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Richard David Precht trauert um seinen Vater„Im Frieden mit sich und der Welt gegangen“

Richard David Precht publizierte zuletzt zum Thema Künstliche Intelligenz. (Bild: 2022 Getty Images/Andreas Rentz)

Copyright: 2022 Getty Images/Andreas Rentz

Richard David Precht publizierte zuletzt zum Thema Künstliche Intelligenz. (Bild: 2022 Getty Images/Andreas Rentz)

Richard David Precht hat in der neusten Folge des Podcasts „Lanz + Precht“ über den Tod seines an Demenz erkrankten Vaters gesprochen. Dabei gab er im Gespräch mit Markus Lanz auch einen Einblick in seinen Umgang mit Trauer.

„Auserzählt? Wie künstliche Intelligenz die Kultur abschafft“. So lautet der Titel von Richard David Prechts gerade frisch veröffentlichtem Buch, in dem es um einen allgemeinen Verlust von Wissen geht, der seiner Meinung nach in der Entwicklung der KI seinen Höhepunkt zu finden droht. Immer wieder nimmt der Autor dabei in einem melancholischen Ton Bezug auf die Demenz-Erkrankung seines Vaters. Jetzt hat er verraten, dass dieser im Alter von 93 Jahren verstorben ist.

„Mein Vater ist in der vergangenen Woche verstorben“, erzählt Precht in der neusten Folge des Podcasts „Lanz + Precht“. Zuvor habe er sich mit ihm noch „über viele, viele Monate eines sehr, sehr langen Sterbeprozesses“ ausführlich austauschen können. Denn auch wenn sich sein Vater an vergangene Ereignisse wie das morgendliche Frühstück nicht mehr habe erinnern können, habe er noch über „ein taghelles Bewusstsein“ verfügt, so Precht

„Ich kenne niemanden, der meinen Vater nicht gemocht hat“

Richard David Precht (links) sprach im Podcast mit Markus Lanz über den Tod seines Vaters. (Bild: ZDF / Lanz + Precht)

Copyright: ZDF / Lanz + Precht

Richard David Precht (links) sprach im Podcast mit Markus Lanz über den Tod seines Vaters. (Bild: ZDF / Lanz + Precht)

Auf Nachfrage von Markus Lanz berichtet der 61-Jährige auch über seinen Umgang mit Tod und Abschied. „Ich glaube, dass die Trauer, die man in dem Moment empfindet, eher mit einem selbst zu tun hat, als mit dem geliebten Menschen, der gegangen ist“, erklärt der TV-Philosoph. Sein Vater habe ein sehr erfülltes Leben und keinerlei Feinde gehabt. „Das lag daran, dass ihm fast alle schlechten menschlichen Eigenschaften fern waren. Das habe ich sehr selten bei jemand anderem gesehen“, sagt Precht.

„Ich kenne niemanden, der meinen Vater nicht gemocht hat. Und deswegen ist er auch ganz aufgeräumt gegangen - auch im Frieden mit sich und im Frieden mit der Welt“, stellt Precht klar. Sein Tod im stolzen Alter von 93 Jahren sei seiner Aussage nach daher „nicht tragisch“. Er fügt an: „Dann ist das traurig, aber es ist nicht traurig für denjenigen, der geht.“ Die eigene Trauer davon zu differenzieren, helfe seiner Meinung nach, den Abschied zu verarbeiten.

Die ganze Episode von „Lanz + Precht“ gibt es unter anderem auf Spotify und Apple Podcasts sowie als Video-Podcast im YouTube-Kanal des ZDF. (tsch)