„heute-Show“ Giftiges Lauterbach-Lob: „Olaf Scholz, das sind Ideale auf Beinen“

Karl Lauterbach, SPD-Gesundheitsexperte und Bundestagsabgeordneter, kommt am 29.09.2021 in den Bundestag zur Fraktionssitzung der SPD nach der Bundestagswahl.

Egal, ob Tipps für die Bundestagsneulinge oder gekonnter Seitenhieb gegen die eigenen Genossen: Karl Lauterbach beweist feinen Sinn für Humor in der „heute-show“.

Karl Lauterbach ist für den Humor in der „heute-show“ verantwortlich. Hoffentlich. „Olaf Scholz, das sind Ideale auf Beinen“, schwärmt er in spitzzüngig vor der Kamera und mahnt Neulinge im Bundestag: „Ideale darf man haben, aber nicht zeigen.“

Köln. Selten so gegruselt: „Bock auf eine deprimierende Forsa-Umfrage?“, läutet Oliver Welke in der „heute-show“ (ZDF) das Halloween-Wochenende ein. Trotz steigender Inzidenzzahlen wollen sich zwei Drittel der bisher Ungeimpften auch in den nächsten Monaten keinesfalls immunisieren lassen. Für 89 Prozent von ihnen habe es demnach auch keinen Einfluss auf ihre Entscheidung, wenn Intensivstationen an ihre Kapazitätsgrenzen kommen. Welkes Vorschlag zur Lage: „Wir genießen das Leben, solange es dauert.“

Und so präsentiert der Berliner Comedian Till Reiners die aktuellsten Kostüme für das nahende Halloween-Motto „Pandemie der Ungeimpften“. Modell „Lockdown“ ist ein Jogginganzug: „In ihm sitzt man endlos im Sessel, duscht nicht mehr und isst nur noch frittierte Hühnerärsche.“ „Der Untote von der Intensivstation“ sei „nur echt mit richtig fetten Augenringen“. Wie, ein Drittel wolle nächstes Jahr aus dieser Berufsgruppe aussteigen? „Warum denn?“, hinterfragt Reiners und empfiehlt: „Den Burnout als Workout begreifen! Wer in dem Job nicht selbst pflegebedürftig wird, arbeitet einfach nicht hart genug.“

Zum Outfit „Julian Reichelt“ gehöre wiederum die Frage: „Hey Mädels, wer möchte denn ein Volontariat unter mir machen?“ Und wer sich nicht bereits jetzt kräftig schüttelt, bekommt noch einen draufgedribbelt. „Gründet eine Aktion wie ‚We Kick Corona‘, aber will nicht geimpft werden“, so Reiners über die weiß-rote Kreation „Joshua Kimmich“: „Das ist, als ob Bill Gates privat ein iPhone benutzt.“ Kimmich würden - so die Begründung des Bayern-Stars über seine noch nicht erfolgte Impfung - die Langzeitstudien über die verwendeten Mittel fehlen. „Aber was passiert eigentlich langfristig, wenn man ganz viele Bälle an den Kopf kriegt?“

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„heute-Show“: Karl Lauterbach zu Olaf Scholz

Doch nicht nur saisonal, auch epochal hat diese Woche Bedeutung: Bundeskanzlerin Angela Merkel verarbeitet seit Dienstag (26. Oktober) eine historische Zensur. Offiziell aus ihrem Amt entlassen, wird sie bald mehr Zeit mit ihrem Mann zu Hause verbringen. „Sauer kriegt Frau“, fasst Oliver Welke die Wende in Merkels Leben zusammen. Ebenfalls entlassen sei der „wichtigste freie Mitarbeiter unserer Sendung“: Andreas Scheuer. „Eben noch Verkehrsminister, jetzt im toten Winkel der Opposition“ und in der „Hall of Fame für die besten Sendezeitlieferanten“. Vor „Andis“ Konterfei brenne, so Welke, „ein symbolischer Haufen Steuergeld.“ Die Installation heiße „Maut“.

Im künftigen Parlament ist Scheuer nun einer von vielen, die „mit dem Strom schwimmen“, wie es Gesundheits-Orakel Karl Lauterbach (SPD) die nötige Haltung formuliert. Im Interview mit Fabian Köster richtet er sich auch überraschend (selbst)ironisch an die Bundestag-Novizin Annika Klose (SPD, 29): „Auch in der Sache begründete Kritik, wenn überhaupt, ganz sparsam einsetzen, gerade in den ersten Jahren“, so der Veteran. Ob sie auch noch in zwei bis drei Monate an ihre Ideale glauben können, wird oder dann bereits auf „Olaf Scholz-Linie“ sei, will Köster von den beiden wissen. „Jetzt schauen Sie gut zu, wie das geht“, wendet sich Lauterbach an Annika Klose und flötet: „Ich kenne niemanden, der mehr Ideale hat als er. Olaf Scholz, das sind Ideale auf Beinen.“ Und er fährt fort: „Ideale darf man haben, aber nicht zeigen.“

„heute-Show“: Als Neuling im Bundestag

Das ist doch wirklich, wie Welke anmoderiert, „mehr frischer Wind im neu besetzten Bundestag“. Fast 40 Prozent der Abgeordneten sind erstmals dabei: „Ein Greenhorn-Parlament“. „Voll aufregend“, findet auch die 23-jährige Emilia Fester (Bündnis 90/Die Grünen) das noch ungewohnte Umfeld: „Ich finde dieses Gebäude riesengroß, krass und fremd.“ Und Neuzugang Annika Klose (SPD) ergänzt: „Wenn mir das letztes Jahr jemand gesagt hätte, hätte ich die Person für halb verrückt erklärt.“ Gleichzeitig räumt die junge Abgeordnete ein: Bereits im Wahlkampf habe sie merkwürdige Lobbypost erhalten, unter anderem von Mineralölunternehmen, Zeitarbeitsfirmen und der Waffenlobby.

Zum Glück nimmt sie Jung-Reporter Köster an die Hand und führt sie in Gesprächen mit Altgedienten der Politik durch den Dschungel der Diäten - und zwar wortwörtlich. „Informiere dich vor allem über die Stellen, an denen es etwas zu essen gibt“, lautet der Rat von Renate Künast (Bündnis 90/Die Grünen): „Nichts ist schlimmer, als am Ende einer Sitzungswoche festzustellen, zwei Kilo verloren zu haben, weil man nie zum richtigen Zeitpunkt die Kantine gefunden hat.“ Ihre Parteikollegin Annalena Baerbock ergänzt: „Keinesfalls in die Mittagsschlange stellen, dann bekommt man nichts mehr zu essen.“ Alexander Graf Lambsdorff ergänzt: „Man weiß nie, wann das passiert. Wenn die Chance auf Essen da ist - zugreifen, zuschlagen und voll reinhauen.“

Weit weniger einig sei man sich dagegen im Bundestag über die Sitzordnung: FDP und CDU wollen nicht neben der AfD sitzen. Das berichtet auch Tina Hausten in einer Liveschalte. Es sei wie im Zoo: „Den Affenfelsen schaut man sich gerne an, aber hockt sich da nicht mit drauf.“ Und dann gäbe es da ja auch noch die „Seuchentribüne“ für die Impfverweigerer, die sich nicht mal testen lassen wollen. Einsamer sei es nur um eine Person bestellt, so Hausten: „Und auch die CDU hat einen neuen Abgeordneten, neben dem niemand sitzen will: Armin Laschet. Nie gehört, aber seine Kollegen sagen, er bringe Pech.“ (tsch)

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