Angesichts des Klimaschutzes sei das neue Heizungsgesetz der Regierung „mehr als fragwürdig“. Zudem warnte Energieberater Lennart Feldmann im ARD-“Morgenmagazin“ vor einer Kostenfalle für die Verbraucher.
„Mogelpackung“Energieberater rechnet im ARD-Moma mit Heizungsgesetz ab

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Energieberater Lennart Feldmann kritisierte im ARD-Moma das neue Heizungsgesetz. (Bild: ARD)
Die Reform des Gebäudeenergiegesetzes hält Lennart Feldmann für kritikwürdig. Im „Morgenmagazin“ der ARD nannte der Energieberater „das Ganze tatsächlich eine Mogelpackung“. Man sehe „erst mal eine schöne Hülle“, stellte der Sprecher des Bundesverbandes Gebäudeenergieberater Ingenieure Handwerker in der Sendung vom Donnerstag fest.
„Wir hören Wörter wie Technologieoffenheit, Entscheidungsfreiheit, Pragmatismus. Das sind alles Wörter, die ich unterstütze“, betonte Feldmann. „Wenn wir dann aber mal hinter diese Fassade schauen, dann muss ich sagen: Aus Sicht des Klimaschutzes ist das mehr als fragwürdig, was da gerade verabschiedet wird. Und auf der anderen Seite kann es auch eine Kostenfalle für die Verbraucherinnen und Verbraucher sein - und das muss ich als Energieberater natürlich kritisieren.“
Exerpte kritisiert „Ammenmärchen“ der Grüngasquote
Besonders skeptisch sieht der Experte die sogenannte Grüngasquote. Ab 2029 sollen Öl- und Gashändler dazu verpflichtet werden, einen Mindestanteil klimafreundlicher Öle oder Gase - etwa Wasserstoff oder Biomethan - beizumischen. Allein: „Grüne Gase sind gar nicht in der Verfügbarkeit vorhanden, wie dieses Gesetz es gerade suggeriert“, beanstandete Feldmann das „Ammenmärchen“ der Quotenlösung. „Und wir wissen gar nicht, wie sich die Kosten von diesen grünen Gasen zukünftig entwickeln.“ Es handle sich um ein „komplexes Thema, das tendenziell eher teuer wird“, mahnte er.
Positiv bewertete Feldmann die Pläne von Union und SPD, die bisherige Förderung des Umstiegs auf eine klimafreundliche Heizung bis mindestens 2029 beizubehalten. „Planungssicherheit, das brauchen wir“, befand der Energieberater. Grundsätzlich empfehle er, sich beim Thema Heizen mit den jeweiligen persönlichen Ansprüchen auseinanderzusetzen: „Nicht nur jedes Haus, sondern auch jeder Eigentümer, jede Eigentümerin ist individuell - von der Interessenslage und vom Geldbeutel her.“ (tsch)

