Ritter Lean: Große Knast-Ansage, dann der Rückzieher.
Erst Protz, dann PanikRapper will wegen Schwarzfahrens in den Knast, doch dann kneift er

Copyright: David Hammersen/dpa
Der Musiker Ritter Lean äußert sich dazu, dass er mehrfach ohne Ticket gefahren ist. (Archivbild)
Erst die große Ansage, dann der Rückzieher: Der Berliner Rapper Ritter Lean („Dua Lipa“) wollte für mehrere Fahrten ohne Ticket ins Gefängnis gehen – doch kurz vor der Zellentür bekam er es mit der Angst zu tun.
„Ich gehe in den Knast“, kündigte der Musiker und Schauspieler, der mit bürgerlichem Namen Adrian Julius Tillmann heißt, zunächst in einem Instagram-Video an. Der Grund: Er war in den letzten Jahren mehrfach ohne gültiges Ticket in den Berliner Verkehrsmitteln erwischt worden.
Rapper wollte „Selbstversuch“ im Gefängnis starten
„Mit ADHS ist es eh so, dass ich Sachen die ganze Zeit vor mir herschiebe“, erklärte Ritter Lean. Obwohl er sich die Strafe von 60 Euro pro Fahrt leisten könne, sah er die Sache anders: „Ich sehe es irgendwo als Selbstversuch, um mal, keine Ahnung, zu checken, ob ich sechs Tage schaffe, nicht am Handy zu sein.“
Doch hinter der Aktion steckte mehr als nur eine persönliche Challenge. Der Musiker wollte damit auch auf ein Problem aufmerksam machen. „Wie dumm dieses Gesetz ist“, sagte er und kritisierte, dass es vor allem die Falschen treffe. „Unter diesem Gesetz leiden immer die, die sich das Ticket nicht leisten konnten, dann die Strafe nicht zahlen konnten, die Mahnung nicht zahlen konnten und sich auch nicht aus dem Gefängnis freikaufen können.“
„Knast ist kein Joke“: Plötzlich kam die Angst
Nachdem er auch Kanzler Friedrich Merz (CDU) scharf dafür kritisierte, nicht das 9-Euro-Ticket wieder einzuführen, bekam er Hunderte Kommentare. Die Reaktionen und die Sorgen seiner Mutter brachten ihn zum Umdenken. Als er dann tatsächlich vor dem Gefängnis stand, überkam ihn die Angst.
„Ich hab' von euch extrem viele Nachrichten bekommen, dass es Quatsch ist, dafür wirklich Knast zu gehen“, schrieb er später. „Knast ist kein Joke. Ich habe deshalb gezahlt und bin doch nicht rein.“ Er gab zu: „Manchmal nimmt man sich zu viel vor.“ Seine nicht ganz durchgezogene Aktion hatte für ihn aber dennoch einen Sinn: „Viele Menschen haben diese Wahl nicht. Genau darauf wollte ich aufmerksam machen – auch wenn meine Aktion nicht perfekt war.“ (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
