Der stolze Preiswunsch der „Bares für Rares“-Verkäuferinnen wurde von Expertin Wendela Horz deutlich unterschritten. Auch die Verkaufssumme im Händlerraum blieb unter den Erwartungen zweier Freundinnen. Dennoch gingen sie glücklich nach Hause - auch dank eines Ratschlags von Horst Lichter.
„Bares für Rares“Horst Lichter spricht über seine verstorbene Mutter: „Schaut immer zu“

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„Es macht einen langen Finger“, kommentierte Horst Lichter, als Wendela Horz einen Ring anprobierte. (Bild: ZDF)
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„Es macht einen langen Finger“, kommentierte Horst Lichter, als Wendela Horz einen Ring anprobierte. „Äh, danke“, war diese etwas irritiert. Der Moderator erkannte den Fauxpas: „Ich meine, du hast wunderbare lange Finger, aber es macht einen noch längeren Finger.“
„Diamanten sind wieder ausreichend verbaut worden. Das Ganze in Weißmetall, was kriege ich denn dafür?“, erkundigte sich Lichter in rasantem Tempo. Wendela Horz kicherte über seinen Scherz, schlug aber vor: „Das war die Kurzversion, jetzt machen wir es ausführlich.“
Bares für Rares: Ringe mit drei Steinen haben „eine tiefe Bedeutung“
Die Freundinnen Svenja und Annika aus Weil am Rhein brachten den Ring mit, der angeblich um 1910, 1920 entstanden sein soll. Svenjas Oma „hat ihn bei einer Wohnungsauflösung als Dankeschön bekommen“ und später ihr geschenkt.
Wendela Horz geht ebenfalls von einer Herstellung um 1920 aus. Die Expertin erkannte zudem 750er Gelbgold. In der Mitte des schildförmigen Ringes waren drei Diamanten zur Schau gestellt. Zudem war der Ring mit Platin belötet.
Die drei mittigen Diamanten ergaben insgesamt 0,6 Karat. „Die Zahl drei begegnet mir bei dem Ring mehrmals - ich habe ihn gerade gewogen, es waren 3,33 Gramm“, berichtete Wendela Horz. Darüber staunte Horst Lichter.
Ringe mit drei Steinen hätten „eine tiefe Bedeutung“, so Horz. So ständen sie in Verbindung mit der dreimal im Jahr abgehaltenen germanischen Ratsversammlung „Thing“. „Am ersten Tag hat man dem Alkohol zugesprochen, damit die Menschen auch ehrlich ihre Meinung äußern“, erklärte Horz.

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Die Freundinnen Svenja und Annika aus Weil am Rhein brachten den Ring mit, der angeblich um 1910, 1920 entstanden sein soll. (Bild: ZDF)
„Ich zitiere meine verstorbene Mama“
„An den zwei folgenden Tagen wurde dann nüchtern darüber entschieden“, dozierte die Expertin. Der Ring war zwar nicht aus der Germanenzeit, aber zumindest um 1920 angefertigt und bis heute in gutem Zustand.
Horst Lichter stellte die obligatorische Frage nach dem Wunschpreis. Die Freundinnen nannten 2.500 Euro. „Selbstverständlich. Ich versuche, jeden Wunsch zu erfüllen“, kommentierte Horst Lichter. Er sah Wendela Horz fragend an.

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Wendela Horz ging von einer Herstellung um 1920 aus. (Bild: ZDF)
Horz schätzte den Goldankaufswert auf 240 Euro. Insgesamt empfahl sie 700 bis 1.000 Euro. „Ich zitiere meine verstorbene Mama, die immer zuschaut: 1.000 haben oder nicht haben, macht schon 2.000“, scherzte Horst Lichter. Die Freundinnen akzeptierten die Händlerkarte. Christian Vechtel fiel bei der Begrüßung auf, dass die beiden Frauen „so freudestrahlend reinkamen“ und schlussfolgerte: „Anscheinend ist die Expertise sehr gut gelaufen.“ Die Freundinnen schwiegen strategisch zu dieser Theorie.

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Christian Vechtel fiel bei der Begrüßung auf, dass die beiden Frauen „so freudestrahlend reinkamen“. (Bild: ZDF)
„Die klassische Beute für unsere Theke“, glaubte Daniel Meyer. „Wunderschön, genau so einen Ring hatte meine Oma“, erinnerte sich der Händler. Allerdings „nicht mit so schönen Diamanten“. „So was kriegt man ja eigentlich vererbt. Oder geschenkt“, sinnierte Meyer. Svenja erzählte, dass ihre Oma ihr den Ring zu Weihnachten geschenkt hatte - „mit der Aussage, ich darf ihn gerne hierher tragen, sie würde sich nicht trauen“.
„Wenn du so etwas trägst, kommst du aus gutem Hause“
„Weil er einfach zu schön ist, um in der Schublade zu bleiben“, fand Svenja. Die Händler sahen das ähnlich. „Da sind unglaublich viele Facetten drin“, schwärmte Christian Vechtel. Ein „wunderschöner Ring, zauberhaft“, lobte der Kollege Jan Cizek. „Der Juwelier konnte wirklich was, die Machart ist eine tolle Qualität“, fand Jan Cizek. „Schön, das darf sich auch gleich in den Geboten spiegeln“, freute sich Svenja über die Lobeshymben. Vechtel konterte: „Die Damen haben noch einen Termin.“

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„Quäl mich doch nicht so“, lamentierte Elke Velten. (Bild: ZDF)
„Es muss schnell gehen“, übersetzte auch Daniel Meyer den Wink mit dem Zaunpfahl der Verkäuferin. „Ich fange mit 300 Euro an“, erklärt Meyer. Elke Velten folgte, dann Jan Cizek und Anaisio Guedes. Als Elke Velten 850 Euro nannte, erkundigte sich Anaisio Guedes: „Sind das schon Gebote, für die Sie abgeben würden?“ Svenja verneinte: „Noch tut es weh.“ Daniel Meyer bot 860 Euro. „Quäl mich doch nicht so“, lamentierte Elke Velten. „Nicht für jeden Preis - aber 900.“
„Wenn du so etwas trägst, kommst du aus gutem Hause“, sinnierte Daniel Meyer. Nicht nur Käuferin Elke Velten freute sich über den Ring für 900 Euro, sondern auch die Freundinnen. Svenja lächelte: „Das alle auf den Ring geboten haben, ist eine Wertschätzung.“ (tsch)

