Mega-Krach bei der Jubiläums-Sendung! Die Köpfe hinter „Die Anstalt“ legen sich mit dem ZDF an – und das für alle sichtbar.
Krach bei Jubiläums-Sendung„Wir sind im ZDF gegen das ZDF!“

Copyright: ZDF (Screenshot)
Ein Symbol: Leeres Piano in der 100. Jubiläumssendung von „Die Anstalt”.
Was als riesige Feier geplant war, wurde zum Eklat. Die 100. Folge der ZDF-Satireshow „Die Anstalt“ mündete in einem echten Skandal. Anstelle von Feierlaune folgte eine knallharte Kritik am Haussender. Für eine direkte Auseinandersetzung nutzten die Satiriker Maike Kühl (50), Max Uthoff (58) und Claus von Wagner (48) die volle Sendezeit.
Der Grund für den Ärger: Das ZDF hatte kurzfristig eine geplante Performance von Sänger Danger Dan und dem Pianisten Igor Levit abgesagt. Ihr Lied „Kein Angst“ sollte aufgeführt werden, aber der Sender hatte Bedenken, dass die Lyrics als Gewaltaufruf interpretiert werden könnten. Dieser Schritt sorgte bei den Kabarettisten für gewaltigen Unmut. Das berichtet „TV Movie“.
„Wir sind zwar die Leiter der ‚Anstalt‘, aber nicht die Leiter der Anstalt“
Ihre Antwort darauf bekam das Publikum, welches die Show schon online abrufen kann, unmissverständlich zu sehen. Ein schwarzer Flügel und ein Mikrofon standen symbolträchtig und unbesetzt auf der Bühne. Danach startete das Trio seine Abrechnung. „Wir sind nicht das ZDF und wir teilen auch nicht die Einschätzung des ZDF“, machte Max Uthoff unmissverständlich klar. Noch deutlicher formulierte es Maike Kühl: „Wir sind im ZDF gegen das ZDF!“
Es folgte Claus von Wagner: „Wir sind zwar die Leiter der ‚Anstalt‘, aber nicht die Leiter der Anstalt.“ Die Satiriker äußerten ihr komplettes Unverständnis und hoben hervor, dass es eine Genehmigung für die Performance gab. „Dem ZDF lagen seit Wochen die Auszüge des Liedes vor“, erläuterte Uthoff. „Ich frage mich, was sich in den Programmrichtlinien in den letzten drei Wochen geändert hat.“
Die drei räumten zwar ein, dass der Liedtext durchaus kontrovers diskutiert werden kann. Aber die Entscheidung des Senders sei in einer Phase, in der rechtsextreme Gewalt in der Bundesrepublik einen traurigen Rekordwert erreicht, einfach nur „mutlos“, meinte von Wagner. Anschließend machten sie exakt das, was das ZDF unterbinden wollte: Sie lasen selbst Teile aus dem kontroversen Song vor.
Dabei analysierten sie die Lyrics und merkten an, dass manche Abschnitte sogar juristisch problematisch sein könnten. Vor allem die Schlusszeilen, die Vornamen enthalten, welche mit bekannten Persönlichkeiten der linksextremen Szene identisch sind, hätten intern für intensive Debatten gesorgt. Das Trio stellte klar, dass sie Gewalt ablehnen.
Zum Schluss stellte Maike Kühl jedoch die zentrale Frage in den Raum: Was geschieht, wenn der Staat sein Monopol auf Gewalt nicht anwendet und Bürgerinnen und Bürger schutzlos Neonazis gegenüberstehen? (red)
