Die Sendung, die sich „permanent weiterentwickelt“, moderiere sie „noch immer sehr gern“, sagt Tietjen rückblickend.
Schritt für Schritt entwickelte sich auch ihre eigene Karriere: Die 1960 in Wuppertal geborene Tietjen studierte Germanistik, Kunstgeschichte und Romanistik in Münster und Paris. Eine Karriere als Moderatorin war zunächst nicht ihr erklärtes Ziel. „Ich hatte damals bereits viele verschiedene Interessen“, sagte sie 2025 im Interview mit dem Magazin „Fachjournalist“, darunter Theaterwissenschaften, auch eine Tätigkeit als Dolmetscherin wäre für sie vorstellbar gewesen.

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Seit 2019 führt Bettina Tietjen durch die „NDR Talk Show“, seit 2025 an der Seite von Steven Gätjen. (Bild: NDR / Thomas Kierok)
Während ihres Studiums in Münster schrieb sie für eine Stadtzeitung, verfasste Theaterkritiken und führte Interviews. Es folgten verschiedene Praktika bei Tageszeitungen und Fernsehsendern, nach dem Studium führte der klassische Bewerbungsweg schließlich zu einem Volontariat bei RIAS Berlin. Dort durfte sie früh eigene Beiträge und Moderationen übernehmen. Über die monatliche Moderation der „Aktuellen Stunde“ im WDR wurde schließlich auch der NDR auf sie aufmerksam. Dort fand sie ihre Senderheimat und moderiert nun seit den 90er-Jahren eigene Talkformate (“Herman und Tietjen“, „Talk mit Tietjen“, „Tietjen und Hirschhausen“), seit 2019 führt sie durch die „NDR Talk Show“.

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In den frühen Jahren musste das NDR-Studio noch ohne das später titelgebende rote Sofa auskommen. Das Format hieß einfach nur „Das!“. (Bild: NDR)
Highlights gab es in der langen Zeit viele: „Ich erinnere mich zum Beispiel sehr gern an Armin Müller-Stahl, Heiner Geißler oder auch Loki Schmidt, die zugleich sehr liebenswürdig und auch stark wirkte, dabei sogar druckreif formulieren konnte“, sagte sie dem Magazin „Fachjournalist“. Bei Superstars höre man einfach gerne zu, so Tietjen weiter: „Maximilian Schell, Peter Ustinov, Iris Berben, Hape Kerkeling, Roger Moore - alles beeindruckende Charaktere mit einer besonderen Ausstrahlung, an die ich mich nachhaltig erinnern kann.“
Tietjens große Leidenschaft: Camping
Neben der Fernseharbeit engagiert sich Tietjen seit vielen Jahren: 2009 übernahm sie ehrenamtlich die Rolle der offiziellen „Bootschafterin“ der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, sie setzt sich für Familien schwerkranker Kinder und für Hospizarbeit ein. Auch als Buchautorin machte sie sich einen Namen: „Unter Tränen gelacht. Mein Vater, die Demenz und ich“ las sie selbst als Hörbuch ein, 2019 veröffentlichte sie „Tietjen auf Tour: Warum Camping mich glücklich macht“.
Ihre Begeisterung für das Campen begann früh: Mit 18 Jahren fuhr sie nach dem Abitur in einem selbst restaurierten T2 Bulli nach Frankreich, wie sie dem Magazin „Caravaning“ erzählte. Später konnte sie ihre Leidenschaft teilen; „Mit 31 Jahren habe ich meinen Mann kennengelernt, er war Surfer und hatte sich einen T3 ausgebaut. Von da an gab's kein Halten mehr ... Bis heute ist kein Jahr vergangen, in dem wir nicht losgefahren sind.“ 2020 machte sie ihr Hobby zum Beruf - in der Serie „Tietjen campt“, in der sie mit prominenten Gästen reist. Zu den ersten Mitcampern zählten Matthias Matschke, Christine Urspruch, Elena Uhlig und Jürgen von der Lippe. (tsch)

