Warum das denn?Leverkusenerin will „Bares für Rares“-Händler gar nicht erst treffen

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Simone Kramer, Moderator Horst Lichter und Experte Detlev Kümmel bei der Begutachtung des Bildes in der ZDF-Show „Bares für Rares“.

von Sebastian Oldenborg (so)

Köln – So einen kurzen Auftritt gibt es bei „Bares für Rares“ auch nicht alle Tage.

Die Leverkusenerin Simone Kramer (40) war mit einem lustigen Fußball-Bild in die ZDF-Sendung gekommen. Ganz ohne konkrete Vorstellungen, was sie für das Kunstwerk haben will. Sie wusste ja nicht mal, ob das Bild echt oder nachgemacht sei.

„Dieses Bild war seitdem ich denken kann bei uns im Haushalt. Das hing früher zu Hause in der Wohnung, nachher im Partykeller und hat uns Kindern immer viel Freude gemacht“, erzählt die Grundschullehrerin.

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„Bares für Rares“-Experte angetan vom Fußballbild

So weit, so gut. Doch was hat es mit dem Bild auf sich? Da ist Experte Detlev Kümmel gefragt. Es handele sich um ein Werk des schwedischen Künstlers Robert Högfeldt. Der habe an vielen Kunstakademien studiert, unter anderem in Düsseldorf, habe also schon eine umfangreiche Ausbildung genossen.

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Dieses lustige Fußballbild brachte die Leverkusenerin Simone Kramer mit in die ZDF-Sendung „Bares für Rares“.

Kümmel: „Er war bekannt für seine Illustrationen.“ Und für seine Karikaturen. „Man sieht in den Gesichtern sehr schön, was die aussagen sollen. Hier ist wirklich ein Fußballspiel abgebildet und wenn man sich das in Ruhe anschaut, die Szenerie und auch die Gesichtsausdrücke – das ist wohl ein Kreisligaspiel“, analysiert der Experte das Mitbringsel der 40-Jährigen.

Kunstwerk hat einen großen Haken

Das Bild sei in der Tat sehr witzig, Kümmel ist durchaus angetan. Doch dann kommt das große ABER…

„Es ist leider keine Zeichnung, es ist nur ein Druck“, sagt der Experte. Und das auch noch in einem sehr gebrauchten Zustand.

Schlechte Aussichten für Kramer. Zumal Högfeldts Werke in der Regel eh nicht so hochpreisig gewesen seien. Wobei es Ausnahmen gegeben habe.

„Bares für Rares“: Kandidatin will Händler nicht treffen

Kümmel: „Dieses Fußballspiel ist auch sehr beliebt, würde ich normalerweise bei über 1000 Euro ansetzen…“

Normalerweise. Wenn es sich um eine Original-Zeichnung handeln würde… So kann der Experte das Werk nur auf 20 bis 30 Euro schätzen.

Was für eine Enttäuschung. „Dafür bleibt’s zu Hause!“, stellt Simone Kramer sofort klar. Die Händler will sie gar nicht erst treffen.

Kunstschätze und ihre Liebhaber sind hier herzlich willkommen!

„Bares für Rares“ wird seit 2013 im ZDF ausgestrahlt. Moderator Horst Lichter ist der Gastgeber der Trödelsendung, bei der Teilnehmer ihre Antiquitäten, Raritäten und auch Kuriositäten vorstellen und im Idealfall durch einen Verkauf eine schöne Summe mit nach Hause nehmen.

Seit 2013 wird die Sendung, die in Köln produziert wird, im Nachmittagsprogramm des ZDF ausgestrahlt und hat sich zu einem echten Quoten-Garant entwickelt. Von Montag bis Freitag schalten im Durchschnitt drei Millionen TV-Zuschauer ein, wenn es ums Feilschen und Handeln geht.

So läuft die Sendung „Bares für Rares“ ab

Die Kandidaten werden samt ihren Verkaufsobjekten zu einem Experten geschickt, der die Ware überprüft, etwas zur Geschichte erzählen kann und dann einen Schätzwert abgibt, in welchem preislichen Rahmen sich der Verkaufswert befindet. Liegt diese Summe nah an der preislichen Erwartung der Teilnehmer, bekommen sie von Moderator Lichter die Händlerkarte überreicht. Diese ist die Eintrittskarte in den Raum, in dem sich die Antiquitätenhändler befinden.

Dort stellen sich die Kandidaten samt Gegenstand vor. Ähnlich wie bei einer Versteigerung versuchen die fünf Händler dann, das jeweilige Exponat für sich zu sichern. Das kann dazu führen, dass die Summe unverhofft in die Höhe steigt. Dann liegt es am Anbieter, ob er die Summe der Händler akzeptiert oder noch feilschen will. Erhält der Höchstbietende den Zuschlag, bezahlt er die Summe in bar an den Verkäufer aus. 

(so)