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Campino fühlt sich verprügeltNeue Doku zeigt die Toten Hosen bei ihrem letzten Album

Die Toten Hosen

Copyright: Jens Büttner/dpa

Der Dokumentarfilm zeigt, und Campino sagt es schließlich auch offen, dass der Prozess, den er für ein neues Album durchläuft, oft quälend ist. (Archivbild)

Letztes Album: Doku zeigt Campinos Tränen-Drama

Es sollte das große Finale werden, doch es endete in Tränen. Eine neue Doku begleitet die Toten Hosen bei ihrem letzten Album und zeigt die Band so verletzlich wie nie. Frontmann Campino gesteht: „Ich komme mir vor, wie verprügelt.“

Alles beginnt im Februar 2024. Fünf Herren im besten Alter, eine der populärsten deutschen Bands, quartieren sich bei nasskaltem Wetter in einem umgebauten Bauernhof im münsterländischen Senden ein. Die Mission von Die Toten Hosen: ihr 16. und letztes Studioalbum aufnehmen. „Nochmal aus allen Rohren schießen“, lautet die Ansage von Frontmann Campino. Doch was als kreativer Höhepunkt geplant war, wird zu einer emotionalen Zerreißprobe.

Zwei Jahre lang ließ sich die Band von Regisseur Eric Friedler für die 90-minütige Doku „Die Toten Hosen – Das letzte Album“ begleiten. Das Ergebnis ist ein tiefes Porträt mit einer Zeitreise durch über 40 Jahre Bandgeschichte, das schonungslose Einblicke gewährt. Warum diese Offenheit? „Wir haben nicht mehr viel zu verlieren“, erklärte Campino der Deutschen Presse-Agentur bei der Premiere in Mainz.

„Jetzt ist es eh egal“

Der Sänger stellte klar: Wenn man bei solch einem Vorhaben mitmacht, dann gibt es keine Hofberichterstattung. „Dann muss es um alles gehen, anders wäre es wertlos.“ Das Ergebnis sei entweder eine „Erinnerung an schöne Zeiten oder als Mahnung: Denke ja nicht daran, so was nochmal zu versuchen“.

Die Doku, eine Produktion von SWR und NDR, ist ab Mittwoch (20. Mai) in der ARD Mediathek verfügbar. Im Fernsehen läuft sie am Samstag (23. Mai) um 23.25 Uhr im Ersten, direkt nach dem DFB-Pokalfinale.

Größter Hit wäre fast im Müll gelandet

Der Film steckt voller Überraschungen. So verrät die Band, dass ihr populärster Song „Tage wie diese“ bereits verworfen wurde. Nur durch einen Zufall bekam Campinos damalige Freundin Birgit Minichmayr den Song zu hören und überredete die Band, ihn doch noch aufs Album zu nehmen. Ein Glücksfall, der Geschichte schrieb.

Auch über die harten Anfänge spricht Campino (63) offen. Obwohl sie sämtliche Plattenfirmen anschrieben, wurden sie von allen abgelehnt. Sein bitteres Fazit: „Die ersten zehn Jahre waren wir pleite.“

Campino verrät privates Glück: „Noch mal Vater geworden“

Neben den musikalischen Enthüllungen gibt es auch eine sehr persönliche Nachricht, die Campino bisher nicht bestätigen wollte. In der Doku sagt er: „Tatsächlich bin ich überraschenderweise noch mal Vater geworden. Ich hatte mir meinen Weg zur Rente schon anders vorgestellt, aber das fällt ja jetzt aus.“

Eine rührende Anekdote dazu liefert der Song über einen Teddybären, der es nicht aufs Album schaffte. Gitarrist Kuddel erklärt, dass Campinos Frau nach dem ersten Ultraschall anrief und sagte: „Du, wir kriegen kein Baby, wir kriegen einen Teddy.“ Das Ultraschallbild habe tatsächlich an einen Bären erinnert.

Tränen und Angst vor der „großen Leere“

Der Abschied von der Album-Arbeit fällt der Band sichtlich schwer. „Dass dies das letzte Album ist, ist für mich immer noch schwer vorstellbar“, sagt Gitarrist Kuddel und gesteht, dass er sich vor der „großen Leere“ fürchte. Auch Schlagzeuger Vom Ritchie zeigt sich frustriert: „Es ist frustrierend, wenn dir etwas gefällt und Campino nicht, weil dadurch eine Menge guter Musik auf der Strecke bleibt.“

Der kreative Prozess wird als „quälend“ beschrieben. Songs werden geschrieben, verworfen, neu arrangiert – ein nervenaufreibender Marathon. „Vielleicht brennt es in mir am meisten, diese Frage, wie man was mit Würde zu Ende bringt“, so Campino. Doch als das Album endlich fertig ist, bricht der Frontmann zusammen. „Ich war erstaunt, dass Campino in so ein Loch gefallen ist, dass er weinen musste“, erzählt Kuddel. Der Grund für seine Überraschung: „Campino hat die Entscheidung getroffen.“

Am Ende, so Campino, sei es eine „runde Sache“ geworden. „Was ich sagen kann, ist, dass wir alles gegeben haben, was wir derzeit liefern können und damit sollten wir auch Frieden schließen.“ (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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