Network Movie hat für das ZDF einen Film über Willy Brandt geplant. An dem Projekt arbeitet eine Person, die sich besonders gut auskennen dürfte: der Sohn des früheren Bundeskanzlers, Matthias Brandt.
Es geht um hochriskanten MomentMatthias Brandt arbeitet an Film über seinen Vater Willy Brandt

Copyright: 2023 Getty Images/Reinaldo Coddou H.
Matthias Brandt, Sohn von Willy Brandt, arbeitet an einem Film über seinen Vater. (Bild: 2023 Getty Images/Reinaldo Coddou H.)
Aktualisiert
Über Willy Brandt entsteht ein neuer Film. Wie Network Movie verrät, wird es in dem unter dem Arbeitstitel „Metro 36“ geplanten Projekt um eine Begebenheit aus dem Leben des vierten deutschen Bundeskanzlers (1969 bis 1974) gehen, der am 8. Oktober 1992 im Alter von 78 Jahren starb.
An dem Drehbuch arbeitet Matti Geschonneck gemeinsam mit Schauspieler und Autor Matthias Brandt, dem Sohn von Willy Brandt, der sich entsprechend bestens mit der Geschichte seines Vaters auskennen dürfte.
Allerdings geht es bei dem Projekt weniger um eine vollständige Biografie Willy Brandts als vielmehr um einen speziellen Moment des damals 22-Jährigen, der im Jahr 1936 aus dem Exil in Oslo heimlich nach Berlin zurückkehrt und dabei ins Visier nationalsozialistischer Sicherheits-Behörden gerät.

Copyright: Reg Speller
Der vierte deutsche Bundeskanzler Willy Brandt im Jahr 1969. (Bild: Reg Speller)
Matthias Brandt sagt zu dem Projekt: „Metro 36 ist keine biografische Gesamtschau des Lebens meines Vaters, sondern konzentriert sich auf einen hochriskanten Moment im Leben des jungen politischen Emigranten: die heimliche Rückkehr in das nationalsozialistische Deutschland, die Begegnung mit der alten Heimat unter den Bedingungen von Verfolgung und Angst, und auf die Frage, welchen Preis politischer Widerstand haben kann.“
Drehtermin noch unbekannt
Matti Geschonneck („Die Wannseekonferenz“) übernimmt die Regie. Reinhold Elschot, Silke Pützer und Wolfgang Cimera von Network Movie produzieren den Film für das ZDF. Ein Drehtermin steht bislang noch nicht fest.
Schon im Jahr 2003 kam mit „Im Schatten der Macht“ ein zweiteiliger Spielfilm über Willy Brandt ins Fernsehen, damals im Auftrag der ARD. Darin ging es um die letzten 14 Tage vor dem Rücktritt des Bundeskanzlers, die Regisseur Oliver Storz in erster Linie aber als spannenden Spielfilm inszenierte und sich daher nicht nur an historische Tatsachen hielt.
Für seine Rolle als Willy Brandt konnte Michael Mendl die Goldene Kamera als „Bester deutscher Schauspieler“ gewinnen. Matthias Brandt spielte pikanterweise Günter Guillaume, jenen Kanzleramts-Spion, dessen Enttarnung zum Rücktritt Willy Brandts führte. (tsch)
