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Keine Feministin?Sarah Engels schießt nach heftiger Kritik zurück

Sarah Engels nach dem Finale des 70. Eurovision Song Contest (ESC).

Copyright: Matthias Röder/dpa

Sarah Engels nach dem Finale des 70. Eurovision Song Contest (ESC).

Riesen-Aufregung um einen Satz! Sarah Engels gerät wegen einer kontroversen Äußerung zu Feminismus unter Beschuss. 

Eine Bemerkung von Sarah Engels während des Eurovision Song Contests hat eine heftige Debatte entfacht. Nachdem die Musikerin aus Köln im Podcast „Merci, Chérie“ sprach, sieht sie sich massivem Gegenwind ausgesetzt. Sie war für Deutschland mit dem Song „Fire“ in Wien angetreten und erreichte dort den 23. Rang.

Auf die Frage, ob sie sich persönlich als Feministin sehe, erwiderte Engels in dem Podcast: „Feministisch würde ich nicht sagen. Weil ich einen ganz, ganz tollen Mann habe und ich mag auch Männer.“

Feminismus-Aussage sorgt für Wirbel

In den sozialen Medien sorgte diese Wortwahl für Ärger. Viele Nutzerinnen und Nutzer meinten, hier werde das Klischee bedient, Feminismus sei prinzipiell männerfeindlich. Zusätzliche Schärfe bekommt die Auseinandersetzung, weil Sarah Engels als Haupt-Act für das ColognePride-Festival 2026 gebucht ist. Dort ist ein Auftritt auf der großen Bühne am Heumarkt geplant.

Sarah Engels Screen Shot von Instagram

Copyright: Sarah Engels / Instagram

Sarah Engels Screen Shot von Instagram

Die Künstlerin hat mittlerweile in ihrer Instagram-Story auf eine direkte Frage geantwortet. Ein User wollte wissen: „Bist du eine Feministin oder nicht?“ Engels' Antwort fiel dabei deutlich nuancierter aus als noch im Podcast-Interview.

„Ich kann auch Feministin sein, ohne mich mit diesem Label definieren zu müssen, um zu wissen, wofür ich stehe“, machte die Sängerin auf der Social-Media-Plattform klar. Sie ergänzte: „Wer mich kennt, weiß, dass ich seit Jahren genau das lebe und verkörpere: starke Frauen, Empowerment, Gleichberechtigung, laut sein dürfen, seinen eigenen Weg gehen, unabhängig sein und anderen Frauen Mut machen.“

Kritik an der Diskussionskultur im Internet

Dabei sprach sie auch die öffentliche Auffassung des Wortes an, welche sie als schwierig ansieht: „Der Begriff ist für viele Menschen inzwischen einfach unterschiedlich besetzt und Feminismus wird meiner Meinung nach oft sehr einseitig dargestellt. Oft als ‚aggressiv und männerfeindlich‘.“

Engels grenzte sich außerdem von einer Kultur der Online-Belehrungen ab und hob stattdessen das konkrete Tun im täglichen Leben hervor: „Für mich zeigt sich Feminismus nicht darin, wie laut jemand andere Frauen online belehrt, sondern darin, wie man lebt, was man vorlebt und was man wirklich für andere Frauen bewegt.“

Am Ende ihrer Ausführungen appellierte sie deutlich an ihre Follower: „Und vielleicht sollten wir Frauen weniger darüber diskutieren, wie man etwas nennt, sondern mehr darüber, wie man es lebt.“ (jag)

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