Donald Trump findet sich richtig gut. So kann man die wichtigsten Aussagen seiner Rede an die Nation aus der vergangenen Nacht zusammenfassen. Juristin und Unternehmerin Sandra Navidi sieht am Mittwochabend bei Sandra Maischberger in der ARD die Demokratie in den USA im Verschwinden begriffen.
„Maischberger“Expertin räumt in ARD mit Trump-Märchen auf

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US-Expertin Sandra Navidi sprach bei „Maischberger“ Klartext.
Aktualisiert
US-Präsident Donald Trump ist glücklich. Seit er die Vereinigten Staaten anführt, schwelgen sie im Wohlstand, sagt er. Ja, die Amerikaner haben so viel verdient, dass sie gar nicht wissen, was sie machen sollen mit dem ganzen Zaster. Doch die Realität in den USA sieht anders aus, sagt Sandra Navidi am Mittwochabend bei „Maischberger“.
Die Juristin, Autorin und Finanzexpertin lebt in den USA. Sie hat ihr eigenes Unternehmen gegründet. Es geht ihr gut. Doch sie berichtet am Mittwochabend bei Sandra Maischberger im Ersten: „Trumps Zustimmungswerte waren nie niedriger.“ Sandra Navidi habe Trumps Rede aus der vergangenen Nacht als „skurril“ empfunden. Er habe das Abtauchen der USA in die Autokratie völlig normalisiert. „Wir sehen ja, dass er immer mehr Macht in seiner Hand zu bündeln versucht.“
„Trump hat einen Instinkt für Chaos“
So habe er zum Beispiel bei seiner Zollentscheidung nicht den Kongress gefragt, obwohl der ihm möglicherweise sogar gefolgt wäre. „Trump versucht, durchzuregieren“, so Navidi. Ihm gehe es nicht um politische oder wirtschaftliche Gestaltungsmittel. „Trump geht es um ein unbegrenztes Ausleben seiner Macht.“
Ob Trump die Demokratie in den USA angreifen oder gar beseitigen will, mag Sandra Navidi nicht sagen. „Am Ende ist die Rechtssicherheit erschüttert“, ist jedoch ihre Befürchtung. „Trump hat die Richter am Obersten Gericht angegriffen und beleidigt, und das Vertrauen in die Institutionen ist jetzt extrem geschwächt.“ Doch auch CEOs und Investoren seien verängstigt. „Es ist eine sehr ungute Lage bei uns“, offenbart Navidi.
„Der Umbau der USA hin zu einer Autokratie ist meiner Ansicht nach in vollem Gange“, bestätigt auch die TAZ-Journalistin Anna Lehmann, die am Mittwochabend zu den Journalisten gehört, die bei Maischberger zu Gast sind. Und Navidi fügt hinzu: „Trump hat einen Instinkt für Chaos, ihm ist es dienlich, Chaos zu schaffen.“
Ein Beispiel dafür seien die Zollentscheidungen des US-Präsidenten, die nicht mit dem Recht der USA vereinbar seien. „Es besteht keine Investitionssicherheit, keine Geschäftssicherheit. Und das ist in Donald Trumps Sinn, denn er hat sich damit in eine Machtposition gesetzt, in der alle zu ihm kommen und ihn um Ausnahmegenehmigungen bitten müssen. Die Politik wird sozusagen verkauft, und wer im innersten Kreis ist, profitiert. Alle anderen fallen hinten runter.“
Das würden auch die Menschen in den Vereinigten Staaten zu spüren bekommen. Laut Navidi haben sich die Arbeitsmarktzahlen in den letzten Monaten massiv verschlechtert und mussten sogar zuletzt noch einmal nach unten korrigiert werden. Es ist eine kurze Stellungnahme, zu der die Expertin bei Maischberger Zeit bekommt. Doch sie ist beängstigend - vor allem für die Handelspartner der USA, also auch für uns. (tsch)


