Seit Beginn der 90er-Jahre zählt Simone Thomalla zu den populärsten TV-Darstellerinnen des Landes. Am 18. Januar startet nun bereits die 15. Staffel der ZDF-Serie „Frühling“, in der die gebürtige Leipzigerin die Hauptrolle spielt. Doch wer erinnert sich noch an ihre Anfänge?
Simone ThomallaSo sah der „Frühling“-Star früher aus
Aktualisiert
Als Kind wollte sie lieber hinter dem Konzertflügel sitzen, statt vor der Kamera zu stehen. Heute zählt Simone Thomalla zu den bekanntesten Gesichtern im deutschen Fernsehen.
Vor allem durch die ZDF-Serie „Frühling“ (neue Folgen ab Sonntag, 18. Januar, 20.15 Uhr) ist sie zum echten Publikumsliebling geworden. Die 60-Jährige kann inzwischen auf eine lange Karriere zurückblicken. Der Startschuss dafür fiel in einer Serie, die heute kaum noch jemand auf dem Schirm hat.

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Mit ihrer Rolle in der SAT.1-Serie „Ein Bayer auf Rügen“ feierte Simone Thomalla (Bild, mit Wolfgang Fierek) ihren endgültigen Durchbruch. (Bild: IMAGO / teutopress)
Geboren wurde Simone Thomalla 1965 in Leipzig. Doch obwohl ihr Vater „vom Fach“ war, träumte sie lange Zeit von einer Karriere als Pianistin. „Mein Vater, ein Szenenbildner bei der DEFA, war von Anfang an dagegen, dass ich zum Fernsehen oder ans Theater gehe“, erzählte Thomalla einst im „teleschau“-Interview. „Aber als ich in der zehnten Klasse die Chance bekam, in einem Film mitzumachen, gab's kein Halten mehr.“

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Schon in den 90er-Jahren eine gefragte TV-Darstellerin: Simone Thomalla in der Komödie „Am Anfang war der Seitensprung“ (1999). (Bild: ARD / Degeto)
Durchbruch mit „Unser Lehrer Doktor Specht“ und „Ein Bayer auf Rügen“
Mit 17 feierte sie ihr Schauspieldebüt im DDR-Fernsehfilm „Abgefahren“. Parallel sang sie als Backgroundsängerin in der Band „Jessica“ und trat im Rockmusical „Rosa Laub“ auf. Sie begann eine Schauspielausbildung in Berlin, anschließend folgten Theaterengagements und erste Gastspiele auf dem Bildschirm. Auch wenn die Bandbreite ihrer damaligen Rollen noch nicht allzu groß war: „Wann immer eine rassige Südländerin besetzt werden musste, konnte ich sicher sein: Die Wahl fällt auf mich.“

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Eine der ersten gemeinsamen Auftritte auf dem Roten Teppich: Simone Thomalla (links) und Tochter Sophia beim Deutschen Filmpreis 2004. (Bild: Sean Gallup / Getty Images)
Schließlich eröffneten Wende und Wiedervereinigung völlig neue Perspektiven. „Zur Zeit des Mauerfalls lag ich in einer Ost-Berliner Klinik und habe meine Tochter entbunden“, erzählte sie im „teleschau“-Interview über die Geburt ihrer Tochter Sophia, die heute als Moderatorin und Schauspielerin bekannt ist. „Als sich dann sämtliche Kollegen um Engagements bemühten, habe ich daheim gesessen und Mutti gespielt. Erst sehr spät ist mir klargeworden, dass ich handeln muss, wenn ich auch im gesamtdeutschen Fernsehen Fuß fassen will.“

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Von 2008 bis 2015 ermittelten sie im „Tatort“ Leipzig: die Hauptkommissare Eva Saalfeld (Simone Thomalla) und Andreas Keppler (Martin Wuttke). (Bild: MDR / Saxonia Media / Steffen Junghans)
Und das schaffte Thomalla: Im ZDF-Mehrteiler „Durchreise - Die Geschichte einer Firma“ (1993) ergatterte sie eine Hauptrolle, in „Unser Lehrer Dr. Specht“ durfte sie als ostdeutsche Schulpsychologin Robert Atzorn den Kopf verdrehen. Kurz darauf wurde sie für die SAT.1-Serie „Ein Bayer auf Rügen“ gecastet - ihr endgültiger Durchbruch.
Thomalla: Gut, wenn ich souveräne Frauentypen spielen kann
In der Serie durfte sie als ostdeutsche Polizistin Hanna Gernrich ihrer bayerischen Rivalin Heidi Mitterer (Karin Thaler) mit schwarzer Lockenmähne und toughen Sprüchen den Lover ausspannen. „Es ist gut, wenn ich souveräne Frauentypen spielen kann, die wissen, wo's langgeht“, erklärte Thomalla damals im „teleschau“-Interview“: „Allgemein herrscht doch immer noch die Meinung, den Leuten aus Ostdeutschland müsste erst mal alles von den Westdeutschen erklärt werden.“

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Von 2009 bis 2021 ein Paar: Simone Thomalla und Handballer Silvio Heinevetter, hier bei einem Besuch auf dem Münchner Oktoberfest 2011. (Bild: Hannes Magerstaedt / Getty Images)
Thomalla war bis 1995 in 24 Folgen „Ein Bayer auf Rügen“ mit dabei. Weitere Rollen ließen aber nicht lange auf sich warten. In „Frauenarzt Dr. Markus Merthin“ war sie als Dr. Dorothee Wilke zu sehen. In „Mona M. - Mit den Waffen einer Frau“ spielte sie eine toughe Staatsanwältin.

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2025 nahm Simone Thomalla an der 18. Staffel der RTL-Tanzshow „Let's Dance“ teil. (Bild: Andreas Rentz/Getty Images)
Es folgten zahlreiche Gastauftritte in Serien wie „Der Alte“ oder „Die Rosenheim-Cops“. Von 2008 bis 2015 übernahm sie dann die Rolle der „Tatort“-Kommissarin Eva Saalfeld in Leipzig. In 21 Fällen ermittelte sie dort. Seit 2011 steht sie nun für die Serie „Frühling“ vor der Kamera - und begeistert dort ein Millionenpublikum.
Thomalla: Nach langjährigen Beziehungen wieder frisch verliebt
Doch nicht nur beruflich, sondern auch privat machte Thomalla von sich reden, in den 90er-Jahren war sie mit Schauspiel-Kollege Sven Martinek liiert und von 2000 bis 2009 lebte sie mit Fußballmanager Rudi Assauer zusammen.

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In den 90er-Jahren liiert, bis heute befreundet: Sven Martinek und Simone Thomalla. (Bild: Gerald Matzka/Getty Images)
Es folgte eine langjährige Partnerschaft mit dem Handballnationalspieler Silvio Heinevetter, die 2021 endete, von 2022 bis März 2023 war Thomalla mit dem DJ Nicolino Hermano liiert. Seit letztem Jahr ist sie mit René Merten liiert: „René und ich sind sehr glücklich und planen unsere Zukunft zusammen“, sagte sie im Februar 2025 gegenüber „Bild“.

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Neue Liebe: Seit 2025 ist Simone Thomalla mit René Merten liiert. (Bild: Gerald Matzka / Getty Images)
Eine feste Konstante im Leben der Schauspielerin hingegen ist neben Tochter Sophia (34) aber ihr Ex-Freund Sven Martinek. Der Schauspieler hielt die Laudatio, als Thomalla im Oktober 2023 die Goldene Henne in der Kategorie „Film & Fernsehen“ verliehen bekam: „Das war ein wirklich schöner intimer Moment“, erinnert sich die Schauspielerin.
Von romantischen Gefühlen fehle allerdings jede Spur: Schließlich sei die Beziehung „tausend Jahre her“, wie Thomalla betont: Jetzt sei Martinek Teil ihrer Familie - „und das werden wir immer sein“. (tsch)
