Dschungelcamp 2022 Alles nur Fake? Anouschka entsetzt Kandidaten – „Machen alle“

Endspurt beim Nervenkrieg im RTL-Dschungel: Am Tag, an dem die Briefe der Liebsten herein flatterten, flossen Tränen. Es waren Botschaften, die wie Aufputschdrogen wirkten. Doch die Gute-Laune-Wirkung verflog schnell. Zum Schluss wurde es sehr eklig - und es kam zum Verrat am Teamgeist.

Es war heiß in der Wildnis Südafrikas – mit Rekordtemperaturen von bis zu 37 Grad, von denen man zuhause in der winterlichen Heimat derzeit nur träumen kann. Und trotzdem schien eine bedrohlich, düstere Wolke über dem RTL-Dschungellager zu hängen. Zwei Tage vor der bevorstehenden Krönungszeremonie bei „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!“ herrschte trügerischer Frieden unter den verbliebenen Sechs.

Was auf der Oberfläche wie ein höfliches, vermeintlich gut gelauntes Miteinander aussah, war in Wirklichkeit von tiefem gegenseitigen Misstrauen geprägt. Jetzt nur keinen Fehler machen! Kein unüberlegter Spruch! Keine Blöße!

Eigentlich sind es die ungeschriebenen Gesetze des Dschungels, die alle IBES-Fans kennen. Dumm nur, dass es offenbar tatsächlich noch Teilnehmer gibt, denen die Fallstricke des Camp-Lebens komplett fremd zu sein scheinen. Ganz vorn dabei bei den Nicht-Verstehern: Anouschka Renzi, die 57-jährige Krawall-Berlinerin aus der illustren Künstlerdynastie Eva Renzi (Madame Mutter) und Paul Hubschmid (Adoptivvater). „Ich bin's - die Nervigste vom ganzen Camp“, sagte sie kokett über sich selbst - selbst dann, als sie damit eigentlich die Zuschauer zum Anrufen für sie bewegen wollte.

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Dschungelcamp 2022: Camp verwandelt sich in einen Tränenpalast

Was Anouschka offenbar nicht so richtig auf dem Schirm hatte, war die Tatsache, dass man sich auch in der Endspurt-Phase des Lagerlebens an Regeln halten muss. Und die schreiben zum Beispiel klar vor, dass man beim Eintreffen der Heimat-Briefe scheinbar völlig ungebremst in Tränen ausbrechen muss und sich am besten gar nicht mehr einkriegen sollte vor lauter Schluchzen.

Meisterlich gelang das dem Glööckler („Ich bin ein Herzens- und Gefühlsmensch“). Oder sogar dem jugendlichen Heißsporn Filip, der mehr oder weniger glaubhaft tiefe Rührung beteuerte: „Meine Eltern hatten es nicht immer einfach mit mir“, schluchzte er in die Kameras. „Ich hatte ihnen nie Gründe gegeben, stolz auf mich zu sein.“ Jetzt aber eben doch. Schnüff!

Filip Pavlovic bekommt im Dschungelcamp aufmunternde Worte von seiner jüngeren Schwester. Und bricht in Tränen aus.

Filip Pavlovic bekommt im Dschungelcamp aufmunternde Worte von seiner jüngeren Schwester. Und bricht in Tränen aus.

Und was macht die Frau, die ja eigentlich gelernte, sogar im mondänen New York ausgebildete Schauspielerin ist? Anouschka Renzi nahm den Brief ihrer Tochter Chiara mit durchaus angemessener Rührung entgegen: „Ich war ja praktisch alleinerziehend“, sagte sie. Die Tochter war stets das Wichtigste. Nur so richtig kullern wollten die Tränen dann eben doch nicht. „Ich war irgendwann so müde, dass ich keine Tränen mehr habe“, sagte sie. Und damit war das Thema für sie gegessen. Sollen die anderen doch ihre Knallchargen-Rollen spielen.

Dschungelcamp 2022: Versöhnliche Zeile von Erics Mutter

Wenn das mal nicht als Hochmut ausgelegt werden würde! Richtig reagiert dagegen der liebenswerte Pfälzer Naivling Manuel Flickinger. Oder gleich der großflächig tätowierte Schauspieler Eric Stehfest. Der griff sogar die Chance auf, über den Feldpostbrief seiner Liebsten an alten Legenden weiterzustricken. So enthielt sein Schreiben einen kurzen Passus seiner Mutter, mit der es zuletzt zum Bruch gekommen war. „Hallo Mama, ich bin voller Demut und Dankbarkeit, dass du so mutig bist und wieder auf mich zugehst“, sagte er ebenso gerührt wie reumütig ins Dschungeltelefon. „Ich liebe dich.“

Nun kann man natürlich trefflich darüber streiten, was Inszenierung, Kalkül und Fan-Strategie der wenigen verbliebenen „IBES“-Protagonisten war. Anouschka Renzi jedenfalls machte es sich wieder einmal sehr einfach - vermutlich zu einfach. Für sie wirkten alle Mitspieler „Fake“. Und besonders deutlich verabscheute sie diese Profi-Dauergäste in Trash-TV-Formaten. Das meint sie nicht nur, das sagte sie Kollegen wie Filip („Bachelorette“) oder Manuel („Prince Charming“) auch direkt ins Gesicht. „Wenn man die gleiche Geschichte an fünf, sechs verschiedenen Orten immer wieder erzählt, das machen alle Reality-Leute!“

Dschungelcamp 2022: Alles nur Fake-Kollegen? Anouschka entsetzt Kandidaten

Einwände gegen ihre selbstgerechte Theorie von den Guten (sie selbst) und den schauspielernden Unguten (alle Anderen!) ließ sie nicht gelten. „Würdest du mich besser kennen, würdest du mich verstehen. Ich ticke normal. Ich bin kein Fake, der irgendwelche Storys braucht“, versucht sich Filip ihr gegenüber zu erklären.

„Das Schwierigste ist, wenn man ins Fernsehen geht, sich selbst zu spielen“, sagte er und gab dem Gespräch mal wieder eine unfreiwillig komische, weil „philosophische“ Note. Anouschka schaute nur skeptisch. Und wenig später spuckte sie ihren Groll aus. „Er weiß ganz genau um die Wirkungen, wann und wenn er schreit und wann er ausflippt“, ätzte sie. „Das Gespräch mit Filip hätte ich mir sparen können. Es macht keinen Sinn.“

Was sie offensichtlich nicht bedachte: Alles, was im Dschungelcamp passiert, gesagt oder angedeutet wird, hat eine Wirkung. Und für Rechthaberei wurde bislang noch nie jemand belohnt. Was dagegen offenbar von vielen Anrufenden hart abgestraft wird, ist Arbeits- und Drama-Verweigerung. Und so war es die letzte schwerwiegende Fehleinschätzung von Anouschka, bei der Dschungelprüfung „Make Memory Great Again“, bei der es um Gedächtnisleistungen, aber vermutlich vor allem um Leidensfähigkeit in Ekel-Tonnen voller Fischabfälle, Innereien und Schlotze ging, entrüstet zu kneifen. „Das ist wirklich widerwärtig.“

Dschungelcamp 2022: Harald spielt die Vegetarier-Karte aus – mag aber Fisch

Anouschka bockte - und trat für die ihr abverlangte Herausforderung einfach nicht an. Ihr Mitstreiter Harald Glööckler kniff zwar ebenfalls, hatte allerdings zumindest umgehend ein mehr oder weniger schlüssiges Ausflucht-Argument parat. Als überzeugter Vegetarier und zudem Tierfreund wollte er sich nicht zu den Fleischabfällen legen. „Es geht um meine Einstellung und meine Ideologie. Und wenn es mich die Krone kostet.“ Auf den Einwand von Daniel Hartwich, er habe sich im Flug beim Garnelen- und Lachs-Essen fotografiert, geriet der Modedesigner in Erklärungsnot: „Ja, aber ich esse kein Fleisch. Vegetarier können Fisch essen. Veganer essen gar nichts.“

Die deutsch-schweizerische Schauspielerin argumentierte dagegen vom hohen Ross herab - ein fataler Fehler. „Wir sind ja nicht der letzte Dreck, nur weil wir den Dschungel machen“, klagte sie. „Das ist verletzend“, redete sie über die Zumutung eines Ekeltests in Rage. „Entwürdigend!“ Und es wirkte wirklich so, als wäre sie vom systemimmanenten Zynismus der Reihe doch noch mal echt überrascht. „Das geht zu weit“, klagte sie im Brustton der Selbstüberschätzung - und dampfte ab.

Dschungelcamp 2022: Volles Risiko gespielt – und krass verzockt!

Kein Wunder, dass ihre unkollegiale Arbeitsverweigerung, die dem Team null Sterne und damit mal wieder keinerlei Essensration einbrachte, auch bei der Lagerfeuerrunde der Schlussverkündung thematisiert - und hart kritisiert - wurde. „Du spielst voll auf Risiko“, rügte selbst Moderatorin Sonja Zietlow die Protestlerin Anouschka bei der Exit-Verkündung. „So kurz vom Finale eine Prüfung nicht machen“ - keine gute Idee. Tatsächlich folgte die Reaktion der Zuschauer prompt. Anouschka Renzi wurde rausgewählt!

Nun ist der Dschungel für die verbleibenden zwei Sendetage eine reine Männerangelegenheit. Und dann erst fiel der Theater-Diva offenbar doch noch ein, dass man auch schmierenschauspielern kann: „Mir ist super, super schlecht“, klagte die Rausgewählte wie aus der Pistole geschossen, nachdem sie sichtlich erschrocken von ihrem Rauswurf erfuhr.

Eine weitere Nacht im Lager wollte sie unter gar keinen Umständen ertragen. Da waren dann sogar die hartgesottenen Spötter Daniel Hartwich und seine Sonja baff. „Wir müssen uns beeilen, nicht dass Anouschka uns überholt“, witzelten sie beim Abschied aus dem Camp. Es klang wie der Abschlussscherz der Sendung. Es war aber auch ein Ausdruck des Entsetzens. So nicht, Madame! (tsch)

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