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„Shame on you“, schimpft ARD-Mann deutschen Biathlon-Fehlschützen - dann kommt's noch dicker

Arnd Peiffer (links) und Michael Antwerpes hatten sich von der Biathlon-Staffel mehr erhofft. (Bild: ARD)

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Arnd Peiffer (links) und Michael Antwerpes hatten sich von der Biathlon-Staffel mehr erhofft. (Bild: ARD)

Die Biathleten wollen die Medaillenbilanz aufhübschen. Erik Lesser freut sich über seine eigene. Und Jürgen Klopp ist auch da: Zur Freude deutscher Sport-Fans läuft das olympische Staffelrennen in Antholz aber so gar nicht.

In Antholz schneit's. Dem Deutschen Olympische Sportbund (DOSB) wäre Regen lieber. Ein Medaillenregen. Platz 3 im Medaillenspiegel hatte man schließlich als Minimal-Ziel ausgerufen. Stand jetzt ist Deutschland Achter. 2022 gab es neunmal Gold. Unter anderem im Biathlon.

Auch in Antholz bekamen die deutschen Biathleten schon Gold um den Hals gehängt. Dummerweise waren es die nachträglich überreichten Medaillen für den Staffelsieg 2014. Erik Lesser zeigt sie im Studio. Er sei froh, dass das ganze Hin und Her nun ein Ende habe, erklärt er: „Wenn ich die zu Hause an die Wand hänge, mit einer Schraube, die ich da durch bohre, dann will ich sicher sein, dass das meine ist.“

Eine eigene Medaille zum Anbohren hätten auch gerne David Zobel und Philipp Horn, die heute in der Staffel an den Start gehen. Justus Strelow und Philipp Nawrath haben ja immerhin Bronze im Mixed geholt. Es war übrigens die erste Olympiamedaille im Biathlon-Mixed für Deutschland. Pessimisten vermuteten da schon, dass es danach nur noch bergab gehen könne ...

„Wo sind wir denn hier gelandet?“

David Zobel hofft nach seinen Fehlschüssen vergeblich, die anderen würden es rausreißen. (Bild: ARD)

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David Zobel hofft nach seinen Fehlschüssen vergeblich, die anderen würden es rausreißen. (Bild: ARD)

Über die Stimmung in Antholz können sich die Sportler immerhin schon einmal nicht beschweren. „Wahnsinnig laut“ sei es, sagt Experte Arnd Peiffer. „Man ist wie erschlagen!“ Vielleicht hätte das Publikum in Antholz dem in Bormio ein bisschen Nachhilfe im Klatschen und Anfeuern geben müssen.

Nicht so gut ist die Stimmung im norwegischen Team, erzählt Kommentator Christian Dexne. Vielleicht, so hofft man vor dem Bildschirm, verhindert das einen norwegischen Podestplatz. Das würde den Zuschauern eine erneute tränenreiche Beziehungsbeichte von Sturla Holm Lægreid ersparen. (Und übrigens, liebe Liebenden: Es ist NICHT romantisch, vor einem Millionenpublikum um Verzeihung zu bitten. Es ist aufmerksamkeitsheischend, egozentrisch und manipulativ.)

Justus Strelow jedenfalls tut sein Bestes, um den Norwegern in die Suppe zu spucken. Im ersten Schießen trifft er im Eiltempo fünfmal, übergibt schließlich auf Platz zwei laufend an David Zobel. Und auch der legt eine starke erste Schießeinlage hin, geht sogar in Führung, während der Norweger Botn weit über eine Minute für seine fünf Treffer braucht.

Philipp Nawrath (rechts) übergibt an Schlussläufer Philipp Horn. Am Ende verpasst die deutsche Staffel eine Medaille. (Bild: 2026 Getty Images/Alexander Hassenstein)

Copyright: 2026 Getty Images/Alexander Hassenstein

Philipp Nawrath (rechts) übergibt an Schlussläufer Philipp Horn. Am Ende verpasst die deutsche Staffel eine Medaille. (Bild: 2026 Getty Images/Alexander Hassenstein)

Dexne jubelt: „Wo sind wir denn hier gelandet?“ Er bekommt darauf keine Antwort. Landet aber schnell wieder auf dem Boden der Tatsachen, als David Zobel beim nächsten Schießen drei Nachlader braucht und vom Goldrang auf Platz sechs zurückfällt. „Shame on you!“, tadelt ihn Michael Antwerpes im Interview. Und David Zobel gesteht zerknirscht: „Ich habe alles gedacht, was ich nicht denken sollte. Ich hoffe, ich habe die Staffel nicht versaut, und die zwei Philipps retten mich jetzt.“

ARD-Mann will zu Selfie mit Klopp wissen: „Hat er seine Zähne gezeigt?“

Tun sie leider nicht. Mit guten 49 Sekunden Rückstand auf einen Medaillenrang übergibt Philipp Nawrath an Philipp Horn. Und auch der muss mehrmals nachladen, während aus den Boxen am Schießstand „Don't Stop Believin“ von Journey dröhnt. Der DJ in Antholz hat Humor. Oder Mitleid. Bronze jedenfalls ist weg. Da kann Jürgen Klopp im Publikum nur fassungslos mit dem Kopf schütteln.

Apropos Jürgen Klopp: Den hat die Gold-Staffel von Sotchi nach der Medaillenübergabe im deutschen Haus getroffen. „Jürgen Klopp hat uns nach einem Selfie gefragt“, erzählt Arnd Peiffer, hörbar beeindruckt. „Er hat UNS nach einem Selfie gefragt!“ „Hat er gelächelt?“, fragt Christian Dexne, der Schelm. „Hat er seine Zähne gezeigt?“

Die Zähne zeigt - nämlich der Konkurrenz - Eric Perrot: Die französischen Männer holen ihr erstes Staffelgold bei den Olympischen Spielen. Und spülen damit Deutschland im Medaillenspiegel auf Rang neun. So viel Bobrennen kann es gar nicht geben, als dass man das noch aufholen könnte.

Arnd Peiffer versucht tapfer, das Positive zu sehen, und lobt ganz sanft Philipp Horns Laufleistung. Das klingt so ein bisschen, als hätte er kürzlich ein Rhetorik-Seminar für Führungskräfte besucht. Immerhin kann er dem deutschen Team etwas Tröstendes mit auf den Weg geben: „Ich hatte immer große Schlafprobleme nach guten Rennen. Nach schlechten habe ich immer besser geschlafen.“ Na dann, gute Nacht! (tsch)

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