Der erste Tag des „perfekten Dinners“ in Kassel startet für die Gäste gleich mit einem Gaumenschmaus. Denn Tim kredenzt ein besonders Stück Wild, das sich die Gäste auf der Zunge zergehen lassen ...
Nach Stichelei seiner Mutter packt „Dinner“-Gastgeber über den Tag aus, als er „vergessen wurde“

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Ein fluffiges Soufflé rundet den ersten Dinner-Abend ab. (Bild: RTL)
„Ich habe mir gewünscht der Erste zu sein, damit ich mich dann zurücklehnen kann“ - und dieser Wunsch geht für Tim (45) beim „perfekten Dinner“ (VOX) in Erfüllung. Der Vertriebsleiter beim TÜV Hessen wohnt mit seinem Sohn in einer Männer-WG im ländlichen Habichtswald, nicht weit entfernt vom Kasseler Wahrzeichen Herkules. „Es lässt sich hier toll leben“, findet der heutige Gastgeber. Seine Koch-Skills schätzt Tim moderat ein: „Mal klappt es ganz gut, mal klappt es ein bisschen weniger gut.“ Angefangen hat er eigentlich mit Grillen, aber „dann wurde aus dem Hobby eine kleine Leidenschaft“. Für sein Drei-Gänge-Menü hat er sich Folgendes überlegt:
- Vorspeise: Maronensuppe mit rustikalem Baguette
- Hauptspeise: Sikahirsch-Rücken mit Kürbispüree, Kräuterseitlingen und dunkler Jus
- Nachspeise: Topfensoufflé mit Pflaumen-Rotwein-Kompott

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Tim wird von seiner Mutter bei den Vorbereitungen unterstützt. (Bild: RTL)
Mama Kornelia (63) plaudert während der Vorbereitungen Details aus Tims Kindheit aus: „Er war sehr kamerascheu, das hat sich ja jetzt anscheinend geändert. Jetzt entertaint er hier rum.“ Tim hat gleich eine Retourkutsche parat und klagt an, „dass ich vergessen wurde, als wir auf eine Konfirmation fahren sollten. Da war ich fünf.“ Er schildert sein Erlebnis: „Da gab es kein Telefon, kein gar nichts. Es war auch kalt. Ohne Jacke wollte ich dann zum nächsten Dorf zu meiner Oma laufen.“ Zum Glück sammelte ihn ein Bekannter auf und fuhr ihn zur Familie.
Glückliche Leute und freundliches Lächeln

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Elina (l.) und Alex (r.) probieren die Maronensuppe mit rustikalem Baguette. (Bild: RTL)
„Man sagt ja, die glücklichsten Leute leben hier in Kassel“, freut sich Elina (43) auf eine nette Runde. Während sie sich mit Madeleine (32), genannt Maddi, einig ist, dass heute ein Mann kocht, hat Alex (29) eine andere Erwartung: „Eine herzensgute Frau mittleren Alters, die uns begrüßt mit einem freundlichen Lächeln.“

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Maddi (l.) und Kei (r.) haben am Hauptgang wenig auszusetzen. (Bild: RTL)
Das freundliche Lächeln strahlt ihm Tim entgegen, der nervös auf seine fremden Gäste wartet: „Ihr seid die ersten Menschen, auf die ich mich freue, obwohl ich sie gar nicht kenne.“ Alex überrascht der Anblick: „Mein Eindruck war natürlich gänzlich weit weg.“ Doch Tims Herzlichkeit begeistert ihn. Ebenfalls die Idee, dass jeder seinen Namen auf Schieferplatten schreibt - zum besseren Kennenlernen.
Maronen-Premiere mundet
Die Maronensuppe „ist ziemlich simpel, aber hat ein tolles Ergebnis“ - so hofft Tim zumindest. Wie so oft bereitet die Espuma-Flasche Probleme, immerhin schafft es Tim, einen Klecks Maronenschaum in die Teller zu sprühen. Kei (49) erlebt eine Premiere: „Maronen habe ich noch nie gegessen.“ Sein Fazit: „Hat mir sehr gut geschmeckt.“
Den Sikahirsch aus dem Weserbergland hat ein befreundeter Jäger extra vorbeigebracht. Bei der Zubereitung des Hauptgangs kommt Tim ins Schwitzen. „Huh, ist mir heiß“, rührt er in Töpfen und Pfannen. Und der Nachtisch muss auch ofenfertig gemacht werden. „Anrichten ist nicht meine Kernkompetenz“, entschuldigt Tim die schlichte Anordnung von Fleisch, Püree und Pilzen. Maddi schmeckt alles gut: „Der Hirsch ist top!“ Sie findet ihn sogar „absolut perfekt“. Kei schließt sich der Meinung an: „Kann man in meinen Augen kaum besser machen.“
Luftig-fluffig - so muss ein Soufflé sein
„Das Soufflé muss fluffig sein“, achtet Maddi genau auf die Konsistenz. Der erste Löffelanstich stellt sie zufrieden: „Der macht sogar richtig Geräusche, wenn du reingehst.“ Alex bestätigt: „Sehr luftig.“ Das beruhigt Tim, der sich eigentlich als Typ Käseplatte bezeichnet und gesteht: „Ich hasse Kuchen.“ Bei der Offenbarung zuckt Elina innerlich zusammen, denn ihr morgiges Dessert wird: Kuchen.
Kurz vor 21 Uhr sind alle drei Gänge aufgegessen. Der Testdurchlauf vorab hat sich fürs Zeitmanagement gelohnt: „Beim Probekochen hatte ich das um 22 Uhr am Tisch.“ Dass Tim diesmal das Soufflé schon während der Hauptspeise in den Ofen geschoben hat, könnte ebenfalls nicht optimal sein: „Vielleicht war das jetzt ein bisschen zu schnell.“ Doch Maddi findet: „Das Timing war wirklich sehr gut. Wir haben sehr, sehr wenig gewartet.“ Dafür bekommt Tim 33 Punkte. (tsch)
