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Paukenschlag in NRWStadt droht CSD-Aus – und nicht nur das

In Aachen wurden Fördergelder für queere Projekte gestrichen. Das Foto zeigt Teilnehmende beim CSD in Köln (Archivfoto).

In Aachen wurden Fördergelder für queere Projekte gestrichen. Das Foto zeigt Teilnehmende beim CSD in Köln (Archivfoto).

In Aachen werden die finanziellen Daumenschrauben angelegt. Das hat auch Folgen für die queere Community.

Das Geld in den Kommunen ist knapp. In Köln gab es 2025 eine vorübergehende Haushaltssperre – in Aachen wurden jetzt wichtige Fördergelder gestrichen. Betroffen sind queere Projekte!

Nachdem in der ersten Sitzung des neuen Stadtrates der Haushaltsentwurf für 2026 vorgelegt wurde, kam jetzt heraus, dass die komplette Position „Queeres Leben in Aachen“ ersatzlos gestrichen wurde. Das berichtet der Verein „Rainbow Aachen“ auf Instagram und nennt weitere Details.

Stadt Aachen streicht Gelder: Verein muss Personal entlassen

„Dies bedeutet nach aktuellem Stand, dass die Stadt Aachen die bestehenden Leistungsvereinbarungen für 2026 nicht verlängern wird und jegliche weitere finanzielle Unterstützung einstellt. Selbst wenn die Parteien im Stadtrat bei den anstehenden Haushaltsberatungen diese Streichung zurücknehmen würden, wäre eine Auszahlung der Fördermittel nicht vor Juni zu erwarten“, heißt es in einem Statement.

Diese Entwicklung stelle den Verein vor enorme Probleme, „da wir keinerlei Planungssicherheit mehr haben. Wir wissen zurzeit nicht, ob überhaupt, wenn ja zu welchem Zeitpunkt und in welcher Höhe wir weiterhin finanziell unterstützt werden.“

Da „Rainbow“ absolut nicht in der Lage sei, diesen langen Zeitraum finanziell aus Eigenmitteln zu überbrücken, hätte man zum 15. Februar den drei Personalstellen kündigen müssen.

„Dies bedeutet, dass die einzige queere Anlauf- und Beratungsstelle für Erwachsene in der Region Aachen ihre Arbeit einstellen muss“, so der Verein.

Zudem sei die Durchführung des CSD Aachen nicht mehr finanziell gesichert. Bildungsangebote des Queerreferates an den Aachener Hochschulen würden entfallen. Auf Instagram nennt der Verein weitere Auswirkungen.

Thema wird diskutiert: „Sehr gute Entscheidung der Stadt“

Der Instagram-Post wird von zahlreichen Kommentaren begleitet. „Dass es 2026 keine Gelder gibt, steht seit 2023 im Haushalt und wurde in den Haushalten 2024 und 2025 bestätigt. Diese drei Haushalte wurden von Grün-Rot verantwortet“, heißt es in einem Beitrag.

Darauf kontert „Rainbow“: „Für 2024 und 2025 wurde zwischen der Stadt Aachen und Rainbow eine Leistungsvereinbarung abgeschlossen. Noch auf dem CSD war es Konsens aller Parteien diese mindestens auf dem bisherigen Niveau fortzuschreiben.“

Weiter heißt es: „‚Schlau‘ Aachen (ein Schulaufklärungsprojekt, Anm. der Red.) hat einen eigenen Antrag gestellt. Als sich im Nachgang zur Kommunalwahl Anfang Dezember die Parteien und Ausschüsse neu sortiert hatten, haben wir alle um ein entsprechendes Gespräch gebeten. Auch an das OB-Büro ging eine Anfrage hinaus. Wir gingen davon aus, dass bei den vereinbarten Terminen Anfang Januar alles Weitere geklärt würde. Am Montag dieser Woche hat uns dann die Information kalt erwischt, dass die Haushaltsposition ‚Queeres Leben in Aachen‘ und damit das nötige Geld nicht mehr vorhanden sei. Daraufhin mussten wir reagieren.“

In Aachen ist seit dem 1. November 2025 Dr. Michael Ziemons (CDU) als Oberbürgermeister im Amt.

Auch der Kommentar – „Sehr gute Entscheidung der Stadt. Die Zeiten sind hart und das Geld muss sinnvoll ausgegeben werden. Schulen, öffentliche Gebäude sowie Infrastruktur geht vor irgendwelchen Spassthemen“ – wird kritisiert.

„Aidshilfe, die auch Heteros zugutekommt, ist ein Spaßthema?“, antwortet ein User.

Insgesamt wurde der Betrag des Vereins „Rainbow“ bereits mehr als 800 Mal kommentiert – das Thema polarisiert.